Wirtschaft
Handelsblatt Today – Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage Folgen
Handelsblatt Today ist der börsentägliche Podcast aus dem Newsroom des Handelsblatts. Wir analysieren die relevantesten Themen des Tages und beschreiben deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Dafür sprechen wir mit Analysten, Branchenexperten, Politikern und Handelsblatt-Korrespondenten aus aller Welt. Wir schauen auf die spannendsten Entwicklungen an den Leitbörsen und sprechen mit unseren Experten über verschiedene Anlageformen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Außerdem ordnen wir die wichtigsten geldpolitischen Entscheidungen und Nachrichten aus der Unternehmenswelt für Anlegerinnen und Anleger ein. Handelsblatt Today finden Sie auf allen relevanten Podcast-Plattformen – und natürlich auf der Handelsblatt-Website. Jetzt reinhören: Von Montag bis Freitag um 17.30 Uhr mit den Hosts Solveig Gode, Nicole Bastian, Sandra Groeneveld, Nele Dohmen und Anis Mičijević. *** Falls Sie Kritik oder Anregungen loswerden möchten, dann schreiben Sie uns eine Mail an today@handelsblatt.com. Sound-Design: Christian Heinemann Logo-Design: Henrik Balzer, Michel Becker
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Folge vom 26.04.2022Elon Musk übernimmt Twitter: Wie der „Absolutist der Meinungsfreiheit“ die Plattform umkrempeln willDer Twitter-Verwaltungsrat hat seinen Widerstand aufgegeben, Tesla-Chef Elon Musk hat sein Ziel erreicht: Für 44 Milliarden Dollar übernimmt er den Kurzmitteilungsdienst. Noch nie hat eine einzelne Person so viel Geld für einen Firmenkauf mobilisiert – das hatten nur wenige an der Wall Street für möglich gehalten. Die Twitter-Aktie soll nach der Übernahme von der Börse genommen werden. Doch das ist nicht alles: Das Thema Meinungsfreiheit dürfte unter Musk zum Streitfall werden. Twitter-Chef Parag Agrawal will Fake News und Hatespeech stärker bekämpfen und lässt zu diesem Zweck im Zweifel auch Beiträge löschen oder Accounts sperren. Elon Musk hingegen bezeichnet sich selbst als „Absolutist der Meinungsfreiheit“ und sieht diese auf Twitter zu stark beschnitten. „Ich denke, dass Twitter-CEO Agrawal nicht mehr lange im Amt sein wird, wenn die Übernahme abgeschlossen ist“, sagt Techteam-Leiter Thomas Jahn in der neuen Folge von „Handelsblatt Today“. Der reichste Mensch der Welt will Twitter zu einem digitalen Marktplatz für den Meinungsaustausch machen, bei dem die Redefreiheit eine überragende Bedeutung einnimmt. Bereits jetzt wird darüber spekuliert, ob der Account von Ex-Präsident Donald Trump wieder freigeschaltet wird, sobald Musk bei Twitter das Sagen hat. Immerhin könnte ein weniger stark reguliertes Twitter auch für viele seiner Anhänger wieder deutlich attraktiver werden. Jahn sieht allerdings ein Spannungsfeld zwischen Musks Vorstellungen von Meinungsfreiheit und einer Steigerung der Profitabilität von Twitter: „Wenn die Plattform radikaler wird, dann wird das Anzeigenkunden abschrecken.“ Die mögliche Einführung einer Bearbeitungsfunktion für Beiträge könnte zudem den ursprünglichen Charakter von Twitter verwässern, das von vielen gerade auch wegen der ungefilterten und auch kontroversen Debatten genutzt wird. „Es gibt kein Zaubermittel, mit dem man Twitter von heute auf morgen verbessern kann“, glaubt Jahn. Zudem droht Musk, der auch Chef des Elektroautobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX ist, mit dem Engagement bei Twitter künftig eine zusätzliche Mehrfachbelastung. „Bei Tesla stehen wichtige Veränderungen an, zum Beispiel müssen neue Modelle eingeführt werden“, sagt Jahn. Musk werde Prioritäten setzen müssen „und das wird Twitter nicht guttun“. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Folge vom 25.04.2022Ifo-Chef Fuest zu Gasimporten: „Nie wieder mit Russland handeln ist strategisch Unsinn“Ifo-Präsident Clemens Fuest plädiert angesichts des Ukrainekriegs für eine gründliche Analyse der deutschen Außenwirtschaftsbeziehungen aus der Perspektive der Geopolitik. Er warnt die Politik aber vor allzu hektischen Schlussfolgerungen in der aktuellen Lage und führt folgendes Beispiel an: „Nie wieder mit Russland handeln ist strategisch völliger Unsinn“, sagt Fuest in der neuen Folge von „Handelsblatt Today“. Beim Thema Energie sei die strategisch richtige Lösung für die Zeit nach dem Ukrainekrieg, alternative Gasbezugsquellen aufzubauen, um jederzeit in der Lage zu sein, die Gasimporte aus Russland abzustellen. Wenn jedoch günstige Gasimporte aus Russland möglich seien, sollten sie aus der Sicht von Fuest weiter durchgeführt werden. „Verkaufen wird Russland sein Gas sowieso und da ist es doch besser, Russland ist von uns abhängig – und zwar einseitig abhängig“, sagt Fuest. Man müsse in der Lage sein, sich relativ schnell unabhängig zu machen, „aber unklug ist es, den Handel ganz einzustellen und Russland zu nordkoreanisieren, denn das würde dann bedeuten, dass Russland auch nicht mehr vom Westen abhängig ist.“ Deutschland Attraktivität als Investitionsstandort für energieintensive Industrien nimmt laut dem Ifo-Präsidenten ab: „Wir haben bis vor kurzem noch den Standortvorteil günstiger Gasversorgung aus Russland gehabt und es bestand die Aussicht, dass das noch günstiger wird durch Nord Stream 2. Das Thema ist jetzt erledigt.“ Um künftiges Wachstum zu sichern, sei es wichtig, die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland zu regeln. „Wir brauchen eine europäisch koordinierte Energiepolitik“, sagt Fuest. Und: „Wir müssen sehen, dass wir andere Märkte erschließen und uns darauf einstellen, dass das Wachstum des Handels mit China eher abflauen wird, selbst wenn China sich jetzt nicht auf die russische Seite schlägt.“ Denn China werde die Situation beobachten und künftig bei Handelsfragen stärker geopolitisch denken, „sich also stärker unabhängig machen vom Westen“. Das seien alles keine guten Nachrichten für Deutschland. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Folge vom 24.04.2022USA schlagen Europa: Warum sich das Bewertungsgefälle am Aktienmarkt noch vergrößern könnteDie europäischen Aktienmärkte sind niedriger bewertet als die Indizes an der Wall Street und bieten das größere Aufholpotenzial. Doch der US-Markt bleibt auch 2022 robuster. Viele Experten waren nach der Coronakrise zuversichtlich, dass die niedriger bewerteten europäischen Börsen in diesem Jahr eine Aufholjagd starten und die Märkte in den USA schlagen könnten. Doch bislang kam es anders: Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist der US-Leitindex Dow Jones um mehr als fünf Prozent gestiegen. Sein europäisches Pendant, der Euro Stoxx 50, hat im selben Zeitraum hingegen um neun Prozent nachgegeben. Aktienanalyst Ulf Sommer erklärt in der neuen Folge von „Handelsblatt Today Extended“, warum die US-amerikanischen Aktienmärkte besser dastehen als die europäischen und warum sich der Bewertungsabstand in diesem Jahr sogar noch vergrößern könnte. Auf den ersten Blick erscheint die deutlich straffere Geldpolitik in den USA als Nachteil im Vergleich zu Europa, wo die EZB bislang an den Niedrigzinsen festhält. Doch Sommer erklärt, warum selbst das kein großes Hemmnis für den US-Aktienmarkt darstellt und der transatlantische Vergleich deutlich zu Gunsten der USA ausfällt. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today Extended-Hörer: Jetzt Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € testen und immer informiert sein, wie Sie noch mehr aus Ihrem Geld machen können. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfakten
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Folge vom 22.04.2022Netflix, Tesla & SAP im Aktiencheck: Lohnt sich der Einstieg?Zwischen Inflationssorgen, Ukrainekrieg und Lieferengpässen geht eine weitere Bilanzwoche zu Ende. Aktienanalyst Michael Jakob identifiziert Gewinner und Verlierer. Steigende Energiekosten und anhaltende Lieferkettenprobleme sind nur zwei der vielen Unwägbarkeiten, die weiterhin für Unsicherheiten an den Märkten sorgen. Mit Spannung erwarteten Anlegerinnen und Anleger deshalb in dieser Woche die Quartalszahlen etlicher Unternehmen. In dieser Folge Handelsblatt Today analysiert Michael Jakob, Gründer und Geschäftsführer des Aktienanalyseportals AlleAktien, die Ergebnisse dreier Unternehmen, die in dieser Bilanzwoche besonders aufgefallen sind: Tesla, Netflix und SAP. Netflix: Erster Nutzerrückgang seit einem Jahrzehnt Der Streaminganbieter Netflix musste aufgrund sinkender Abonnentenzahlen zeitweise einen Aktieneinsturz von rund 40 Prozent verkraften. Laut Jakob gibt es für den Nutzerrückgang vier Gründe. Einer davon sei die allmähliche Rückkehr zur Normalität. „Nach zwei Jahren Corona, wo wir alle viel Fernsehen geschaut haben, wollen wir auch wieder etwas anderes machen.“ Der Krieg in der Ukraine sei für das Unternehmen gleich in zweierlei Hinsicht eine Herausforderung. Zum einen habe die Kündigung der in Russland ansässigen Abonnentinnen und Abonnenten eine Lücke hinterlassen. Zum anderen mindere die erhöhte Inflation die Kaufkraft vieler Konsumenten in anderen Ländern. Tesla und SAP: Tech ist nicht gleich Tech Der Elektroautomobilhersteller Tesla hingegen bleibt auch nach Vorlage der Quartalszahlen auf der Überholspur. Trotz des weltweiten Chipmangels konnte das Unternehmen seine Aktionäre mit massiven Gewinn- und Umsatzsteigerungen überzeugen. „Tesla ist einfach der klare Marktführer in E-Mobilität und die Kunden wollen diesen Trend mitnehmen“, sagt Jakob. Seine Renditeerwartung an das Unternehmen liegt bei 15 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Der Softwarekonzern SAP meldete erst am Freitag seine Quartalsergebnisse. Zwar ist der Umsatz mit elf Prozent stärker gestiegen als Analysten erwartet hatten. Gleichzeitig brach jedoch der Gewinn um 41 Prozent ein. Während die Aktie die Bekanntgabe des Russland-Rückzugs tendenziell positiv aufgenommen hat, reagierte der Kurs sensibel auf den Gewinneinbruch. Im Laufe des Tages gab die Aktie um bis zu fünf Prozent nach. Jakob kann dieser Bilanz teilweise etwas Gutes abgewinnen: „Was in den aktuellen Zahlen positiv ist, ist dass sich der Cloud-Umsatz um 25 Prozent erhöht hat. Wenn das so weiter geht, sehe ich SAP in Zukunft als Gewinner.“ *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today Extended-Hörer: Jetzt Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € testen und immer informiert sein, wie Sie noch mehr aus Ihrem Geld machen können. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfakten