100 Jahre Schweizer Hörspiel! Mit einem Klassiker der Weltliteratur, der zuerst als Hörspiel produziert wurde – vor Adaptionen für Bühne und Leinwand. Das Stück ist die Geschichte des Bürgers Gottlieb Biedermann, der die Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden.
Brandstifter gehen um in der Stadt, doch Herrn Biedermann kümmert das nicht, solange es ihn nicht trifft. Und als es ihn trifft, will er es nicht wahrhaben – selbst dann nicht, als zwei Männer Benzinfässer in sein Haus schaffen. Höhepunkt ist ein opulentes Essen, das Biedermann seinen neuen Duzfreunden Schmitz und Eisenring gibt. Als sie ihn um Streichhölzer bitten, um auftragsgemäss sein Haus in Brand zu setzen, drückt er ihnen selbst die Streichhölzer in die Hand – als «Vertrauensbeweis». Das Stück entlarvt präzise eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft.
Der Biedermann-Stoff taucht zuerst im «Tagebuch 1946–49» unter dem Titel «Burleske» auf. Aus dieser Skizze entwickelte Frisch 1953 das Hörspiel «Herr Biedermann und die Brandstifter».
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Mit: Max Hauffer (Herr Biedermann), Walburga Gmür (Frau Biedermann), Erwin Parker (Schmitz), Friedrich Braun (Eisenring), Anneliese Betschart (Dienstmädchen) und Fritz Nussbaum
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Regie: Hans Bänninger
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Produktion: SRF 1953
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Dauer: 58’
Hörspiel
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Das ist SRF Hörspiel: Ob als aktuelles Dialekt-Hörspiel, als rasant inszenierter Radio-Krimi oder als intimes Hörstück, es erwarten Sie überraschende Hörgeschichten
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100 Folgen
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Folge vom 18.09.2025«Herr Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch
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Folge vom 13.09.2025«Der gute Gott von Manhattan» von Ingeborg BachmannEine leidenschaftliche Liebe in New York wird dem Urteil eines mystischen Gottes unterzogen. Ingeborg Bachmanns preisgekröntes Hörspiel zeigt die Unvereinbarkeit tiefer Gefühle mit einer rationalen Welt – poetisch, kritisch und zeitlos aktuell. Wer das Hörspiel am Radio hören will: Samstag, 20.09.2025, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur Der gute Gott von Manhattan ist angeklagt, das Mädchen Jennifer im Zimmer eines New Yorker Hotels durch eine Bombenexplosion ermordet zu haben. Dem Richter erklärt er, er habe sich mit dieser Tat, und auch allen vorhergegangenen, nur zum Anwalt der auf Konventionen und Masshalten beruhenden Weltordnung gemacht. Diese sei durch die Masslosigkeit der Liebe der Getöteten bedroht worden. Er erzählt die Geschichte der Liebe Jennifers zu Jan, um darzulegen, dass diese Liebe, die an nichts mehr gemessen und mit nichts mehr verglichen werden konnte, verderblicher für die Ordnung sei als jedes Verbrechen, als alle Ketzereien. «Wo Liebe auftaucht, entsteht ein Wirbel wie vor dem ersten Schöpfungstag.» ____________________ Mit: Hanns Ernst Jäger (Der gute Gott), Alfons Hoffmann (Richter), Rainer zur Linde (Jan), Gudrun Herms (Jennifer) u.v.a. ____________________ Tontechnik: Helmut Dimmig – Musik: Willy Bischof – Regie: Klaus W. Leonhard ____________________ Produktion: SRF 1971 ____________________ Dauer: 101’
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Folge vom 12.09.2025«Stille um L 303» von Martin RostBereits in seinen Anfängen hat sich das Hörspiel auf faszinierende Art mit Zukunftsszenarien befasst. Ein Beispiel ist das erstmals 1934 produzierte Stück «Stille um L 303». L 303 ist ein neuartiges Grossluftschiff. Am Tag, als es der Öffentlichkeit präsentiert wird, ist auch das Radio dabei. Wer das Hörspiel am Radio hören will: Freitag, 12.09.2025, 20.00 Uhr, Radio SRF 1 Ein Reporter berichtet von dem sensationellen Event. Er ist von Bord aus live auf Sendung, als der noch nicht motorisierte Zeppelin unerwartet von einer Windböe erfasst und in die Luft gerissen wird. Führerlos treibt er dahin, und unter den unfreiwilligen Passagieren – darunter ein Minister – bricht Panik aus. Eine Panik, die eins zu eins im Äther übertragen wird. Bis es zur glücklichen Rettung kommt. Visionär haben die damaligen Hörspielmacher die Entwicklung der Massenmedien zu Live- und Event-Kanälen vorweggenommen, deren Übertragungswut nicht einmal vor Katastrophen haltmacht. Entstanden ist ein spannendes Hörspiel, das den Voyeurismus und das Betroffenheitspathos kenntlich macht, die in den Medien immer wieder gern bedient werden. Gesendet wird ein Remake der ursprünglichen Inszenierung. Dieses entstand 1951 aufgrund einer Umfrage beim Publikum, das «Stille um L 303» zum beliebtesten Hörspiel der damals noch jungen Radiogeschichte erklärte. ____________________ Mit: Fritz O. Schäuffele (Radio-Ansager), Arthur Fischer-Streitmann (Ingenieur Bodner), Werner Hausmann (Radioreporter), Walter Arnold (Luftschiffkapitän), Max Knapp (Bordfunker), Willy Buser (Bordmonteur), Rudolf Frank (Hilfsmonteur), Elfriede Volker (Frau Giese), Alfred Schlageter (Luftfahrtminister), Magda Schmidt (seine Frau), Karlrobert Schäfer (Gymnasialrektor), Valerie Steinmann (Frau Binger), Heinrich Trimbur (Schauspieler), James Meyer (Journalist), Max Bachmann (Student), Alfred Kestenholz (französischer Flieger) ____________________ Regie: Werner Hausmann ____________________ Produktion: SRF 1951 ____________________ Dauer: 50’
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Folge vom 04.09.2025«Der Regenpfeifer» von Jürg Amstein und Artur BeulEine Radio-Operette aus dem Jahr 1948: Die junge Liliy (Margrit Rainer) muss sich zwischen zwei Männern entscheiden: dem bescheidenen Musikus Michael und dem gefeierten Tenor Tedy. Begleitet von eingängiger Musik und viel Humor entfaltet sich eine charmante Liebesgeschichte mit Lokalkolorit. Wer das Hörspiel im Radio hören will: Samstag, 06.09.2025, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur Für die Musik zeichnet Artur Beul verantwortlich, der Schöpfer von Evergreens wie «Am Himmel stoht es Sternli znacht», «Übere Gotthard flüüged Bräme», «Stägeli uf, Stägeli ab» und dem Welthit «Nach em Räge schint Sunne». Den Text zu dieser beschwingten Komödie verfasste Jürg Amstein, der oft mit Paul Burkhard zusammengearbeitet hat, unter anderem auch bei «Der schwarze Hecht». ____________________ Mit: Margrit Rainer (Lily), Robert Bichler (Michael, ein kleiner Musikus), Rudolf Christ (Tedy, ein grosser Tenor), Emil Hegetschweiler (Peter Pfister, ein Zürcher), Lisa Burkhard (Frau Pfister), Voli Geiler (1. Kassiererin), Schaggi Streuli (Wirt), Gustav Gnehm (Kondukteur/Platzanweiser/Concierge), Ruth Sager (2. Kassiererin/Serviertochter), Heidi Fassbind (Dame), Albert Werner (1. Herr), Fritz Scheidegger (2. Herr/Lautsprecher), Karl Meier (3. Herr/Chauffeur/Polizist). ____________________ Musikalische Leitung: Walter Baumgartner – Regie: Albert Rösler ____________________ Produktion: SRF 1948 ____________________ Dauer: 74’