Ofer Waldman ist Musiker, Autor, Publizist und Aktivist. 1979 in Jerusalem geboren und 1999 nach Berlin gezogen, begann seine Karriere als Musiker im West-Eastern Divan Orchestra. Seit 2015 ist er als freier Autor und Publizist tätig und untersucht die komplexen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, die sowohl Israel als auch Europa betreffen.
Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist sein neuestes Buch "Verkämpftes Land. Beobachtungen, Erinnerungen und Erzählungen aus einem vom Krieg gezeichneten Land", das im September 2025 beim Wallstein Verlag erschienen ist. In diesem essayistischen Mosaik thematisiert Ofer die Verbindungen zwischen persönlichen Erlebnissen und den Auswirkungen des Krieges in Israel / Palästina.
Das Buch reflektiert gescheiterte Utopien und eine Kindheit in einer Region, die vom Wahn des Krieges und Extremismus geprägt ist. Ofer gelingt es, durch seine Beobachtungen und Erinnerungen, die Suche nach Sprache und zwischenmenschlicher Wahrnehmung inmitten der Willkür der Gewalt lebendig zu halten.
Darüber hinaus sprechen wir über seine Rolle als Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Tel Aviv. Hier setzt er sich für die Förderung von Demokratie und Menschenrechten durch eine starke Zivilgesellschaft ein und wir versuchen, Brücken zu schlagen zwischen den Herausforderungen, mit denen Bildungseinrichtungen konfrontiert sind und den gesellschaftlichen Fragestellungen, die Ofer in seiner Arbeit behandelt.
Foto © Bernd Brundert
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Folge vom 27.10.2025#105 mit Ofer Waldman - Verknüpfte Welten zwischen Deutschland und Israel, Schreiben und Aktivismus
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Folge vom 16.10.2025#104 mit Ilja Gold & Bastian Schlang - Demokratiebildung und MuseumsarbeitMeine Gäste in dieser Folge sind Bastian Schlang und Ilja Gold. Beide arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Gegenwartsbezogene Ausstellungen und Demokratiebildung“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Wir sprechen über Demokratiebildung und Museumsarbeit. Zunächst stellen Sie das 2023 im NS-DOK eröffnete Raumspiel „Remote Island – Abenteuer Demokratie auf einer Insel“ vor. Im Anschluss geht es um die gerade eröffnete Wechselausstellung „WE … TOGETHER - gemeinsam. demokratisch. handeln.“, die sie zusammen mit Shavu Nsenga (freie Kuratorin) und Dominik Fasel (Museumsdienst Köln) entwickelt haben. Die Ausstellung wurde partizipativ mit Kölner Gruppen und Initiativen umgesetzt, die im Zentrum der Themenräume stehen: Kulturhof Kalk e.V. (WE build TOGETHER), tausendsechs e.V. (live), TIBA Movement e.V. (party) und interkultur e.V. (remember). Sichtbar zu den verschiedenen Themen werden viele weitere Stimmen aus Köln, die in einem Interviewprojekt, durchgeführt von einer Klasse des Erich Kästner-Gymnasiums Köln-Niehl, eingefangen wurden.
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Folge vom 21.09.2025#103 mit Fikri Anıl Altıntaş: „Zwischen uns liegt August” – zwischen politischer Bildung und LiteraturFikri Anıl Altıntaş, 1992 in Wetzlar geboren, lebt in Berlin. Als Autor, politischer Bildner und Aktivist beschäftigt er sich unter anderem mit Männlichkeiten, Antifeminismus, Geschlechtergerechtigkeit und der Frage, wie sich stereotype Bilder von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männern (de)konstruieren lassen. In unserem Gespräch haben wir über seine politische Bildungsarbeit gesprochen: darüber, warum es so wichtig und zugleich herausfordernd ist, (nicht nur) mit Jugendlichen über Männlichkeit ins Gespräch zu kommen, welche Räume dabei entstehen – und wo das Schulsystem deutliche Defizite zeigt. Zugleich ging es um sein literarisches Schreiben und die Verbindung seiner Wirkbereiche. Ausgangspunkt ist sein neuer Roman Zwischen uns liegt August, in dem er autofiktional die Geschichte einer türkisch-deutschen Familie erzählt – von Trauer, Migration, unausgesprochenen Erinnerungen und der Suche nach Nähe zwischen den Generationen und Geschlechtern.
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Folge vom 31.08.2025#102 mit Dr. Carolin Stein - Desinformation, kritische Medienkompetenz ...In dieser Folge spreche ich mit Dr. Carolin Stein, Abteilungsleiterin am FZI Forschungszentrum Informatik und Expertin im Themenbereich Digitale Partizipation. Carolin leitet das Projekt DisCoBoard, ein partizipatives Forschungsprojekt, das sich der Frage widmet: Wie können wir Künstliche Intelligenz einsetzen, um kritische Medienkompetenz von Schüler*innen zu fördern? Im Fokus steht die Entwicklung einer erklärbaren KI (XAI), die Desinformation erkennt und analysiert, und im Rahmen eines interaktives Lehrkonzept in Schulen eingesetzt werden soll. Dabei geht das Team partizipativ vor: Die Anwendung wird in Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Schüler*innen gestaltet, um nicht nur technologische Antworten zu liefern, sondern ins Gespräch zu kommen - über Chancen und Risiken von KI, digitale Teilhabe und darüber, wie Empowerment im Klassenzimmer aussehen kann.