Lütten Klein, eine Plattenbausiedlung am Rande von Rostock. Wer hier wie Steffen Mau die Wendezeit erlebte, hat große historische Ereignisse wie den Untergang der DDR und die Wiedervereinigung im Lütten-Kleinen erlebt. Mit Konsum, Kinderspielplatz, Cola-Wodka und Clubkonzerten in Schulmensen war die Platte ein sozialistisches Biotop, Anschauungsmaterial für Soziologen damals und heute. Wie erlebte man die Zeit kurz vor dem Mauerfall vor 35 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern, in Rostock, in der Platte? Welche Platten wurden gespielt und warum? Wieso war es cooler, wie Till Lindemann (später Rammstein) oder Toni Kroos (später Real Madrid) in der Platte zu leben und aufzuwachsen als im historischen Stadtkern, der mehr und mehr verfiel? Der Plattenbau als Paradigma des Sozialismus. Inklusive Feeling B - Konzerten, Dienst bei der NVA und Abenteuern am Ostseestrand. In seinen lesenswerten und erkenntnisreichen Büchern Lütten Klein und Ungleich vereint beschreibt Steffen Mau als Augenzeuge, Autor und Experte die Wendezeit, Wiedervereinigung und Wirklichkeit von heute. Prof. Dr. Steffen Mau ist derzeit selbst so etwas wie der Popstar der Soziologie. Der Makrosoziologe von der Humboldt-Universität Berlin gilt als einer der wichtigsten Intellektuellen, die sich mit dem (Nicht-)Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland, Frakturen und Ossifikationen, aber auch anderen aktuellen gesellschaftlichen Triggerpunkten vom Lastenfahrrad über Migration bis zur Klimadebatte befassen. Mit Verve, Wortwitz und Wissen formuliert der Rostocker scharf und anschaulich - und verweist dabei immer wieder auch auf den Popdiskurs.
Kultur & GesellschaftTalk
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Politik, Gesellschaft, Literatur oder Mode – wie das alles mit Popmusik in Verbindung steht, darüber sprechen wir mit Gästen aus dem Kulturbetrieb.
Folgen von Nachtclub ÜberPop
36 Folgen
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Folge vom 08.11.2024Platten im Plattenbau & der Sound der Wiedervereinigung
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Folge vom 25.10.2024United States of Whatever - Der Vibe vor der US-WahlEine Sendung von Henning Cordes, zu Gast: Prof. Dr. Dustin Breitenwischer, Amerikanist, Universität Hamburg Politik durchdringt die Popkultur und umgekehrt – insbesondere vor den diesjährigen Präsidentenwahlen in den USA. Der Wahlkampf findet inmitten intensiver Debatten statt, über Themen wie Einwanderung, sich verändernde Familienstrukturen, Abtreibungsrechte und Kriminalität. Ein erbitterter Kulturkampf, so scheint es. Aber sind die Vereinigten Staaten wirklich so gespalten, wie es diesseits des Atlantiks so gern und oft dargestellt wird? Ist er noch vorhanden, der kulturelle Mainstream? Oder geht es nur noch ums Mobilisieren vieler zersplitterter Wählergruppen? Wir gehen auf die Suche nach dem Lebensgefühl in den USA vor der Wahl: über PR-Stunts und Stars als Wahlkampfhelfer, alternative Medien und Filterbubbles sowie allem, was sonst noch wichtig ist.
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Folge vom 27.09.2024Dem Trend zum Trotz: Der Club macht auf, der Club bleibt offenEine Sendung von Henning Cordes, zu Gast: Fee Schlennstedt, geschäftsführende Gesellschafterin Nica Jazz Club und Thomas Lengefeld, Betreiberkollektiv Hafenklang Höhere Kosten, geringere Besucherzahlen, bürokratische Hürden und die Suche nach Fördermitteln: Die Klagen von Clubs und Konzerthallen sind seit einigen Jahren deutlich vernehmbar. Nicht wenigen droht das Ende oder sie sind dort bereits angekommen. Ausgerechnet in diesem Klima wagen einige das vermeintlich Wahnsinnige: Sie machen nicht zu; sie machen auf. In Kiel hat jüngst das traditionsreiche Tucholsky wiedereröffnet, in Hamburg levelte der Heiligengeistfeld-Bunker auf: Neben reichlich Grünpflanzen findet sich dort auch eine neue Konzert-Location - die Georg Elser Halle. In der Hamburger Altstadt folgt im November der Nica Jazz Club. Unterdessen kämpft das Hafenklang an der Elbe ums Überleben. Mit einem Crowdfunding wollte der alteingesessene Club das Schlimmste abwenden - und es scheint tatsächlich geklappt zu haben. Vorerst zumindest.
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Folge vom 13.09.2024Die Qual der Wahl – Popkultur und Politik im OstenEine Sendung von Andreas Moll, zu Gast: Birgit Lohmeyer (Jamel rockt den Förster) und Michał Tomaszewski (Banda Communale) Die Landtagswahlergebnisse in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen haben viele schockiert, wenige überrascht und führen in großen Teilen der Popkultur - auch und besonders im Osten - zu Nachdenklichkeit und Sorge. Gleichzeitig motivieren sie Künstlerinnen und Künstler, Veranstalterinnen und Festivalmacher, aufzustehen, sich zu engagieren und zu reagieren. So wie es ein Künstlerpaar aus Jamel in Mecklenburg schon seit 2007 tut. Mit seinem engagierten Festival gegen Rechtsextremismus namens Jamel rockt den Förster, das eben erst im August stattfand. Wir sprechen mit Veranstalterin Birgit Lohmeyer über ihr Lebensthema, den Kampf gegen rechts, und große Namen auf der Festivalbühne im kleinen Dorf. Im zweiten Teil der Sendung ist das antifaschistische Dresdner Musikprojekt Banda Comunale zu Gast. Klarinettist Michał Tomaszewski spricht über die Situation in Sachsen, den Sound und Sinn der Multikulti-Band aus der Landeshauptstadt nach den Wahlen dort - und vor den Wahlen in Brandenburg.