Aus der Vergebung - klingt gut, oder? Es klingt nach einem Leben in Freiheit und Mut, alles anzupacken. Es klingt danach, frei nach vorne zu sehen und alle Altlasten loszuwerden. Es ist immer psychologisch heilsam zu vergeben. Vergebung ist wie eine Medizin, um mit aufgeschobenem Ärger umzugehen.
Das macht Lust auf Vergebung, oder? Ich habe da auch Lust drauf: Her mit der Vergebung, her mit dem schönen Leben!
Aber na ja... so einfach ist das, glaube ich nicht. Denn wenn ich überlege, wem ich da vergeben müsste, über was für Wunden ich dabei reden würde.... dann merke ich schnell, wie "Vergebung" schnell eine leere Behauptung werden kann. Manches kann ich nicht verzeihen, jetzt noch nicht. Es tut noch zu sehr weh, ich bin wütend - und auf manche Leute auch zurecht! Ganz ehrlich: Was meint ihr, hat denn jeder Vergebung verdient? Es gibt Dinge, die Menschen sich antun können, die sind so unvorstellbar, so grausam, so niederträchtig... das soll einfach so hingenommen werden? Was ist mit den Konsequenzen für diese Leute?
Also, das mit der Anleitung zur Vergebung erscheint mir doch ziemlich komplex und ich habe mit der Frage nach dem Unverzeihlichen gerungen. Ich habe eine Antwort in der Bibel und im Gebet gesucht.
Hier könnt ihr hören, was das mit mir gemacht hat.
Viel Spaß beim Reinhören.
Eure Theotabea
Religiös
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Folge vom 10.03.2020Kraft der Vergebung - Last des Unverzeihlichen
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Folge vom 24.02.2020Heldenmut und JesusHallo ihr Lieben, in dieser Predigt spreche ich darüber, wie mir Nachrichten über Terror und Gewalt zusetzen. Die Ereignisse von Hanau, die Berichte über diese rassistische Terrortat haben mich getroffen. Für mich ist das Anlass zur Klage! Ich werde wütend, dass so etwas passieren kann. Wie kann ein Mann im Herzen einer Stadt herum laufen und Menschen erschießen? Wie kann seine rechtsradikale Gesinnung solange verborgen bleiben? Mich lässt das fast verzweifeln. Mir hat der Predigttext (Lukas 18, 31-43) geholfen: Es geht um Jesu Aufopferung und seine freiwillige Entscheidung für das Leid, um andere zu retten. Ich möchte hier und heute etwas von der Liebe entdecken, die Jesus uns geschenkt hat. Dafür möchte ich hinhören - und hinsehen. Auf echten Heldenmut. Viel Spaß beim Reinhören, Eure Theotabea
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Folge vom 01.02.2020BerufungBin ich berufen? und wenn ja: Zu was? Diese Frage stelle ich mit dieser Predigt und lasse euch an meinen Gedanken teilhaben. Zugleich frage ich euch, wie Berufung in eurem Leben eine Rolle spielt. Denn ich glaube, dass Gott nicht nur Pfarrer*innen beruft, sondern dass jeder Beitrag zu seiner Welt wichtig ist. "Wo bin ich gefragt und gebraucht" - keine so einfache Frage. Viel spaß beim Reinhören, Eure Theotabea
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Folge vom 09.01.2020AufbruchSo ein neues Jahr lässt mich schon mal nachdenklich werden, zurückschauen, vorausblicken, überlegen, wo es eigentlich hingehen soll. Ich blicke zurück auf ein randvolles Vikariat mit vielen Begegnungen, Herausforderungen, Zweifeln, Sich-Aufraffen und Sich-Aufmachen. Ich blicke sogar noch etwas weiter zurück: Im September 2018 habe ich mein Vikariat begonnen. Passend zu meiner Stimmung habe ich eine Andacht über Aufbruch und Auftrag geschrieben. Das Neue Jahr ist kein so harter Einschnitt wie damals - aber dennoch: Ich will nicht müde werden, aufzubrechen, ich will immer wieder neu beginnen, mit dem ernst zu machen, was Gott mir als Auftrag gibt. Ehrlich gesagt: In diesem Beruf kann man schon mal müde werden... das kann man wirklich. Deswegen bedeutet mir diese Andacht viel. Und ich glaube auch, dass es oft nicht nur um die harten Veränderungen geht, sondern auch um die kleinen Momente der Vergegenwärtigung, die so viel bewirken können, wenn ich mit einem Mal weiß, was ich zu tun habe. Vielleicht kennt der oder die eine das ja auch. Aufbrechen. Neuanfangen. Nicht nur im Großen, in den äußeren Strukturen. Sondern eben erst einmal ganz klein, in den Gedanken, im Glauben. Daher meine Frage an euch: Was willst du mitnehmen, was willst du zurücklassen, wenn du heute neu anfangen würdest?