Deserteure – für die einen sind sie mutige Helden der Gewissensfreiheit, für andere Verräter an der Nation. Rolf Cantzen beleuchtet die historische, ethische, juristische und politische Dimension eines Themas, das angesichts der Forderung nach „Kriegstüchtigkeit“ nicht aktueller sein könnte.
Rezension von Gerhard Klas
Kultur & Gesellschaft
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Folge vom 06.01.2026Krieg – und keiner geht hin? Eine Geschichte der Fahnenflucht
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Folge vom 05.01.2026Oskar Fiala – ein unbekannter Autor und das Leid der PsycheDer letztjährige Georg-Büchner-Preisträger Oswald Egger erzählt von seiner Entdeckung des unbekannten Autors Oskar Fiala. Literarisch begabt und zugleich ein Fall für die Psychiatrie geht er seinen Weg der Kreativität als psychisch Erkrankter. Rezension von Andreas Puff-Trojan
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Folge vom 04.01.2026Freuden und Leiden zum Fliegen bringen - Virginia Woolf über KrankheitDie große britische Autorin Virginia Woolf reflektiert, was Kranksein für sie und uns bedeutet: Der Geist wird schwach und der schmerzende Körper schwingt sich zum Herrscher auf; aber Krankheit ist oft auch Katharsis, mithin Inspiration, Ideen kommen, eine neue Sicht auf die Welt beginnt. Rezension von Brigitte Neumann
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Folge vom 04.01.2026SWR Bestenliste JanuarStilblüten, Schiffskarten und ein Hund namens Semmel – Daniela Strigl, Beate Tröger und Hubert Winkels diskutierten im Karlsruher Prinz-Max-Palais vier auf der SWR Bestenliste im Januar verzeichnete Werke. Auf dem Programm standen Nava Ebrahimis Roman „Und Federn überall“ (Luchterhand Literaturverlag), der Gedichtband „Portolan“ von Daniela Danz (Wallstein Verlag), Eva Schmidts Roman „Neben Fremden“ (Jung & Jung Verlag) und László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ in der deutschen Fassung von Heike Flemming (S. Fischer Verlage). Die Jurydiskussion beginnt mit einer Kontroverse: Während Hubert Winkels die Konstruktion des Romans „Und Federn überall“ (Platz 4) lobte, war Beate Tröger über die Fülle der Stilblüten im Text verärgert. Daniela Strigl lobte zwar manche Figurenentwicklung und die Dialoge, sprach aber auch von einer inhaltlichen Überfrachtung in Ebrahimis Buch, das von Massentierhaltung, stupiden Arbeitsabläufen, prekären Lohnverhältnissen, zerbrochenen Familien, deutsch-polnischer Vergangenheit, gegenwärtiger Migration und der Erinnerungskultur handelt. Die Jury begab sich mit dem Gedichtband „Portolan“ auf vergangene und neue Seewege (Platz 3). Die anspielungsreiche Lyrik von Daniela Danz beschäftigt sich der globalisierten Frachtschifffahrt genauso wie mit den Möglichkeiten der Zerstreuung und Kontemplation, die das Meer und ihr sprachlicher Echoraum bietet. Auch der neue Roman von Eva Schmidt überzeugte das Podium. Die Geschichte der ehemaligen und inzwischen sehr einsamen Krankpflegerin wird einhellig gelobt – wegen der sprachlichen Präzision und der überraschenden Wendungen, die einen Ausweg aus der geschilderten Trostlosigkeit bieten (Platz 2). Den Spitzenplatz der SWR Bestenliste im Januar nimmt der neue Roman des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers ein. In László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ möchte eine Truppe skurriler Monarchisten einen alten Mann, offenbar der Spross einer jahrhundertealten Adelslinie, zum König von Ungarn ausrufen. Die Jury ist von der sprachmächtigen Parodie auf gegenwärtigen (nicht nur ungarischen) Politpopulismus begeistert. Mit Zsömle ist nicht nur eine Semmel gemeint, sondern auch eine Reihe von dahinsiechenden Hunden. So unterhaltsam und komisch sei Krasznahorkai bislang noch nie gewesen, sagte Daniela Strigl, die ein wenig mit der Übersetzung hadert, weil sie an manchen Stellen etwas „bundesdeutsch“ klinge. Beate Tröger lobt hingegen die einfallsreiche und genaue Übertragung aus dem Ungarischen, für die Heike Flemming verantwortlich ist. Aus den vier Büchern lasen Isabelle Demey und Sebastian Mirow. Durch den Abend führte Carsten Otte.