Bitte melde dich an oder registriere dich, um fortfahren zu können.
Von drüben und drüben-Logo

FeatureTalk

Von drüben und drüben

Auch 30 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung gibt es noch immer Missverständnisse zwischen den Deutschen in Ost und West, schlichtweg, weil man zu wenig über den anderen weiß. Deshalb haben sich Doreen Jonas – Jahrgang 1973 – und Mario Köhne – zehn Jahre jünger – darangemacht, aus ihren Jugendjahren zu erzählen. Und die können unterschiedlicher kaum sein: Sie ist aufgewachsen in Oebisfelde, im DDR-Sperrgebiet unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Er wurde in Lingen groß, im niedersächsischen Emsland, nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Ein Blick „von drüben und drüben“ von MDR SACHSEN-ANHALT.

Jetzt anhören
  • im Online-Player
  • im phonostar-Player
  • Was ist das?
    Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X

Folgen von Von drüben und drüben

8 Folgen
  • Folge vom 20.10.2020
    Von Gameboy und Jungpionieren
    Spartakiade oder Bundesjugendspiele? Ab 02:07 Minuten "In der DDR war es so, dass auch viel auf Leistung trainiert wurde", erzählt Doreen Jonas aus ihrem Sportunterricht. Gemessen wurden die Leistungen dann bei einer Kreisspartakiade. Im Westen gab es mit den Bundesjugendspielen eine ähnliche Veranstaltung. Darüber kann Mario Köhne berichten. Für die Spiele gab es einen Tag schulfrei. Im Mittelpunkt stand Leichtathletik. Das gab es bei der Spartakiade auch. Während im Emsland mit Bällen geworfen wurde, mussten die Nachwuchssportler im Osten mit nachgebauten Handgranaten werfen. West-Radio oder MTV: Ab 14:10 Minuten? Für die jungen Leute in Oebisfelde war das West-Radio das Non-Plus-Ultra, wenn es um Musik ging. Wie Jonas erzählt, haben viele Jugendliche mit der Kassette Songs aus dem Radioprogramm aufgenommen: "Und wehe der Moderator hat auf die Musik gequatscht!" Bei Köhne war die Zeit dann schon etwas weiter. MTV und VIVA haben als Musik-Fernsehsender die Jugendjahre geprägt. Und was für die Jugendlichen im Osten die Hitparade im West-Radio war, waren für Köhne und seine Freunde die "European Top 20" von MTV. Reiten und Pioniernachmittage oder Fußball und kirchliche Jugendarbeit? Ab 21:50 Minuten Reiten war ein Hobby Jonas, erzählt sie in der 4. Folge. Außerdem haben sich die Jugendlichen in der Bibliothek in Oebisfelde getroffen oder bei gutem Wetter in der Badeanstalt. Jonas war Jungpionier, Thälmannpionier und auch in der FDJ. "Da gab es Pioniernachmittage", erinnert sie sich. In der katholischen Region Emsland leistet vielerorts die Kirche die Jugendarbeit. Die Gruppen treffen sich meist unter der Woche nachmittags, erzählt Köhne aus seiner Vergangenheit. Mit Schule oder staatlichen Vorgaben hatte das aber nichts zu tun. Kino für eine Mark oder zwei Kinos zur Auswahl? Ab 31:24 Minuten Oebisfelde hatte zu DDR-Zeiten ein Kino. Weil nicht viel los war, seien alle immer ins Kino gegangen, erinnert sich Jonas: "Ich bin mit Louis de Funes, Gerard Depardieu und Winnetou groß geworden", erzählt sie lachend. Köhnes erster Film im Kino war Disneys Dschungelbuch. In seiner Heimatstadt gab es damals zwei Kinos. Eines ist heute noch als Programmkino erhalten. Die großen Filme laufen seit einigen Jahren in einem modernen Multiplex-Kino. Ferienprogramm im DDR-Fernsehen oder Gameboy? Ab 34:50 Minuten Er sei mit Privatfernsehen Konsolen groß geworden, erinnert sich Mario Köhne. Als allererstes sei da der Gameboy gewesen. Welches Spiel sein Favorit gewesen sei, fragt Jonas. "Super Mario Land natürlich", lautet die direkte Antwort. Den Gameboy musste er aber mit seinem Bruder und den Eltern teilen. Das Privatfernsehen konnten die Menschen auch in Oebisfelde empfangen. Jonas erinnert sich an eine Zeit, in der die "Antennen in der Stadt noch zwei Meter höher geschoben wurden", um die neuen Sender besser empfangen zu können. Auf eines können sich die beiden aber einigen: der beliebteste Märchenfilm war in Ost und West "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".
    Jetzt anhören
    • im Online-Player
    • im phonostar-Player
    • Was ist das?
      Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
  • Folge vom 13.10.2020
    Schnäppchen? im Osten gabs das nicht
    Kein Shopping-Fan: Ab 01:13 Minuten Mario Köhne berichtet davon, dass es im Westen eigentlich immer alles zu kaufen gab. Doreen Jonas erzählt im Gegenzug, wie es ist, sich anstellen zu müssen, weil es mal wieder Wassermelonen gibt. Oder, weil der Händler gefütterte Winterschuhe bekommen hat. Ob sie davon geprägt wurde? "Ich bin keine Schnäppchenjägerin. Ich bin da relativ unaufgeregt", sagt sie heute. Das liegt aber auch daran, dass es Schnäppchen in der DDR einfach nicht gab. Das lag schon an den vorgegebenen Einheitspreisen. Und: "Es gab im Osten nur Jäger nach Dingen, die es nicht gab." Dederon-Beutel, Netze und Wäschekörbe für den Einkauf: Ab 14:03 Minuten Notgedrungen war die DDR in mindestens einem Punkt der Zeit voraus: Plastiktüten gab es beim Einkauf nicht. "Wir hatten Körbe, Dederon-Beutel oder Netze", erzählt Jonas. Aber auch bei Mario Köhne im Westen wurde selten mit Plastiktüten eingekauft. Wenn ein Großeinkauf gemacht wurde, standen im Kofferraum Wäschekörbe bereit. Dort wurden die Lebensmittel verpackt und konnten so einfach ins Haus gebracht werden. Klamotten von Älteren auftragen: ab 22:21 Minuten Das gab es tatsächlich in beiden deutschen Staaten: Die jüngeren Geschwister oder Cousinen und Cousins mussten die Kleidungsstücke der Älteren auftragen. Aber auch da gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Staaten. Köhne fühlte sich mit solchen Klamotten eher unwohl. Jonas dagegen freute sich riesig: "Meine Cousinen hatten immer hippe Sachen aus West-Berlin." Auch lange Hemden ihres Onkels hat sie aufgetragen. Zur Not wurde umgenäht oder gekürzt. Und heute?: ab 35:46 Minuten Köhne meint, Menschen aus dem Osten wertschätzen es das heutige Angebot viel mehr. Jonas sagt: "Heute genieße ich es, wenn ich weiß: Das kann ich jetzt bekommen." Das liege aber auch daran, dass man keine großen Geldsorgen habe. Und die Folge endet - ganz im Klischee - mit einer Bananen-Geschichte.
    Jetzt anhören
    • im Online-Player
    • im phonostar-Player
    • Was ist das?
      Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
  • Folge vom 06.10.2020
    Fahnenappell und Gottesdienst
    Kinderbetreuung mit unterschiedlichen Zielen: ab 01:32 "Dass man jetzt früh als Kleinkind irgendwo in der Krippe ist, das habe ich nicht mitgemacht" - mit etwa fünf Jahren ging es für Mario Köhne zum ersten Mal für mehrere Stunden von zu Hause weg – in den Kindergarten, so zwei Jahre vor der Einschulung. In den 80er-Jahren – und noch weit darüber hinaus – gehörte in Bundesrepublik die Kinderbetreuung fest in die Hand der Mütter, die dann logischerweise zu Hause blieben und nicht arbeiteten. Ganz anders bei Doreen Jonas – "in der DDR war man die große Ausnahme, wenn man gar nicht im Kindergarten war", erzählt sie. Jede und jeder sollte, vielmehr musste, arbeiten, schlichtweg auch, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Und mit der Kinderbetreuung von frühen Jahren an hatte der Staat natürlich auch die Möglichkeit der direkten Einflussnahme – Erziehung im Sinne des Sozialismus. Honecker Porträt versus Christus-Kreuz: ab 16:48 Minuten In der DDR war Schule staatlich – und damit politisch, verbunden mit einem starken Personenkult. Es hing zwar nicht in jedem Klassenraum ein Honecker-Porträt, erinnert sich Jonas, aber doch in den wichtigsten Räumen. Für Köhne unvorstellbar, zu seinen Schulstationen gehörte neben staatlichen Einrichtungen auch eine katholische, in der Orientierungsstufe in der fünften und sechsten Klasse. "Da hing auch in jedem Klassenraum ein Kreuz", erzählt der Emsländer. Auch Gottesdienste gehörten zum Alltag. Jonas hingegen wuchs mit dem Fahnenappell auf – alle Schülerinnen und Schüler der Klassen standen blockweise angeordnet auf dem Schulhof – erlebten öffentliches Lob und auch Tadel. Und unzählige Ansprachen im Sinne des Sozialismus. Klassenfahrten – Harz und Münsterland, Prag und London: ab 40:26 Minuten Bei Klassenfahrten ist Ost und West sicher der Spaß und die Abenteuerlust gemein. Wobei es zunächst ja eher in die Natur ging, Gemeinschaftsbildung gefördert wurde. Für Doreen Jonas ging es in den Harz, für Köhne ins Münsterland. In den höheren Klassenstufen wuchsen die Unterschiede: In der achten Klasse ging es für Jonas nach Weimar, auf den Ettersberg. Der Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald stand für alle 14-jährigen der DDR fest auf der Liste. Auch nach Berlin führte eine Reise, Jonas in die Hauptstadt der DDR, Köhne nach Westberlin. International wurde es für beide: sie nach Prag und er nach Frankreich, später dann auch nach London.
    Jetzt anhören
    • im Online-Player
    • im phonostar-Player
    • Was ist das?
      Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
  • Folge vom 29.09.2020
    Von Grenzsoldaten und frittiertem Essen
    In der ersten Folge des neuen MDR SACHSEN-ANHALT-Podcasts "Von drüben und drüben" treffen sich Doreen Jonas und Mario Köhne am Bahnhof in Oebisfelde. Heute ist es ein Durchgangsbahnhof. Als Jonas aufgewachsen ist, war für Ostdeutsche hier in der Regel Endstation. Es sei denn, sie durften in die Bundesrepublik einreisen. Oebisfelde war ein Grenzbahnhof. Leben in Sichtweite der Mauer: ab 02:59 Minuten "Ich glaube, dass dieser Bahnhof etwas Besonderes ist. Ein Bahnhof bedeutet ja immer ein Stückchen Freiheit. Aber dieser Bahnhof ist noch mehr Begrenzung für mich", erinnert sich Jonas an ihre Jugend in der Kleinstadt direkt an der Grenze. Für sie ging es vom Bahnhof nur in eine Richtung: nach Osten. Aus ihrer Sicht war Oebisfelde sehr für sich, die Stadt lag im Sperrgebiet. Dabei handelte es sich um den fünf Kilometer breiten Abschnitt auf dem gesamten Gebiet der DDR vor der innerdeutschen Grenze. Hinein durften nur Menschen, die dort wohnten oder arbeitete, ansonsten nur enge Angehöre mit einem Passierschein. Den allerdings bekam längst nicht jeder. In Lingen war die Grenze zwar da, allerdings nicht spürbar. Einschränkungen, so Köhne, gab es dort nicht. Frittiertes Essen in den Niederlanden: ab 10:29 Minuten Mario Köhnes Erfahrungen mit der nahen Grenze zu den Niederlanden sind andere: Als er Kind war, gab es zwar noch Kontrollen – harmlos, aber durchaus mit Spannung verbunden. Später aber war die Grenze offen. Wie viele Deutsche ist auch Köhnes Familie oft in die Niederlande gefahren, um einzukaufen. Kaffee ist dort günstiger, Benzin war es. Und: Die Niederlande sind bekannt für ihr kalorienreiches und frittiertes – durchaus leckeres - Essen. Uniformen überall: ab 25:45 Minuten Ihre Heimatstadt Oebisfelde hat Doreen Jonas auch als Stadt der Uniformen in Erinnerung behalten. Neben den Grenztruppen war die Transportpolizei immer präsent, genauso wie die Mitarbeiter von Pass und Zoll. Um zu verhindern, dass Menschen die DDR bei Oebisfelde die innerdeutsche Grenze überqueren, waren die Kontrollen im Grenzgebiet entsprechend streng. Jonas erinnert sich an eine Radtour mit ihrem Freund, bei der sie "ein Dutzend mal" überprüft wurde. Wenn sie ihren Ausweis nicht dabei gehabt hätte, wäre sie vermutlich mitgenommen worden. Ganz anders bei Mario Köhne: Er kann sich dagegen an keine Polizeikontrolle in seiner Kindheit und Jugend erinnern. Dass man schon ab 14 immer den Ausweis dabei haben muss, für ihn in der Bundesrepublik war das überhaupt kein Thema. 
    Jetzt anhören
    • im Online-Player
    • im phonostar-Player
    • Was ist das?
      Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X