Von allen Seiten hagelt es Kritik auf Heiko Maas. Wie viel Schuld tragen der Außenminister und das Auswärtige Amt in der Afghanistan-Krise?
Die USA haben als erste den Truppenabzug aus Afghanistan verkündet. Klar. Die Bundeswehr und auch die anderen Nato-Truppen kamen danach. Alle haben die Lage vollkommen falsch eingeschätzt. Aber: Wie viel Schuld trifft am Ende die Bundesregierung und vor allem das Auswärtige Amt mit dem Minister Heiko Maas?
Die AfD, FDP-Vize Wolfgang Kubicki und der Linken-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi fordern seinen Rücktritt, Gysi sogar den der gesamten Regierung. Der außenpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Nils Schmid, verteidigt den Minister wiederum. Man sei geschönten Berichten aufgesessen und müsse daraus für kommende Bundeswehreinsätze lernen.
**Weitere Themen:** GDL kündigt Streik an, Corona in Deutschland.
**Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro
**Redaktion:** Victoria Marciniak und Lars Langenau
**Produktion:** Benjamin Markthaler
_Zusätzliches Audiomaterial über RTL/ntv und WELT._
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Folge vom 20.08.2021Afghanistan: Die Verantwortung des Heiko Maas
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Folge vom 19.08.2021Afghanistan und die Auswirkungen auf die BundestagswahlAfghanistan bestimmt gerade die Nachrichten. Vor allem die CDU versucht daraus, ein Wahlkampfthema zu machen. Afghanistan ist das Nachrichtenthema der vergangenen Tage. Und auch in Berlin bestimmen die Folgen des Truppenabzugs die politische Debatte. Welche Rolle wird Afghanistan und werden von dort Flüchtende im Bundestagswahlkampf spielen? Der Hauptstadtbüroleiter der SZ, Nico Fried, meint, dass bei dieser Wahl ausnahmsweise die Außenpolitik sehr wichtig sein könnte. Wie sich die Parteien jetzt positionieren, erklärt er in dieser Folge. Weitere Themen: Zschäpe-Urteil vom BGH bestätigt, Drosten zu Auffrischungsimpfungen. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Franziska von Malsen **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und ntv._
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Folge vom 18.08.2021Sieg der Taliban: "Ein Push für Islamisten aus aller Welt"Wer sind die neuen afghanischen Machthaber? Wird Afghanistan wieder zum Anziehungspunkt für Terroristen? Einblicke in die neuen afghanischen Strukturen von Konfliktforscher Hans-Joachim Giessmann von der Berghof Foundation. Während Deutschland und andere Alliierte Hals über Kopf ihre Leute aus Afghanistan ausfliegen, kommen immer mehr hochrangige Mitglieder der Taliban ins Land. Einst wurden sie von Mullah Omar geführt. Jetzt gehört sein ältester Sohn Jakub zum neuen Führungs-Quartett. Viele Afghanen haben Angst vor den neuen Machthabern, andere haben Hoffnung. Schließlich sei, so meint Hans-Joachim Giessmann, die vom Westen implementierte Regierung “nicht starken Taliban gewichen, sondern sei einfach implodiert”. Giessmann hat bis Anfang der Woche in Doha die Friedensverhandlungen der Taliban mit der Ex-Regierung begleitet. Die neue Führungsmannschaft sei "durchaus gebildet und belesen". Unter den Verhandlern seien aber auch Leute gewesen, die durch ihre Jahre in Gefängnissen traumatisiert und misstrauisch geworden seien. Es gebe unter den Taliban zudem viele verschiedene Strömungen, die bislang durch den gemeinsamen Gegner geeint wurden: die jetzt geflohene Regierung. Bald werde sich jedoch zeigen, ob sich der alte oder neue Teil, der "gemäßigte" oder der radikale Flügel durchsetzen werde. "Auf jeden Fall aber gibt es einen großen Push für die islamischen Bewegungen in aller Welt, die die Taliban als ihre Vorbilder feiern." Weitere Nachrichten: Österreich wehrt afghanische Flüchtlinge bereits präventiv ab, US-Luftwaffe untersucht Chaos in Kabul. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Annika Schulz Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Guardian News.
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Folge vom 17.08.2021Ortskräfte: "So lange der Flughafen auf ist, gibt es Hoffnung"Afghanen, die für Deutsche gearbeitet haben, fürchten um ihr Leben. Marcus Grotian, der Vorsitzende des "Patenschaftsnetzwerks Afghanischer Ortskräfte", ist entsetzt. Laut offiziellen Angaben sollen es erst 1900 Ortskräfte aus Afghanistan nach Deutschland oder sichere Drittländer geschafft haben. Viel zu spät sei mit der Evakuierung begonnen worden, meint Marcus Grotian, der Vorsitzende des "Patenschaftsnetzwerks Afghanischer Ortskräfte". "Wir haben die Dringlichkeit schon vor drei bis vier Monaten angesprochen, aber unsere Vorschläge, Konzepte und Pläne sind vom Kanzleramt bis zu diversen Ministerien ignoriert worden." Es habe dafür nur ein "politischer Wille und ein wenig Geld" benötigt. Aber es habe immer nur Pläne für den Normalfall gegeben, den für einen Worst Case dagegen nicht. Bürokratie, Datenschutz und Ressortzuständigkeit sei hier vor Menschlichkeit und Menschenleben gegangen. Statt der etwa 2500 Personen, die gerettet werden müssen, geht Grotian von bis zu 8000 Ortskräften mit ihren Familienangehörigen sowie Dienstleistern und Subunternehmern aus. “So lange der Flughafen noch offen ist, gibt es noch Hoffnung.” Dass jetzt von PolitikerInnen eine “Flüchtlingswelle wie 2015 herbeigeredet” werde, sei ihm ein Graus. Nachrichten: Landrat von Ahrweiler gibt auf, GDL will Bahnstreiks ausweiten. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Marktahler Zusätzliches Audiomaterial über dpa.