NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
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Folge vom 10.08.2024Anna Geyer: Politische Frauenrechte 1919 bis 1924Anna Geyer, geboren 1893 in Frankfurt am Main, war eine sozialistische Politikerin und Journalistin. Ihr politischer Weg führte über die USPD, die Leipziger Stadtverordnetenversammlung und die Sächsische Volkskammer, die VKPD, dem Zusammenschluss des linken Flügels der USPD und der KPD, wieder die USPD, und schließlich bis zur Mitgliedschaft in der SPD im Herbst 1922. In der Sozialdemokratie war sie in frauenpolitischen Fragen aktiv. Dem entspricht, dass wir im Zeitungsorgan der SPD, dem Hamburger Echo vom 10. August 1924, ihr Resümee zur Lage der Frauenrechte 1919 bis 1924 finden, verfasst anlässlich des 5jährigen Jubiläums der Unterzeichnung der Weimarer Verfassung am 11. August 1919. Anna Geyer floh 1933 über die Tschechoslowakei, Frankreich und Portugal in die USA, wo sie 1973 verstarb. Es liest Rosa Leu.
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Folge vom 09.08.2024Haben wir Geschwister auf den Sternen?Die Frage, ob wir Erdlinge als Lebewesen ganz allein im All kreisen oder es irgendwo anders noch extraterrestrisches Leben gibt, beschäftigt das menschliche Denken wenn nicht seit seinen Anfängen, so doch zumindest seit denen des heliozentrischen Weltbildes. Vor einhundert Jahren waren die Überlegungen dazu nicht länger esoterische Spekulation, sondern zunehmend auch Gegenstand wissenschaftlicher Überlegungen. Vor dem Hintergrund einer bevorstehenden interessanten Konstellation von Erde und Mars fasste die Bergedorfer Zeitung am 9. August 1924 die Erkenntnisse, die man damals zu haben glaubte, für ihr Publikum zusammen – und formulierte dabei einige Gewissheiten, die heute bei Astrophysikerinnen und Astrophysikern wohl doch eher Schmunzeln auslösen würden. Für uns fliegt Rosa Leu ins All.
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Folge vom 08.08.2024Der Stand der Verhandlungen in LondonSeit dem 1. August sendet Auf den Tag genau nicht mehr Artikel aus Berliner, sondern aus Hamburger Tageszeitungen, aber gelegentlich lassen wir bei dieser Verabredung auch Fünfe gerade sein. So wenig nämlich Harburg (siehe der Text von gestern) und vollumfänglich auch Bergedorf (Spoiler: der Text von morgen) 1924 zu Hamburg gehörten, galt das auch für Wandsbek, dessen traditionsreiche Zeitung, der Wandsbeker Bote, sich damals im Untertitel nicht von ungefähr Stormannsche Nachrichten nannte. Der Leitartikel am 8. August 1924 blickte indes weit über holsteinische wie hanseatische Kreis- respektive Stadtgrenzen hinaus in die britische Hauptstadt London, wo seit dem 16. Juli mal wieder über die deutschen Reparationszahlungen an die Siegermächte gerungen wurde. Über den seinerzeitigen Stand der Verhandlungen auf dem Weg zu dem nach dem amerikanischen Vizepräsidenten benannten Dawes-Plan informiert uns Frank Riede.
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Folge vom 07.08.2024Das Wachstum des LuftverkehrsZu den wenigen Hamburger Tageszeitungen, die Drittes Reich und Zweiten Weltkrieg überlebten, zählten die Harburger Anzeigen und Nachrichten. Bis 2013 erschien dieses 1844 gegründete Blatt und war damit zum Schluss das älteste seiner Art in Hamburg. Für 1924 trifft die politische Zuordnung „in Hamburg“ natürlich noch nicht zu, denn Harburg gehörte damals bekanntlich zu Preußen, und so nimmt es denn auch kein Wunder, dass in unserem heutigen Bericht vom 7. August über das Wachstum des Luftverkehrs dreimal von Berlin und sogar fünfmal von London die Rede ist, der Name der Freien und Hansestadt vor den Toren Harburgs aber kein einziges Mal vorkommt. Den richtigen Riecher, was die Bedeutung des Flugzeugs als Verkehrsmittel der Zukunft angeht, hat der Artikel gleichwohl. Für uns in die Luft geht Rosa Leu.