NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 07.01.2023Die neue Sonnenmaschine - Strahlen statt KohleHeute geht es mal wieder um die Nutzung nicht fossiler Energieträger. Man könnte meinen, dass wir, sobald bei unserer Lektüre der Hauptstadtzeitungen ein Artikel dieser Thematik auftaucht, wegen der heutigen Brisanz sofort zuschlagen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind überrascht davon, wie oft festgestellt wurde, dass die Vorräte an Kohle und Erdöl auf der Erde irgendwann aufgebraucht sein würden. Es scheint einen Konsens gegeben zu haben darüber, dass es unabdingbar sei, die Energiereserven des Wassers, des Windes und der Sonnenstrahlen anzuzapfen. Am 7. Januar 1923 berichtet der deutsch-jüdische Astronom Adolf Marcuse in der Vossische Zeitung von einem neuen Patent für eine Sonnenenergiemaschine, auf die er durchaus Hoffnungen setzt zur Lösung künftiger Energiekrisen. Für uns fängt Frank Riede die Sonnenstrahlen ein.
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Folge vom 06.01.2023Das Krokodil und ichIn der letzten Zeit gewinnt im akademischen Diskurs die Anthrozoologie, auch bekannt als „human-nonhuman-animal studies“, zunehmend an Bedeutung. Die interdisziplinäre Forschungsrichtung untersucht die Beziehungen zwischen Mensch und Tier und bemüht sich dabei, auch den Tieren eine eigene von den Menschen unabhängige Perspektive zuzugestehen. Ob der Feuilletonist des Berliner Tageblatts Victor Auburtin in seinem Text vom 6. Januar 1923 über seine Begegnung mit einem Krokodil Anthrozoologie betreibt, wollen wir nicht beurteilen, eine Quelle für diese Forschungsrichtung ist es allemal. Paula Leu nimmt für uns den Kontakt zum Krokodil auf.
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Folge vom 05.01.2023Der Bruch - Ruhrbesetzung steht bevorEs hatte sich schon Monate lang abgezeichnet. Frankreich war gegen alle Widerstände und Zweifel anderer Alliierter fest entschlossen, in das noch unbesetzte Ruhrgebiet östlich des Rheins zwischen Düsseldorf, Dortmund, Lünen und Wesel militärisch einzumarschieren, um dort direkt die Reparationsleitungen an die Siegermächte in Form von Rohstoffen zu überwachen und zu steuern. Deutschland war bemüht, dies noch abzuwenden, und hatte auf die Schützenhilfe Englands und der USA gehofft. Das Berliner Tageblatt aber wusste in ihrer Ausgabe vom 5. Januar keine guten Nachrichten zu verkünden. Die diplomatischen Verhandlungen waren gescheitert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich französische und belgische Truppen in Bewegung setzen würden. Tatsächlich begann der Einmarsch am 11. Januar 1923. Ein Teil dieser Folge lief schon am 2. Januar als Quellen-Teaser im Podcast “Geschichte Europas” von Toby. Am 9. Januar erscheint dort seine Folge über die Ruhrbesetzung. Ein intensives Gespräch mit dem Historiker und Spezialisten für das Ruhrgebiet Stefan Goch. Hört rein! Doch nun überbringt hier Frank Riede die düsteren Aussichten für die Weimarer Republik.
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Folge vom 04.01.2023Wie kommt die Gebirgsluft in die Stadt?Großstädte neigen im Sommer bekanntlich dazu, sich in Wärmeperioden enorm aufzuheizen und leiden, je nach Bauweise, Industrialisierungs- und Motorisierungsgrad, überdies das ganze Jahr über an ungesunder Schadstoffkonzentration. Was läge da näher, als die Frischluft einfach aus Naherholungsgebieten in der Umgebung in großen Rohren in die Metropolen zu pumpen und dort für Abkühlung und Sauerstoffaustausch in einem zu sorgen? Was zunächst wie ein Gag klingt, wurde vor einhundert Jahren offensichtlich sehr ernsthaft erwogen. Nein, nicht in Berlin, sondern im noch größer denkenden New York; von dort fanden die anscheinend schon ziemlich ausgereiften ingenieurswissenschaftlichen Überlegungen dank der B.Z. am Mittag vom 4. Januar 1923 aber ihren Weg auch in die deutsche Hauptstadt. Paula Leu hat sie begleitet.