NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 13.06.2022Die Jahreszeit der BowlenSie ist nicht tot zu kriegen: Wenn die Temperaturen steigen, die Blusen luftiger und die verbeulten Leinenhosen aus dem Schrank gekramt werden, um sich zu einem Gartenfest ausführen zu lassen, schlägt auch die Stunde der unvermeidlichen Bowle, der unschlagbaren Mischung aus Fruchtzucker und Alkohol, dem direktesten und zuverlässigsten Weg zum dicken Kopp schon zur Mittagszeit. Dass die heute zumeist dominierende simple Fruchtbowle diesbezüglich nicht das Ende aller sommerlichen bacchantischen Phantasie sein muss, lehrt indes unser heutiger Artikel aus dem Berliner Tageblatt vom 13. Juni 1922. Neben einigen interessanten Informationen zur Kulturgeschichte der Bowle wartet er mit einer Reihe origineller zeitgenössischer Rezepte auf, die nachgerade danach schreien, nachgemixt und nachgetrunken zu werden. Und die wie nebenbei belegen, dass die Übergänge zwischen Bowle und Cocktail nicht nur flüssig, sondern auch fließend sind. Frank Riede hat für uns gekostet.
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Folge vom 12.06.2022Blutige Auseinandersetzungen in KönigsbergOstpreußen galt während der gesamten Weimarer Jahre als Bastion der Republikfeinde, als Hochburg der Deutschnationalen. Kein Wunder, dass deren Galionsfiguren wie der putschende Generallandschaftsdirektor Kapp oder auch ‘Kriegsheld‘ Hindenburg sich gerne hier in den ‘fernen Osten‘ des Reiches zurückzogen, um von hier aus für ihren Feldzug gegen die junge deutsche Demokratie zu mobilisieren. An einem Sonntag im Juni 1922 war es anlässlich entsprechender monarchistischer Feierlichkeiten in Königsberg zu linken Gegenkundgebungen gekommen – die von der staatlichen Ordnungsmacht blutig aufgelöst wurden. Die Freiheit attestierte der Republik daraufhin Selbstverachtung und veranschaulicht in ihrem wütenden Bericht vom 12. Juni, dass die Gräben zwischen Unabhängigen und Sozialdemokraten noch immer sehr tief waren. Es liest Paula Leu.
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Folge vom 11.06.2022Wissen über Bodenschätze1922, lange vor der digitalen Revolution, vor dem Wachstum des Dienstleistungssektors, hing das wirtschaftliche Wohlergehen Deutschlands, nach Meinung der Ökonomen, wesentlich von den verfügbaren Rohstoffen ab. Davon geht auch der Autor Dr. P. Stautz aus, der am 11. Juni für das Berliner Tageblatt über Deutschlands Bodenschätze schrieb, er verband diese Feststellung aber zugleich mit der Forderung, über die Bodenschätze an den Schulen und in den Museen aufzuklären. Museumspädagogik und Wissenschaftskommunikation waren gefordert. Frank Riede gräbt für uns den Artikel aus und vertont ihn.
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Folge vom 10.06.2022Berliner Porträts III - Käthe DorschDas Berlin der 1920er Jahre war nicht nur berühmt für die große Zahl seiner großen und kleinen Theater, sondern, damit einhergehend, auch für die vielen in der Stadt ansässigen prominenten Schauspielerinnen und Schauspieler. Zu den gefeierten Stars jener Zeit gehörte Käthe Dorsch, die, ursprünglich aus der Oberpfalz stammend, seit 1911 in Berlin wirkte – zunächst noch als Operettensoubrette, bald aber schon als gefeierte Charakterdarstellerin an den bedeutendsten Bühnen. Ebenso wie die Berliner Morgenpost und die Vossische Zeitung leistete sich auch das 8-Uhr-Abendblatt im Frühjahr 1922 eine Porträtserie berühmter Berliner Persönlichkeiten. In diesem Rahmen widmete sich am 10. Juni der renommierte Publizist Kurt Pinthus der Dorsch und versuchte ihre Faszination zu ergründen. Für uns folgt ihm dabei Paula Leu.