NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 25.08.2021Die Vernehmung des Massenmörders GroßmannAm 20. August hatten wir von der Suche nach dem Serienmörder berichtet, der seit Monaten die Stadt in Atem hielt. Nur einen Tag später, am 21. August 1921 wurde er, nach unzähligen Morden (vermutet werden über 100 Opfer), auf frischer Tat in seiner Wohnung am Schlesischen Bahnhof ertappt. Die Identität des Mörders war geklärt. Es handelte sich um den 1863 in Neuruppin geborenen Carl Großmann, einen Fleischerlehrling, der nach Abbruch der Lehre hausierend durch Süddeutschland gezogen und dabei mit zahlreichen Sexual- und Gewaltdelikten aufgefallen war. Er ließ sich 1913 in einer Wohnküche in Berlin nieder und lockte fortan Frauen in seine Wohnung, wohl oftmals eine Stelle aus Hauswirtschafterin in Aussicht stellend, um sie dann zu missbrauchen und zu töten. In den Tagen nach der Festnahme war dieses soeben skizzierte Bild des Täters noch nicht so klar, die Polizei sammelte Beweise und verhörte Großmann. Vom aktuellen Stand berichtete die Berliner Volks-Zeitung am 25. 8. Tatsächlich gab Großmann bei dem anschließenden Prozess nur 3 Morde zu und entzog sich der Verurteilung durch einen Selbstmord. Auch beim heutigen Bericht, den Paula Leu verliest, möchten wir vorab warnend auf die in ihm enthaltenen verstörenden Details dieser bestialischen Gewaltakte hinweisen.
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Folge vom 24.08.2021Jedermann bei FackelscheinMax Reinhardt galt und gilt noch immer als Theatermagier mit einem unvergleichlichen Sinn für Effekte. Wo er bei seinen Massenspektakeln in Berlin modernste Drehbühnen und Hubpodien bewegte, ging er bei den von ihm 1920 mitbegründeten Salzburger Festspielen einen entgegengesetzten Weg und bespielte bei seiner Inszenierung von Hofmannsthals Jedermann die barocke Stadt als Bühne . Bei der Wiederaufnahme ein Jahr später setzte Reinhardt atmosphärisch nun noch einen drauf und lud zum Abschluss des Festivals zu einer Abendvorstellung bei Fackelbeleuchtung. Mit dabei waren das am 24.August kurz berichtende Berliner Tageblatt – und für uns Frank Riede.
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Folge vom 23.08.2021Ein politisches FilmverbotNachdem wir am 27. Juli mit dem Vorwärts über ein nationalistisches Propaganda-Theaterstück “Die schwarze Schmach” in Zeven gehört hatten, berichten wir heute mit der Vossischen vom 23. August 1921 über die Filmoberprüfstelle, die für den mindestens ebenso rassistischen Film gleichen Namens tatsächlich ein Verbot ausgesprochen hat. Paula Leu kennt die Begründung.
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Folge vom 22.08.2021Der Internationale Esperanto-Kongreß in Prag1887 veröffentlichte der jüdische Augenarzt Ludwig Zamenhof die Grundlagen der Plansprache Esperanto. Dieses Projekt der friedvollen Völkerverbrüderung durch eine künstlich geschaffene und einfach für jedermann zu erlernende Sprache fand weltweit Anhänger, die sich vernetzten und das Esperanto propagierten. Am 22. August 1921 berichtet der Vorwärts über den 13. Internationalen Esperantokongress in Prag - ĝi legas Frank Riede.