NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 16.08.2020Oberschlesische Kohle für DeutschlandEines der umstrittensten Gebiete im Rahmen der politischen Neuordnung nach dem 1. Weltkrieg war Oberschlesien. Die verhältnismäßig kleine Region auf dem Gebiet des heutigen Polen war insbesondere durch ihre Kohleförderung von enormen wirtschaftlichem Wert. Im Versailler Vertrag war festgelegt worden, dass zumindest Teile des Grenzverlaufs durch Volksabstimmungen geregelt werden sollten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der enormen Belastungen durch Kriegsschäden und Reparationszahlungen betont der Vorwärts am 16.8.1920 die Bedeutung Oberschlesiens für eine wirtschaftliche Wiederaufrichtung Deutschlands und fordert die wahlberechtigten Deutschen auf, ihr Kreuz am Tag der Volksabstimmung an der richtigen Stelle auch wirklich zu machen. Es liest Paula Leu.
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Folge vom 15.08.2020Irische UnabhängigkeitsbestrebungenDas britische Kolonialreich war anno 1920 noch groß und mächtig – und es fing bereits unmittelbar vor der eigenen Haustür an. Seit Jahrhunderten stand Irland unter britischer Herrschaft, und bald ebenso lang begehrten weite Teile der katholischen irischen Bevölkerung gegen eben diese Herrschaft auf und kämpften zunehmend auch mit gewaltsamen Mitteln für eine Loslösung von England. Der seinerzeitige liberale britische Premierminister Lloyd George zeigte sich, als einziger Waliser der dieses Amt je bekleidete, den irischen Interessen gegenüber vergleichsweise entgegenkommend. Eine vollständige Unabhängigkeit der Insel vom Empire lehnte aber auch er ab. Zudem bestand auch schon damals das Problem der großen protestantischen Bevölkerungsgruppe in der nördlichen Provinz Ulster, an dem noch bis heute jede nachhaltige politische Lösung gescheitert ist. Die Berliner Börsen-Zeitung vom 15. August 1920 analysiert die damalige Lage, es liest Frank Riede.
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Folge vom 14.08.2020Farbkämpfe um Heine-Statue in HamburgWährend aktuell immer noch ein Kulturkampf zwischen Trumpisten und dem Rest Amerikas um die Statuen im öffentlichen Raum von etwa Südstaatengenerälen tobt, wenden wir uns einem Lagerkampf um eine Heine-Statue in Hamburg 1920 zu, in dem die Attacken allerdings vom rechten Lager kamen. Die Statue wurde im Auftrag von Elisabeth von Österreich, Sissi, 1873 für den Park ihres Schlosses auf Korfu, genannt Achilleion, angefertigt. Kaiser Wilhelm der II. ließ sie entfernen und sie gelangte in den Besitz des Verlegers Campe und stand in Hamburg, bevor sie, quasi auf der Flucht vor den Nazis, nach Toulon emigrierte, wo sie noch heute im Botanischen Garten steht. Im August 1920 wurde die Statue mehrfach verschandelt. Von dem Kampf zwischen den Nationalisten, die Heine als Vaterlandsverräter wegen seiner Werke und seiner jüdischen Herkunft betrachteten, und der Arbeiterjugend berichtet der Vorwärts am 14. August. Es liest Frank Riede.
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Folge vom 13.08.2020Ringkämpfe um die SperrstundeDas Ringen ist eine der ältesten Sportarten der Menschheit. Im Zusammenhang der Entwicklung Olympias zum telegenen Großereignis, wurden die Rundenzeiten auf medial gut handhabbare 2 Minuten beschränkt. Landet bis dahin kein Ringer auf den Schultern, entscheidet ein Punktrichtergremium über den Sieger. Vor hundert Jahren wurde in der Regel noch solange gerungen bis eine Entscheidung vorlag. Was das im Kontext der Polizeisperrstunde für die abendlichen Ringkämpfe bedeutete, davon berichtet die kleine Sportmeldung aus dem Vorwärts vom 13. August, die Paula Leu vorliest.