In ihrem neuen Buch «Metzina» erzählt Rebekka Salm die Lebensgeschichte einer mutigen Frau im 14. Jahrhundert, die der Hexerei angeklagt wird. Und Martin Suter schreibt mit «Ein und Alles» einen spannenden Krimi mit unerwarteten Wendungen.
Metzina Wächter soll 1384 in Solothurn als Wetterhexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Vorher erzählt sie ihr Leben als heilkundige Hebamme, von ihrem Wissen, das den Mächtigen unheimlich ist, und von der Willkür dieser Mächtigen, denen sie ausgeliefert ist. Am Ende dreht sich das Rad des Schicksals unerwartet weiter.
Rebekka Salm erzählt diese Lebensgeschichte in kurzen Sätzen und mit einer angenehm und adäquat der mittelalterlichen Welt angepassten Sprache, urteilt Markus Gasser. Sie zeigt uns eine frauenfeindliche, gewaltvolle Welt, in der sich so etwas wie Gerechtigkeit nur mit List erschleichen lässt.
Mila und Sascha sind unzertrennlich. Als Sascha eines Nachts nicht von der Arbeit zurückkehrt, weiss Mila sofort: Ihm muss etwas zugestossen sein. Doch seltsamerweise bleibt sie ruhig. Sie spürt, dass ihr «Ein und Alles» ganz in der Nähe ist. Eine rätselhafte Spurensuche beginnt, die dann aber um die halbe Welt bis in den Südpazifik führt.
Endlich wieder ein Krimi von Martin Suter, der überrascht und packt, findet SRF-Literaturredaktorin Annette König.
Buchangaben
Martin Suter. Ein und Alles. 304 Seiten. Diogenes, 2026.
Rebekka Salm. Metzina. Erzählung. 120 Seiten. Knapp, 2026.
Kultur & Gesellschaft
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Folge vom 20.10.2026Aktuelle Buchempfehlungen: Rebekka Salm und Martin Suter
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Folge vom 13.10.2026Aktuelle Buchempfehlungen: Bonnie Garmus und Urs ZürcherBonnie Garmus erzählt von einem jungen Mann, der sich gegen künstliche Intelligenz und für menschliche Kreativität einsetzt. Und der Schweizer Autor Urs Zürcher beleuchtet die rechtsextreme Szene und ihre Verstrickungen in die jüngere Schweizer Geschichte. Nach ihrem Welterfolg «Eine Frage der Chemie» erzählt die US-Amerikanerin Bonnie Garmus in ihrem zweiten Roman «Peck & Peck» von einem jungen Mann, der einen Job in einem renommierten Lyrikverlag ergattert. Obwohl er zunächst in der Kopierabteilung landet, nimmt er mutig den Kampf gegen künstliche Intelligenz auf und setzt sich für Kreativität und Originalität ein. Wie schon in ihrem Debüt zeigt Garmus, wie sich ein vermeintlich unscheinbarer Mensch gegen mächtige Strukturen behaupten kann. Eine politische Lektüre voller Herz und Humor, urteilt Literaturredaktorin Britta Spichiger. Im Juli 1989 sterben beim Brand eines Asylbewerberheims in Chur vier Menschen aus Sri Lanka. Die Täter werden nie ermittelt, doch Spuren führen in rechtsextreme Kreise. Hier setzt Urs Zürchers Roman «Verschwinden» an. Er erzählt die fiktiven Lebensgeschichten dreier möglicher Täter, die aus unterschiedlichen Milieus stammen, aber der Hass auf das Fremde verbindet. Dabei zeichnet Zürcher ein beklemmendes Bild davon, wie sich die rechtsextreme Szene in der Schweiz über Jahrzehnte zu einem weitverzweigten Netzwerk entwickelt hat. Eindrücklich und beängstigend real, urteilt Literaturredaktor Markus Gasser. Buchhinweise: Bonnie Garmus. Peck & Peck. Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. 544 Seiten. Piper, 2026. Urs Zürcher. Verschwinden. 315 Seiten. Bilger, 2026.
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Folge vom 06.10.2026Aktuelle Buchempfehlungen: Sven Regener und Sierra GreerSven Regener schickt zwei Brüder durch das verschneite Westberlin der 1980er-Jahre. Und die US-amerikanische Autorin Sierra Greer erzählt von einem weiblichen Roboter, der um seine Freiheit kämpft. Westberlin, 23. Dezember 1980: Die Brüder Frankie und Freddie Lehmann ziehen durch die verschneite Stadt auf der Suche nach einer verschwundenen Tasche. Unterwegs holen sie nach, was sie seit Jahren nicht mehr getan haben: Sie sprechen sich aus. In «Frankie und Freddie» erzählt Sven Regener vom Erwachsenwerden, von Entscheidungen, die man später vielleicht bereut, und vom Leben in einer Stadt, die von der Aussenwelt abgeschnitten ist und allmählich vor die Hunde geht. Diesen Fragen geht Regener in seiner gewohnt eloquenten und unterhaltsamen Art nach. In ihrem Debütroman «Annie Robot» erzählt die US-Amerikanerin Sierra Greer die Geschichte eines weiblichen Roboters namens Annie. Sie lebt in naher Zukunft und gehört dem Mittdreissiger Doug, der glaubt, an der Menschmaschine hemmungslos sein chauvinistisches Frauenbild ausleben zu können. Annie soll putzen, kochen und sich ihm jederzeit sexuell zur Verfügung stellen. Doch dann beginnt sie zu lernen – und damit beginnt ihr Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Der packende Roman biete «einen guten Mix aus Unterhaltung und Tiefgang» und sei thematisch «voll auf der Höhe der Zeit», urteilt Literaturredaktor Felix Münger. Buchhinweis: Sven Regener. Franke und Freddie. 288 Seiten. Galiani Berlin, 2026. Sierra Greer. Annie Robot. Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer. 351 Seiten. Liebeskind, 2026.
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Folge vom 15.09.2026Aktuelle Buchempfehlungen: Sonja Sophie Kreis, Julia von Lucadou«Zeiten erhöhter Gefahr» der deutschen Schriftstellerin Julia von Lucadou und der soeben für die Shortlist des Schweizer Buchpreises nominierte Roman «Das grosse Eis» von Sonja Sophia Kreis sind die aktuellen Buchtipps der SRF-Literaturredaktion. Anna besucht ihren Bruder in Grönland, der aber irgendwo im Landesinnern festsitzt. Beim Warten notiert sie Erinnerungen an ihre Familie. Im Zentrum von «Das grosse Eis» von Sonja Sophia Kreis steht Annas Mutter, die nach dem Krieg von der deutschen auf die Schweizer Bodenseeseite geheiratet hatte und dort unglücklich wurde. Über vier Generationen spannt sich die Erzählung und enthüllt das Bild einer Familie, in der über alles geschwiegen wird und alle einsam sind. Das grosse Eis in Grönland wird so zum Spiegel für die innerlichen Vergletscherungen, sagt Markus Gasser, der das Buch im Gespräch vorstellt. «Zeiten erhöhter Gefahr» von Julia von Lucadou erzählt von einem Mittfünfziger, der von obsessivem Sicherheitsdenken getrieben ist. Er unterhält im Keller seines Hauses einen atombombensicheren Bunker, arbeitet in einer Firma für Festungsanlagen und beschäftigt sich auch in der Freizeit mit Sicherheitsfragen. Als der Mann im Wald eine Leiche entdeckt, gerät seine Welt aus den Fugen. Literarisch geschockt verbindet das Buch das stark verbreitete Gefühl der Verunsicherung aufgrund der globalen Lage mit inneren Konflikten eines Einzelnen - und biete dadurch eine überaus fesselnde Lektüre, sagt Felix Münger. Buchhinweise: Sonja Sophie Kreis. Das grosse Eis. 255 Seiten. Rowohlt Berlin, 2026. Julia von Lucdou. Zeiten erhöhter Gefahr. 221 Seiten. Hanser Berlin, 2026.