Wie kaum ein anderer Komponist prägte Gerd Natschinski in den 1960er- und 70er-Jahren die Unterhaltungsmusik in der DDR. Er schrieb Hits wie "Damals" und "Die Rose war rot", das Erfolgsmusical "Mein Freund Bunbury" und die Filmmusik für "Heißer Sommer". Was Gerd Natschinski für die Musikbühne komponierte, wurde zum Evergreen. Sein Musical "Mein Freund Bunbury" nach Oscar Wilde ist mit mehr als 6.000 Aufführungen und Übersetzungen in zehn Sprachen eines der bisher meistgespielten deutschen Musicals. Natschinski verhalf der DEFA zu zugkräftigen Revue- und Musikfilmen, wie "Meine Frau macht Musik" (1959) und "Heißer Sommer" (1968). Nicht die Handlung machte "Heißer Sommer" zum Erfolg, sondern die Hits, die Gerd Natschinski mit seinem Sohn Thomas für die Schlagerstars Chris Doerk und Frank Schöbel schrieb.Weniger bekannt ist, dass Natschinskis Lieder "Die Heimat hat sich schön gemacht" und "Blaue Wimpel im Sommerwind" ursprünglich als Filmmusiken für Dokumentarfilme entstanden und erst später als Pionierlieder in das Repertoire vieler Schulchöre eingingen. In seinem unglaublich arbeitsamen Leben schrieb er über 400 Lieder, komponierte etwa 70 Filmmusiken und 13 Musiktheaterstücke. In dieser Sendung zeichnet Autor Thomas Klug das Porträt eines Ausnahmekünstlers und folgt wichtigen Stationen im Leben Gerd Natschinskis. Ein kurzes Resümee hat der Erfolgskomponist in seinem letzten Interview noch selbst geliefert.Feature von Thomas KlugSprecher: Ilja Richter, Christian SteyerProduktion: MDR 2016Verfügbar bis 31. Juli 2026
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74 Folgen
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Folge vom 02.08.2025Der Musical-König des Ostens – Gerd Natschinski
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Folge vom 28.07.2025Überleben auf HiddenseeDie "Schiffbrüchigen" von Hiddensee – man kennt sie aus Lutz Seilers Roman "Kruso". "Esskaas" nennt er sie, abgekürzt für Saisonkräfte. Jene vom DDR-Dasein auf die Insel Ge- und Vertriebenen, die in den 80er-Jahren, Bier und Eis verkaufend, kochend, kellnernd, spülend, Rimbaud lesend, dem Elend des eingeschlossenen Festlandes entrinnen wollten.Alexa Hennings reist, "Kruso" im Gepäck, 30 Jahre später auf die Insel und trifft die alten "Esskaas": So wie der Kruso im Buch hat Hilfskellner Gurke Nachtquartiere besorgt und wie jener eine Art "ewige Suppe" am Kochen gehalten. Für Leute, die eigentlich gar nicht auf der Insel sein durften. Gurke, einst froh, dass es nur zwei Polizisten auf Hiddensee gab, kontrolliert jetzt Kurkarten. Torsten, der vom Inselblau berauschte Maler, kann sich noch immer kein Haus auf Hiddensee leisten, er hat sich zu einer Gartenhütte hochgearbeitet. Und Marion, die Germanistin, putzt wie früher schon, aber macht nun auch Führungen "Hiddensee und die DDR".Feature von Alexa HenningsProduktion: NDR 2016Verfügbar bis 28. Juli 2026
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Folge vom 26.07.2025"Jede Saat trägt ihre Früchte" – Aus der Serie "Stolpertexte""Die schönsten Jahre" ihres Lebens verbrachte Jenny Bohrer in Gailingen, einem kleinen Dorf an der deutsch-schweizerischen Grenze. Gemeinsam mit ihrem Mann Mordechai Bohrer, dem letzten Rabbiner von Gailingen und ihren sieben Kindern. Bis zum Jahr 1938. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wird ihr Mann zusammen mit allen jüdischen Männern aus Gailingen in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Jenny kämpft wochenlang um seine Freilassung – und hat sogar Erfolg. Doch bevor Mordechai das KZ verlassen darf, bricht er, geschwächt von den unerträglichen Bedingungen im Lager, zusammen und stirbt am Tag seiner bevorstehenden Entlassung. Jenny Bohrer und ihre Kinder verlassen ihr Heimatdorf Gailingen für immer und ziehen nach Palästina, um der antisemitischen Gewalt zu entkommen. In dieser Episode der "Stolpertexte" besucht die junge Autorin Amalie Mbianda Njiki die Heimat von Jenny Bohrer, das dortige jüdische Museum und entdeckt den einzigen Gailinger Stolperstein. Und sie lässt Raum für die Frage, wie Erinnerung lebendig bleiben kann. Die Geschichte von Jenny Bohrer ist dabei nur eine von tausenden, die im Archiv des Leo Baeck Instituts (LBI) zu finden sind. Für das Literaturprojekt "Stolpertexte" wurde das Archiv für Autorinnen und Autoren geöffnet. Auf Grundlage von Tagebüchern, überlieferten Erinnerungen und zeitgeschichtlichen Dokumenten entstanden auf diese Weise bereits über 30 literarische Texte, die – ähnlich wie die Stolpersteine in den Straßen Europas – an das Leben und die Träume von Menschen wie Jenny Bohrer erinnern. Folge 2: Jede Saat trägt ihre Früchte | Von Amalie Mbianda Njiki | Mit den Stimmen von Hedi Kriegeskotte, Anne Müller und Max Urlacher | Host: Tanya Raab | Regie: Jean-Claude Kuner | Redaktion: Steffen Moratz, Anne Wihan | Musik: Janko Hanushevsky | Produktion: MDR 2024
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Folge vom 19.07.2025Zwischen Ausbeutung und großer Freiheit: Fernfahrer in DeutschlandDer Motor brummt, der Asphalt flimmert - für viele klingt das nach Abenteuer. Für Fernfahrer in Deutschland ist es oft der Alltag. Doch was romantisch beginnt, ist eng verbunden mit harten Arbeitsbedingungen, schlechter Bezahlung und mit überlangen Schichten, prekäre Unterkünfte. Dabei sind die Fernfahrer das Rückrat des internationalen Warenverkehrs.Ralf Geißler beleuchtet ein Leben auf Achse - irgendwo zwischen grenzenloser Freiheit und harter Ausbeutung.Zwischen Ausbeutung und großer Freiheit: Fernfahrer in DeutschlandReportage von Ralf GeißlerSprecher, Ton und Regie: Der AutorProduktion: MDR AKTUELL 2024