Eine jesidische Familie zwischen Hoffnung und Abschiebung
Im Sommer 2014 überfällt der sogenannte Islamische Staat den Nordirak. Tausende Jesidinnen und Jesiden werden ermordet, entführt und versklavt. Familie Qasim überlebt den Völkermord nur knapp. Jahre später findet sie Schutz in Deutschland – wo der Bundestag den Jesiden öffentlich Sicherheit zugesagt hatte. Doch plötzlich droht der sechsköpfigen Familie die Abschiebung. Behörden und Gerichte stufen die Qasims als Wirtschaftsflüchtlinge ein – mit der Begründung, sie hätten nach 2014 noch mehrere Jahre im Irak gelebt und seien deshalb nicht akut gefährdet gewesen.
Die Familie hält dagegen: Eine frühere Flucht sei mit kleinen Kindern nicht zumutbar gewesen. Während in Deutschland die rechtlichen Verfahren laufen, reisen die Autorinnen in den Nordirak. Sie besuchen das während des Kriegs zerstörte Haus der Familie Qasim, sprechen mit Angehörigen und fragen: Wie sicher ist die Region heute wirklich für Jesidinnen und Jesiden? Was ist aus den Tätern des Völkermords geworden? Und welche Perspektiven haben Rückkehrerinnen und Rückkehrer?
Am 22. Juli 2025 eskaliert der Fall: Mitten in der Nacht wird Familie Qasim aus ihrer Unterkunft in Brandenburg geholt und in den Irak abgeschoben – obwohl ein Urteil noch unmittelbar bevorsteht.
Johanna Sagmeister und Maria C. Wölfle begleiten die dramatischen Stunden zwischen Eilanträgen, widersprüchlichen Behördenaussagen und politischen Versprechen. Erst durch die Berichterstattung der Autorinnen für den rbb wird der Fall bundesweit bekannt. Medien, Politik und Öffentlichkeit reagieren, der brandenburgische Innenminister schaltet sich ein und kündigt an, die Familie zurückholen zu wollen. Am Ende entscheiden elf Minuten über das Schicksal der Familie.
Autorinnen: Maria Caroline Wölfle & Johanna Sagmeister
Regie: Giuseppe Maio
Redaktion: Gabriela Hermer
Produktion: rbb 2026
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Spannende Geschichten von hier & aus aller Welt – vielschichtig & klangvoll erzählt – jedes Mal eine neue & unerwartete Entdeckung
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50 Folgen
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Folge vom 03.04.2026Was vom Schutzversprechen bleibt
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