Verstehen wir uns noch? Teilen wir dieselben Ansichten? Die ZEIT bringt
mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen
– in diesem Jahr am 30. August.
Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine
davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass
diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah
Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die
Arbeit.
Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele
in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch
Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt
auch die Diskussion in diesem Podcast.
Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden
geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden
Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen.
»An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und
müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit
bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig,
weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den
Staat und das Sozialsystem.
Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja
Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden,
sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die
Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland.
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Talk
Frisch an die Arbeit Folgen
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
Folgen von Frisch an die Arbeit
232 Folgen
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Folge vom 25.08.2026Die Deutschen arbeiten genug – oder?
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Folge vom 11.08.2026Was braucht es, einen Konzertflügel zu stimmen, Arvid Michel?»Ich muss das Klavier in einem Bereich hören können, den die meisten gar nicht wahrnehmen«, sagt Arvid Michel im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Nur so könne er die 88 Töne eines Klaviers so aufeinander abstimmen, dass sie nicht nur für sich, sondern auch gemeinsam richtig klingen. Bei der »Dreigroschenoper« erkenne er zum Beispiel ein bestimmtes Muster, sagt Michel. Nach dem Stück seien die Töne immer auf eine spezielle Art verstimmt. Michel arbeitet als freiberuflicher Klavierstimmer an Theatern sowie für Rundfunkorchester und Chöre. Anders als die Instrumente in Privathaushalten werden die Konzertflügel teilweise mehrmals im Monat, manchmal sogar mehrmals am Tag gestimmt. Bei Proben und Aufführungen werden die Saiten stark beansprucht, außerdem werden die Instrumente ständig zwischen Bühne, Orchestergraben und Proberäumen bewegt. »Dadurch entsteht so viel Verstimmung im Instrument, die dann hörbar ist«, sagt Michel. Seine Liebe zum Klavier begann in der Kindheit bei seiner Großmutter. »Ich habe das Instrument gesehen und war sofort verliebt«, sagt er. Erst mit 16 Jahren nahm er Unterricht und wollte Pianist werden. Während des Studiums spielte er als Barpianist und verdiente sich einen eigenen, nicht mehr ganz neuen Flügel – einen, der ständig gestimmt werden musste. Weil er sich das nicht leisten konnte, bat er einen befreundeten Klavierbauer, ihm alles beizubringen. Später half er in der Werkstatt des Klavierbauers mit und begann eine Ausbildung. Einer der besonderen Momente seiner Karriere war für Michel ein Auftrag des Berliner Ensemble: Das Theater wollte einen neuen Steinway-Flügel anschaffen, der den Ansprüchen des Pianisten Igor Levit genügen sollte. Michel durfte nach Hamburg fahren und aus fünf Instrumenten eines auswählen. »Er hat gespielt, ich habe gelauscht«, sagt Michel. Im Podcast erzählt er außerdem, warum Klimaanlagen Klaviere verstimmen und weshalb ihn die Kritik einer Professorin dazu brachte, seine Arbeitsweise grundlegend zu verändern. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 28.07.2026Wie hart ist die Ballettausbildung wirklich, Sarah Weber?Ein typisches Ballettmädchen sei sie nie gewesen, sagt Tänzerin Sarah Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«. »Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.« Trotzdem schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an der Deutschen Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich dann schon auf der großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt Weber – und das begeisterte sie dann schon. Als Teenager, so mit 16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin werden wolle. »Ich liebe einfach die klassische Musik und den athletischen Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter anderem an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich strenger zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern, sei höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum gestört, »ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und ein gewisser Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig. Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo während der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht weit vom zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die Aufstände gegen das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock habe ich Schüsse gehört, ich wusste erst gar nicht, dass es welche waren. Die Ballettdirektorin rief noch an, dass trotzdem alle zu den Proben kommen sollen, aber niemand von uns ist mehr hingegangen.« Danach habe sie sich in Deutschland ein neues Engagement suchen müssen. »Da gibt es nicht so einen Transfermarkt wie beim Fußball. Wir müssen allein trainieren und allein zum Vortanzen gehen und auf einen Job hoffen«, sagt sie. Nur die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze und werden Solistinnen oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand aus Deutschland dabei«. Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an, dass man den Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der Körper wird vom Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb bin ich immer mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job als Tänzerin studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als Fremdsprache und machte eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute leitet sie eine Ballettschule für etwa 100 Kinder und Jugendliche im Berliner Südosten und gibt dort auch Kurse. Im Podcast erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie sich die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung bräuchte. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 14.07.2026Warum haben Sie Ihre Karriere für den Campingplatz Ihrer Eltern aufgegeben, Nadine Siemer?»Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz«, sagt Nadine Siemer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Jeder Gast bringe seine eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der Kyritzer Seenkette. Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus. Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. »Camping ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann«, sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst. Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. »Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung, sondern eine aus dem Bauch heraus«, sagt sie. Nachdem sie über Jahre als Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein. Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss. Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: »Schlechtes Wetter ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir im Wasser.‹« Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man 700 Gästen am Tag einen schönen Urlaub ermöglicht. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.