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Frisch an die Arbeit

Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

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Folgen von Frisch an die Arbeit

226 Folgen
  • Folge vom 02.06.2026
    Wie unanständig ist privater Reichtum, Sebastian Klein und Antje von Dewitz?
    »Die Ursache von fast allen größeren gesellschaftlichen Problemen liegt darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen.« Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.« Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht profitorientiert sind. Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente Lieferketten. Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition. Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die aktuelle Podcastfolge von »Frisch an die Arbeit« wurde live bei der Führungskräftemesse Future Leader Summit im Congress Center Hamburg (CCH) aufgezeichnet. Rund eine Stunde sprach Host Elise Landschek auf dem Podium mit ihren Gästen Antje von Dewitz und Sebastian Klein zum Thema »Führen mit Verantwortung: Perspektiven auf Macht, Geld und Gesellschaft«. Dieser Podcast ist die gekürzte Fassung der Veranstaltung. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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  • Folge vom 19.05.2026
    Warum machen Berge glücklich, Anna Kuisle?
    »Wenn ich morgens aufwache und den Berg sehe, sind diese 30 Sekunden alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren jeden Sommer als Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier Alpen und versorgt dort mit ihrem Team bis zu 70 Gäste. Die Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und befindet sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und dem Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher macht die Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen. Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team rekrutieren, zusammenstellen und Dienstpläne schreiben, Lebensmittelbestellungen planen und Helikopterflüge organisieren. »Über die Saison müssen ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln bewegt werden. Mit dem Helikopter kann man pro Flug rund 700 Kilo hochbringen«, erzählt sie. Kuisle ist eigentlich studierte Bauingenieurin und arbeitet im Winter auch als Verkehrsplanerin im österreichischen Innsbruck. Nach einigen Jahren im Büro aber fragte sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es vielleicht noch was anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer Berghütte zu arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt sie. Zu Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der Gäste zu Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als junge deutsche Frau habe sie sich ihren Platz unter den Einheimischen und in den Alpen erarbeiten müssen. »Da wird man schon erst mal schief angeschaut«, erzählt sie. Gerade im hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird schon anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen werden jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder vegan«, sagt Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab. Die Arbeit auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber auch erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so richtig, dass das einfach mein Platz ist.« Im Podcast erzählt Anna Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der Hütte besser wird, wenn der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie selbst einmal einen »Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter regelmäßig zu ihrer Hütte wandert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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  • Folge vom 05.05.2026
    Wie resilient muss eine Kinderärztin sein, Victoria Lieftüchter?
    »Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur, weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im Einsatz. Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten. Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen, die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen.  Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«, sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen stellen.  Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit. »Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind verbringen«, sagt Lieftüchter.  Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen Bundesländern ist das bislang nicht so. Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie junge Kollegen für den Job begeistert.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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  • Folge vom 21.04.2026
    Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?
    »Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt Stephanie Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist stellvertretende Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und verantwortet unter anderem eine Therapieabteilung für Sexualstraftäter. Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und Rechtsphilosophie in Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie zum Leitungsteam der JVA München. In ihrer Einrichtung sind vor allem Menschen in Untersuchungshaft untergebracht. Anders als in einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich, Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt Pfalzer. Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit einem milderen Urteil davonzukommen. Wenn neue Inhaftierte ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen. »Manchmal ist das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand kümmern muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn ein Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden erklären will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er arbeite auf einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach Hause kommen«, sagt Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer Mitarbeiter das bestätigt. »Aber an Lügen beteiligen wir uns natürlich nicht«, sagt Pfalzer. Der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys sind nicht zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss. Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe nur bis zu einem bestimmten Wert. »Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich nur Regeln umsetze – ich kann auch viel von meinen Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit den Jahren habe sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden Menschen außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände seien oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede Tat eine eigene Entscheidung bleibe. Im Podcast erzählt Stephanie Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche Gefangene auch eine Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind und wie Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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