Schuberts "Lindenbaum" ist spätestens mit Friedrich Silchers sinnentstellender Bearbeitung für Männerchor von 1846 im Volksliedgut angekommen. Aber natürlich hat das Lied weit mehr als eine Volksliedmelodie zu bieten - schließlich steht es nicht allein, sondern gehört in den Zyklus "Die Winterreise" -, so dass Paul Bartholomäi dem fünfminütigen Stück eine Sendung von fast anderthalb Stunden widmet.
Vom "Lindenbaum" aus kann man so manches Charakteristikum der Schubertschen Musiklandschaft gut erkennen, und so beleuchtet Paul Bartholomäi auch Werke, die Schubert in zeitlicher Nachbarschaft zur "Winterreise" um 1827 geschrieben hat, wirft einen Blick auf den ebenso berühmten Liederzyklus "Die schöne Müllerin" und zeichnet auch ein Bild der Person Franz Schubert.
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Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.
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Folge vom 14.04.2026Notenschlüssel - Schubert: Am Brunnen vor dem Tore
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Folge vom 09.04.2026Notenschlüssel - Schumann: 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 "Rheinische"Der Traum von einer deutschen Republik war nach der erfolglosen Revolution 1848/49 erst einmal ausgeträumt. In der Realität. Aber in der Kunst? Robert Schumann schrieb 1850 eine Sinfonie, die vor Energie und Optimismus nur so strotzt. Vielleicht wollte er mit seiner "Rheinischen" ein Zeichen setzen in der "Sumpfluft der 1850er Jahre", wie Friedrich Nietzsche rückblickend die nachrevolutionäre Restaurationszeit charakterisierte... Paul Bartholomäi benennt Argumente, die für diese Deutung der womöglich beliebtesten Sinfonie Schumanns sprechen: die Wahl der Themen, Anklänge an die Marseillaise, die Instrumentierung… Er versucht auch zu erklären, warum die Sinfonie - wie vielfach Orchestermusik von Schumann - heute zuweilen ziemlich massig und dick wirkt.
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Folge vom 30.03.2026Notenschlüssel - Bach: Das musikalische OpferWer war da jetzt "der Große"? 1747 bekam Preußenkönig und Flötenspieler Friedrich der Große den lang ersehnten Besuch von Johann Sebastian Bach - eine kleine Sensation: Den gebildeten Zeitgenossen war dieser Besuch ein mehrfach nachgedruckter Zeitungsartikel wert. Wieder zu Hause angekommen, setzte sich "Bach der Große" hin und verfasste sein "Musikalisches Opfer" zur Verherrlichung des Monarchen und dessen "königlichen Themas" ... aber vielleicht auch zur Verherrlichung der eigenen kontrapunktischen Künste. Künste? Paul Bartholomäi wagt die Frage, ob all die kontrapunktischen Spielereien, die Bach hier präsentiert, eigentlich Kunst oder eher artistische Spielerei sind (die obendrein so gar nicht den Geschmack des großen Friedrich trafen, der den moderneren, "galanten" Stil bevorzugte). Stoff genug jedenfalls für den "Notenschlüssel", für die Erklärung einiger kontrapunktischen Raffinessen, für die Beleuchtung der "Triosonate" und für die Frage, ob das eigentlich ein "Werk" ist oder doch eher eine Art "Lose-Blatt-Sammlung".
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Folge vom 26.03.2026Notenschlüssel - Bach: Das musikalische OpferWer war da jetzt "der Große"? 1747 bekam Preußenkönig und Flötenspieler Friedrich der Große den lang ersehnten Besuch von Johann Sebastian Bach - eine kleine Sensation: Den gebildeten Zeitgenossen war dieser Besuch ein mehrfach nachgedruckter Zeitungsartikel wert. Wieder zu Hause angekommen, setzte sich "Bach der Große" hin und verfasste sein "Musikalisches Opfer" zur Verherrlichung des Monarchen und dessen "königlichen Themas" ... aber vielleicht auch zur Verherrlichung der eigenen kontrapunktischen Künste. Künste? Paul Bartholomäi wagt die Frage, ob all die kontrapunktischen Spielereien, die Bach hier präsentiert, eigentlich Kunst oder eher artistische Spielerei sind (die obendrein so gar nicht den Geschmack des großen Friedrich trafen, der den moderneren, "galanten" Stil bevorzugte). Stoff genug jedenfalls für den "Notenschlüssel", für die Erklärung einiger kontrapunktischen Raffinessen, für die Beleuchtung der "Triosonate" und für die Frage, ob das eigentlich ein "Werk" ist oder doch eher eine Art "Lose-Blatt-Sammlung".