Paul Bartholomäi möchte im "Notenschlüssel" Standardwerke der klassischen Musik beleuchten und erklären, warum sie zu "Standardwerken" geworden sind.
Die Haydn-Variationen von Johannes Brahms haben da schon auf der praktischen Seite einiges zu bieten: nicht allzu lang, nicht allzu schwer, nicht außergewöhnlich besetzt: ein eingängiges und beliebtes "Einspielstück" für Sinfoniekonzerte.
Natürlich hat dieses bereits letzte eigenständige Variationswerk von Brahms mehr zu bieten als seine Praktikabilität. Paul Bartholomäi zeigt auf, wie Brahms das Stück über den Chorale St. Antoni (der zwar in einem Werk von Haydn vorkommt, aber nicht von ihm stammt) konzipiert hat, vergleicht es mit anderen Variationswerken von Brahms und lässt auch verschiedene Interpretationen anklingen.
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Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.
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83 Folgen
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Folge vom 09.06.2026Notenschlüssel - Brahms: Haydn-Variationen
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Folge vom 09.06.2026Notenschlüssel - Bachs Orgeltoccata d-MollBachs wie ein Sturm von der Orgelempore auf den kleinen Hörer herniederbrausende Orgeltoccata, die heute wohl jeder irgendwo mal gehört hat, soll Gegenstand des “Notenschlüssels“ sein? Welche Rätsel gibt sie denn noch auf? Wahrscheinlich gehört das weltberühmte Orgelstück zu den rätselhaftesten Werken Johann Sebastian Bachs - oder vielleicht auch nicht: Schon die Autorschaft von Bach ist in Fachkreisen äußerst umstritten, schließlich ist die Komposition nur in einer Abschrift eines Enkelschülers überliefert. Was hat dieser gewaltige “Reißer“, dieser Wachmacher, diese musikalische Standarte mit Geigenmusik zu tun? Und wann könnte Bach - also wenn er es denn tat - das Stück geschrieben haben? Und wofür? Für seine erste wichtige Position in Arnstadt? Warum wurde der 18 Jahre “junge Wilde“ dort als Orgelbauexperte und Orgelstar gehandelt? Und warum schätzte Bach selbst das Stück - so scheint es - in späteren Jahren nicht mehr? Ist das jetzt typisch barocke Musik? Zu all diesen Fragen schweigt die äußerst lückenhafte Überlieferung - Paul Bartholomäi versucht trotzdem, Antworten zu geben: eine ganze Sendung im Konjunktiv.
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Folge vom 09.06.2026Notenschlüssel - Zimmermann: Les soupers du Roi UbuMusik, die mit Musik spielt - das kommt in der zeitgenössischen Musik immer wieder vor, also wenn man den Begriff “zeitgenössische Musik“ großherzig auslegt. Die “Musique pour les soupers du Roi Ubu“, das “schwarze Ballett“ von 1968 ist nun auch schon mehr als ein halbes Jahrhundert alt. 1968 - da denkt man unwillkürlich auch an Politik und an Musik mit politischen Botschaften. Die hatte auch Bernd Alois Zimmermann im Sinn mit seinem kolossalen Ulk über den "Roi Ubu", eine Erfindung von Alfred Jarry, die 1896 in Paris einen veritablen Theaterskandal auslöste, Surrealisten und Dadaisten dafür aber umso mehr erfreute. Was der zwei Jahre nach Entstehung seiner “Musik für das Bankett von König Ubu“ freiwillig aus dem Leben gegangene Zimmermann als Visitenkarte für seine Aufnahme in die Berliner Akademie der Künste komponierte, bietet in seiner Buntheit - mit viel Raum für einen Kabarettisten -, seiner grellen Collagentechnik - aus älterer und zeitgenössischer Musik - und seiner äußerst bläserlastigen Orchesterbesetzung viel Stoff für einen “Notenschlüssel“ über dieses “warnende Sinngedicht - makaber und komisch zugleich“, so Zimmermann selbst.
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Folge vom 09.06.2026Notenschlüssel - Beethoven: SeptettBeethoven, der Schlagerkomponist? Das vielleicht nicht ganz, aber ungefähr die Hälfte von Beethovens Kompositionen ist dem Unterhaltungsgenre zuzurechnen, man vergisst das leicht. Ein "zutraulicher" Beethoven also, ohne die bedrohliche Löwenpranke, ohne das Rütteln an der Welt oder am Schicksal, ist sein Septett von 1799. Wie strukturiert Beethoven diese Musik für sieben Instrumente? Warum schreibt er überhaupt in einer Zeit, in der er vornehmlich Klaviermusik komponiert, solche Divertimento-Klänge? Und warum widmet er die Partitur der Kaiserin, drängt aber den Verlag, die Noten schnell zu veröffentlichen, "weil der Pöbel drauf harrt"? Dieses scheinbar so "zutrauliche" Werk birgt für Paul Bartholomäi einige Fragen zum Entschlüsseln...