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Wissenschaft & Technik

Kemferts Klima-Podcast

Hitze, Dürren und schwere Unwetter. Die Klimakrise hat viele Gesichter und macht vielen von Euch Angst. Deshalb ist eine sachliche und verlässliche Einordnung wichtig. Die bekommt Ihr alle zwei Wochen in “Kemferts Klima-Podcast”. Was bedeuten die neuesten Klima-Studien? Sind die Klimaschutz-Maßnahmen der Regierung wirklich sinnvoll? Und woher bekommen wir in Zukunft günstige und emissionsfreie Energie? Klimaökonomin Prof. Claudia Kemfert gibt Antworten und zeigt Euch, wie Ihr nachhaltiger und klimafreundlicher leben könnt.

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Folgen von Kemferts Klima-Podcast

90 Folgen
  • Folge vom 20.09.2023
    Wie trocken wird Deutschland?
    In diesem Sommer fiel so mancher Urlaub in Deutschland buchstäblich ins Wasser. Es hat viel geregnet. Im Juli fielen 25 Prozent mehr Regen als im langjährigen Mittel. Die Dürre sei vorbei, schrieben gleich mehrere Medien. Claudia Kemfert sieht für Entwarnung hingegen keinen Grund. Die Klimaökonomin ist überzeugt: Deutschland trocknet weiter aus. Es gebe immer noch ein Defizit im Boden. Um das auszugleichen, müsste es anderthalb Jahre durchregnen. Kemfert verweist darauf, dass Deutschland zu den Regionen mit den höchsten Wasserverlusten weltweit gehört. In den letzten 20 Jahren habe das Land Wasser im Umfang des Bodensees verloren. Der Grundwasserspiegel sinke noch weiter. Die Folgen für Land- und Forstwirtschaft sowie Industrie, aber auch für die Menschen in den Städten seien enorm. Wasser sparen müsse das Gebot der Stunde sein. Doch in Deutschland sei Trinkwasser noch vergleichsweise billig. Kemfert würde der Industrie einen höheren Preis fürs Wasser berechnen. Die Klimaökonomin erklärt auch, was die Trockenheit bei uns mit den Überschwemmungen zum Beispiel in Libyen zu tun hat. Zum Abschluss beantwortet Claudia Kemfert natürlich auch wieder Hörerfragen. Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008. Podcastempfehlung: Vegan vs. Fleisch: Warum polarisiert die Debatte ums Essen so?
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  • Folge vom 26.07.2023
    Wissenschaft bittet Öl-Firmen zur Kasse
    In dieser Folge sprechen Marcus Schödel und Klimaökonomin Claudia Kemfert zunächst über die katastrophalen Bilder, die uns derzeit aus Griechenland und anderen Ländern erreichen. Es geht um die Wald- und Buschbrände, unter anderem auf der Insel Rhodos. Kemfert äußert sich bestürzt. Solche Ereignisse seien für sie immer auch Symbole des Klimawandels. Dieser sei für die extreme Hitze im Mittelmeerraum verantwortlich, das zeigten wissenschaftliche Erkenntnisse. Im Schwerpunkt dieser Episode geht es um eine Studie, die von Fachjournalisten als bahnbrechend bezeichnet wird: Zum ersten Mal haben Wissenschaftler den Öl-, Gas- und Kohleunternehmen quasi eine Rechnung für ihre Klimasünden gestellt. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Zeitschrift OneEarth. Die Autorinnen und Autoren finden, für die Konzerne sei es an der Zeit, die Zeche zu zahlen für die Schäden, die sie angerichtet hätten. Und sie kommen auf heftige Zahlen. Die weltweit führenden fossilen Unternehmen müssten demnach jährlich 209 Milliarden Euro an jährlichen Kompensationen zahlen. Dahinter stehe die Erkenntnis, dass die Unternehmen die Umwelt verschmutzt hätten und über die Folgen auch lange gelogen hätten. Das Geld könne vor allem in jenen Regionen der Welt eingesetzt werden, die am meisten unter dem Klimawandel litten. Kemfert sieht in der Arbeit ein moralisches Plädoyer, das eine Debatte anschieben soll. Trotz methodischer Mängel bei der Arbeit sei der Ansatz richtig. Es sei an der Zeit, die Unternehmen zur Kasse zu bitten. Sie trügen eine große Verantwortung an der Klimakrise. Außerdem bewerten wir die neue deutsche Wasserstoffstrategie, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Kemfert kritisiert, dass dabei nicht nur auf umweltfreundlichen grünen Wasserstoff gesetzt werden soll, sondern auch auf blauen Wasserstoff. Die Behauptung, dass es nicht genügend grünen Wasserstoff gebe, sei falsch. Bei der Hörerfrage geht es dieses Mal um den Sinn und Unsinn eines Wasserstoffantriebs bei Müllautos. Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008. Und hier der Link zum Podcast "Bromance Daddys" vom Hessischen Rundfunk.
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  • Folge vom 12.07.2023
    EU-Naturschutzgesetz: Beste Versicherung gegen Dürren
    In dieser Ausgabe geht es viel um die Natur. Die EU will mit dem Renaturierungsgesetz Wälder, Moore, Wassergebiete und auch landwirtschaftlich genutzte Flächen renaturieren. Die Rede ist von „Europas größter Naturschutzinitiative“. Kernpunkt ist die Wiederherstellung von Lebensräumen, die derzeit in schlechtem Zustand sind. Klima-Ökonomin Claudia Kemfert sagt, es handle sich um den ersten Rechtsakt dieser Art. Und er sei bitter notwendig, da wir derzeit ein beispielloses Artensterben erlebten. Die Lage sei alarmierend. Die EU liefere mit ihrem Vorhaben die beste Versicherung gegen Dürren, Hochwasser und andere klimabedingte Extremwetterereignisse. Konservative und rechte Parteien machen jedoch Stimmung dagegen, weil teilweise auch landwirtschaftlich genutzte Flächen renaturiert werden sollen. Kemfert hat für die Kritik wenig Verständnis. Sie spricht von Fake News, die ins Feld geführt würden. Deutlich werde aber auch, dass sich Landwirte hierzulande Sorgen machten, weil unterm Strich weniger Fläche für sie bleibe. Kemfert hat Verständnis für diese Bedenken. Sie sagt aber auch: Wenn man jetzt nicht handle, würden langfristig viel mehr Flächen wegfallen, weil sie durch Klimawandel und Artensterben nicht mehr nutzbar würden. Außerdem geht es um Millionäre und Milliardäre: Untersuchungen zeigen, dass diese Menschen einen weitaus größeren CO2-Fußabdruck haben. Sollte die Politik etwas dagegen tun? Ja, findet Claudia Kemfert. Sie hat auch konkrete Vorschläge. Bei der Hörerfrage geht es um weiße Straßen: Ein Hörer fragt, ob Straßen weiß sein sollten, damit sie mehr Sonnenlicht reflektieren. Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008. Und hier die Podcastempfehlung: You are fucked – Deutschlands erste Cyberkatastrophe
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  • Folge vom 28.06.2023
    Wie viele Milliarden braucht die grüne Wende?
    Über Wochen hat sich die Ampel-Koalition im Streit über das Heizungsgesetz zerlegt. Nun gibt es eine Einigung. Neue Heizungen sollen ab 2024 zu zwei Dritteln mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Vielerorts gilt das aber erst, wenn es einen kommunalen Wärmeplan gibt. Und das wird meist noch länger dauern. Über das Heizungsgesetz sprechen Ralf Geißler, der in dieser Folge Marcus Schödel vertritt, und die Klimaökonomin Claudia Kemfert gleich zu Beginn des Podcasts. Kemfert sagt, es sei gut, dass es jetzt endlich Klarheit gebe. Ein großer Fan der Regelungen sei sie dennoch nicht. Sie bedeuteten in vielerlei Hinsicht zunächst ein Weiter so. Positiv hebt Kemfert die umfangreichen Förderungen für die Umrüstung von Heizungen hervor. Thema Förder-Milliarden: Am Rand von Magdeburg will der Chiphersteller Intel ein großes Werk bauen. Dafür soll er vom Staat fast zehn Milliarden Euro an Förderung bekommen. Kemfert findet den Bau des Werks gut, weil Deutschland damit die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern verringere. Auch die hohe Förderung sei in Ordnung. Sie verweist darauf, dass Intel selbst das Doppelte, also 20 Milliarden Euro, in Magdeburg investieren wolle. Um Fördermittel geht es auch, wenn Geißler und Kemfert über die Energiewende sprechen. Denn die kommt nicht so richtig in Schwung. Solarzellen- und Windrad-Hersteller fordern mehr Unterstützung, um gegen die Konkurrenz aus Asien und den USA zu bestehen. Auch Kemfert spricht sich dafür aus. Sonst würden Deutschland und Europa noch weiter zurückfallen. Es gehe dabei auch darum, Fehler der Vergangenheit auszugleichen. Denn Deutschland habe schon einmal viel besser da gestanden, das aber leichtfertig aus der Hand gegeben. Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008.
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