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NachrichtenTalk

Nahost. Nah Dran.

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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Folgen von Nahost. Nah Dran.

24 Folgen
  • Folge vom 30.07.2026
    E20 „Ich hörte Schreie, das Geräusch von zerschmettertem Glas, spürte die Hitze des Feuers“ Analyse: Siedler-Gewalt im Westjordanland
    Die Folge beschreibt die jüngste Eskalation der Siedlergewalt im besetzten Westjordanland als Teil eines länger bestehenden Musters von Angriffen auf palästinensische Dörfer, Häuser, Moscheen, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Flächen. Besonders hervorgehoben wird, dass die israelische Armee bei vielen Übergriffen nicht eingreift, sondern Palästinenser statt der Angreifer festnimmt.  Ein zentraler Teil der Folge ist der Bericht des palästinensischen Journalisten Mohammad Hesham Huraini über einen Angriff auf At-Tuwani, bei dem Siedler eine Moschee in Brand setzten und mit Gewalt in das Dorf eindrangen. Der Text schildert die Situation als Erfahrung vollständiger Hilflosigkeit, weil die Bewohner keine staatliche Hilfe erwarten können. Ergänzend wird der israelische Jurist Itay Epshtain zitiert, der Siedlergewalt und militärische Zerstörung als zwei Seiten derselben Politik beschreibt. Nach seiner Einschätzung dienen diese Maßnahmen dazu, Palästinenser zu vertreiben und die israelische Präsenz im Westjordanland zu verfestigen. Die Folge verweist auch auf internationale Reaktionen, vor allem auf Aussagen von UN-Generalsekretär António Guterres und Zahlen der UN-Behörde OCHA. Demnach wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.330 Vorfälle mit Siedlerbeteiligung registriert, die zu Opfern oder Sachschäden führten. Zugleich kritisieren fast 600 ehemalige israelische Militär-, Diplomatie- und Geheimdienstfunktionäre die Siedlergewalt und warnen vor Folgen für die regionale Sicherheit. Am Ende betont die Folge, dass sich für Palästinenser in Gaza und im Westjordanland mit den kommenden israelischen Wahlen voraussichtlich wenig ändern wird. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 29.07.2026
    E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene Forstner-Müller
    Wie lebten die einfachen Menschen im Alten Ägypten? Das ist der Forschungsschwerpunkt von Irene Forstner‑Müller, er Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo. Sie erforscht seit Jahrzehnten Siedlungsarchäologie in Tell el‑Daba (im Osten des Nildeltas) und Kom Ombo (Süden) betreibt. Sie beschreibt interdisziplinäre Prospektionsmethoden — Magnetometer, Bodenradar, Bohrungen und geomorphologische Analysen — die Ausgraben zielgerichteter und wissenschaftlicher machen. Neuere Technologien wie Structure‑from‑Motion‑3D‑Scanning (mit LiDAR‑fähigen Smartphones) erlauben detailreiche Modelle von Gebäuden, Speicheranlagen und Keramik. Die Forschung fand umfangreiche Getreidespeicher und Verteilungsanlagen, die auf regional organisierte Vorratssysteme und Verwaltung in Krisenzeiten hinweisen. Durch Tierknochenanalysen, Mumienbefunde und physische Anthropologie lassen sich Ernährungsweisen (Brot, Bier, Fisch) aber auch soziale Unterschiede bei der Ernährung nachweisen und Krankheiten rekonstruieren. Forstner‑Müller berichtet auch, wie migrantische Gruppen aus der Levante in ägyptische Städte integriert waren: im Alltag ägyptisiert, in Gräbern oft kulturspezifische Bestattungsformen bewahrend.  Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 23.07.2026
    E18 Auslandsberichterstattung zwischen weißen Flecken und Social Media-Konkurrenz: Talk mit Hartmut Fiedler
    El-Gawhary und Hartmut Fiedler diskutieren, warum Auslandsberichterstattung für das Verständnis der Welt unverzichtbar ist. Sie sprechen darüber, wie sich die Berichterstattung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und warum Prozesse oft zu kurz kommen, obwohl sie nötig wären, um Krisen früh zu erkennen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum manche Konflikte sehr ausführlich begleitet werden, während andere, etwa im globalen Süden oder in Gaza, deutlich weniger Raum bekommen. Fiedler erklärt, dass fehlende Zugänge, Ressourcenmangel und kulturelle Nähe oder Distanz die Berichterstattung stark prägen. El-Gawhary beschreibt, wie sehr soziale Medien die klassische Rolle von Medien als Gatekeeper verändert haben und wie daraus Vertrauen verloren gehen kann. Gemeinsam sprechen sie auch über die Schnelllebigkeit heutiger Nachrichten, in der Ereignisse oft schon wieder verschwinden, bevor sie wirklich eingeordnet sind. Fiedler plädiert dafür, Geschichten neu zu erzählen, genauer hinzuschauen und sich nicht mit Stereotypen oder Vereinfachungen zufriedenzugeben. Am Ende wird klar, dass Auslandsberichterstattung für beide keine Randnotiz ist, sondern eine zentrale journalistische Aufgabe bleibt. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 22.07.2026
    E17 Eine Mossad-Hollywood-Produktion: Wie der israelische Geheimdienst den Regime-Wechsel in Teheran plante und gescheitert ist
    El-Gawhary schildert eine ungewöhnliche Geheimdienstoperation, bei der der Mossad versuchte, Mahmoud Ahmadinedschad als zukünftigen Machthaber im Iran aufzubauen. Kontakte wurden unter anderem über Treffen in Budapest hergestellt, die als akademische Veranstaltungen getarnt waren. Israel ging davon aus, dass Ahmadinedschad sich vom Regime distanziert hatte und politisch nutzbar geworden war. Während des Angriffs auf den Iran wurde er während eines Luftangriffs aus seinem Wohnkomplex in ein Mossad-Sage-House gebracht. Doch die Operation verlor danach schnell an Kontrolle. Ahmadinedschad kehrte schließlich unter unklaren Umständen wieder in den Einflussbereich des iranischen Regimes zurück.  Parallel verfolgte Israel einen sogenannten Kurden-Plan, bei dem bewaffnete Gruppen Richtung Teheran vorrücken sollten. Dieser Plan scheiterte an mangelnder Unterstützung, internen Zweifeln und letztlich an einer Absage durch die USA. El-Gawhary ordnet bei Geschichten als ein weiteres Beispiel ein, dass man auch als stärkste Militärmacht in der Region es nicht so einfach schafft, Kräfteverhältnisse in einem anderen Land in seinem Sinne zu verändern. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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