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NachrichtenTalk

Nahost. Nah Dran.

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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Folgen von Nahost. Nah Dran.

24 Folgen
  • Folge vom 19.08.2026
    E24 "Die Lage im Westjordanland war noch nie so dramatisch wie heute": Talk mit dem UNWRA-Direktor im Westjordanland, Roland Friedrich
    Die Lage im Westjordanland ist laut Roland Friedrich so prekär wie nie zuvor seit Beginn der israelischen Besatzung im Jahr 1967. Karim El-Gawhary und der UNRWA-Direktor sprechen über steigende Arbeitslosigkeit, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, militärische Razzien und die zunehmende Gewalt durch radikale israelische Siedler. Besonders ausführlich geht es um die Vertreibung von mehr als 34.000 Menschen aus drei Flüchtlingslagern im Norden des Westjordanlands und die Folgen für Familien, Schulen und die lokale Wirtschaft. Friedrich erläutert außerdem, welche Aufgaben die UNRWA in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Sozialhilfe, Mikrofinanzierung und Infrastruktur übernimmt. Thematisiert werden auch die Schließung und Zerstörung von UNRWA-Einrichtungen im Westjordanland sowie die Schwierigkeiten, unter israelischem Kontaktverbot und ohne Visa für internationales Personal weiterzuarbeiten. Im zweiten Teil geht es um die israelischen Vorwürfe, UNRWA-Mitarbeiter seien in die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober verwickelt gewesen, sowie um die anschließenden Untersuchungen und Reformen innerhalb der Organisation. Friedrich weist zudem auf die internationale Desinformationskampagne gegen die UNRWA hin, die unter anderem in Deutschland zu einer zeitweisen Aussetzung von Hilfszahlungen führte. Zum Schluss sprechen El-Gawhary und Friedrich über die palästinensische Flüchtlingsfrage, das Rückkehrrecht und die Bedeutung der Anerkennung historischen Unrechts für eine politische Lösung des Konflikts. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 12.08.2026
    E23 Ist der neue saudisch-türkisch-pakistanische Mekka- Verteidigungs-Pakt eine Art Nahost-Nato? Eine Analyse
    Mit dem sogenannten „Mekka-Verteidigungspakt“ haben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan eine neue Form regionaler Sicherheitskooperation vereinbart. Das Abkommen sieht vor, dass ein Angriff auf einen der Unterzeichner als Angriff auf alle drei Staaten gewertet wird, garantiert jedoch keinen automatischen militärischen Beistand. Hintergrund ist ein Sicherheitsvakuum am Golf, nachdem die USA ihre Rolle als alleiniger Sicherheitsgarant der Region nicht mehr uneingeschränkt ausfüllen können. Saudi-Arabien erhofft sich vor allem besseren Schutz vor Bedrohungen durch den Iran und die Huthis im Jemen, während die Türkei und Pakistan ihren politischen, militärischen und wirtschaftlichen Einfluss am Golf ausbauen könnten. Der Pakt richtet sich offiziell gegen niemanden, wird aber zugleich als Signal an den Iran und als mögliches Gegengewicht zur israelischen Militär- und Regionalpolitik verstanden. Teheran reagiert bislang zurückhaltend und betont vor allem, dass das Abkommen den schwindenden Einfluss der USA in der Region sichtbar mache. Eine zentrale offene Frage ist, ob Ägypten dem Pakt beitreten wird, da Kairo zwar an regionaler Stabilisierung interessiert ist, sich aber nicht auf einen militärischen Konflikt mit dem Iran oder auf Einsätze am Golf und im Jemen festlegen möchte. Der Mekka-Verteidigungspakt ist daher weniger eine arabische NATO als ein zunächst unausgereiftes Experiment regionaler Mächte, ihre Sicherheit zunehmend selbst zu organisieren. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 06.08.2026
    E22 Nah wozu und der Osten von was? Antwort auf Zuhörer-Fragen
    Diese Folge widmet sich Fragen aus der Hörerschaft rund um den Begriff „Nahost“ und dessen Bedeutung. El-Gawhary erklärt, dass sowohl „Nahost“ als auch der englische Begriff „Middle East“ aus einer eurozentrischen und kolonialen Perspektive des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Er zeigt auf, dass geografische Bezeichnungen immer vom jeweiligen Blickwinkel abhängen und deshalb nicht neutral sind. Als mögliche Alternativen nennt er „Westasien“ sowie die in der Wissenschaft gebräuchlichen Begriffe „WANA“ und „SWANA“, die auch Nordafrika einschließen. Gleichzeitig weist El-Gawhary darauf hin, dass sich der Begriff „Nahost“ in Medien, Politik und selbst in der arabischen Welt weiterhin etabliert hat. Für seinen Podcast nutzt er den Begriff deshalb bewusst weiter, weil er allgemein verständlich und sprachlich prägnant ist. Darüber hinaus erklärt El-Gawhary, dass der Titel „Nahost. Nah dran.“ auch die enge geografische, politische und gesellschaftliche Verbundenheit zwischen Europa sowie Westasien und Nordafrika ausdrücken soll. Abschließend plädiert er dafür, sich der kolonialen Prägung von Sprache bewusst zu sein und Begriffe stets kritisch zu hinterfragen. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 05.08.2026
    E21 Ob der Iran, der Golf, Gaza oder das Westjordanland - es gibt einen gemeinsamen Nenner: Unberechenbarkeit - eine Analyse
    Donald Trump wechselt innerhalb weniger Tage zwischen massiven Kriegsdrohungen gegen den Iran und der Ankündigung neuer Verhandlungen, ohne dass klar wird, ob tatsächlich ein belastbarer diplomatischer Prozess existiert. El-Gawhary analysiert, dass Trumps ständige Kurswechsel seine Glaubwürdigkeit zunehmend untergraben und sowohl Abschreckung als auch Diplomatie erschweren. In Gaza sorgt die Ankündigung einer möglichen Entwaffnung der Hamas zunächst für Hoffnung, doch der Streit über den zeitlichen Ablauf eines israelischen Truppenabzugs macht eine Umsetzung derzeit unwahrscheinlich. Während über diplomatische Lösungen gesprochen wird, gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter und fordern erneut zahlreiche zivile Opfer. Im Westjordanland verschärfen Checkpoints, Verhaftungen und Siedlergewalt den Alltag der palästinensischen Bevölkerung. Anhand des Schicksals einer hochschwangeren Frau, die wegen einer langen Verzögerung an einem israelischen Checkpoint ihr Kind verliert, verdeutlicht El-Gawhary die humanitären Folgen dieser Einschränkungen. Die Episode zeigt, dass von Iran über Gaza bis ins Westjordanland derzeit vor allem eines den Nahen Osten prägt: politische Unberechenbarkeit und fehlende Perspektiven für eine nachhaltige Deeskalation. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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