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NachrichtenTalk

Nahost. Nah Dran.

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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Folgen von Nahost. Nah Dran.

35 Folgen
  • Folge vom 01.07.2026
    #11 ORF-Abschiedsbrief als Podcast
    Am 30. Juni ist nach 22 Jahren die Tätigkeit von Karim El-Gawhary als Korrespondent des ORF für den arabischen Raum zu Ende gegangen. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Diese Episode ist eine Art Abschieds-Podcast vom ORF. El-Gawhary erzählt darin nicht nur, in welch gefährliche Situationen er manchmal im Krieg geraten ist. Er reflektiert auch über seine Arbeit. Wichtig war ihm dabei, die Menschen in seinen Berichten nicht zu Objekten zu machen – sondern auf Augenhöhe zu Subjekten, die ihre Geschichte erzählen.  El-Gawhary kritisiert auch die Nahost-Berichterstattung aller deutschsprachigen Medien, die im Vergleich zu anderen Konflikten mit zweierlei Maß misst. Er erzählt auch, wie er mit den wiederholten Shitstorms auf den Sozialen Medien umgegangen ist, wo er für seine Gaza-Berichterstattung kritisiert wurde. Aber er schildert auch, wie viel öffentliche Wertschätzung ihm entgegenschlug als sich die Nachricht von der Beendigung seines Vertrages verbreitete - inklusive über 20.000 Unterschriften, in einer Petition, die zur Verlängerung seines ORF-Vertrages aufgerufen hatte und die ihn sehr bewegt hat.  Am Ende spricht er über sein berufliche Neuerfindung durch diesen Podcast, den er als Gegenstück zu kurzen Fernsehschaltungen und als Konter gegen unsere sinkende Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, mit der entscheidenwir nach fünf Sekunden, ob wir ein Reel auf den Sozialen Medien weiterschauen. Ein Podcast, sagt er, nimmt sich dagegen die Zeit, die er braucht. Er geht tiefer, motiviert zum Innehalten und Nachdenken Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 25.06.2026
    #10 Die Entscheidung: Rückkehr von Wien nach Syrien? Talk mit Mohammad Nour
    Karim El-Gawhary spricht in dieser Episode über Rückkehr oder Bleiben – wie Syrerinnen und Syrer in Österreich nach Assads Sturz ihre Zukunft zwischen Damaskus und Wien abwägen. Gast ist Mohammed Nour, seit 2014 in Österreich, inzwischen Staatsbürger, Menschenrechts- und Kinderrechtsexperte, der offen über seine biografische Achterbahnfahrt zwischen Syrien und Österreich spricht.  Nour schildert seine Rückkehr nach Damaskus nach Assads Sturz als intensiven Moment zwischen Heimweh, Hoffnung und dem Gefühl, in einem „Traum“ zu leben, erkennt aber später, wie brüchig Sicherheitslage, Rechtsstaatlichkeit und Alltagsstrukturen im Land geblieben sind.Er beschreibt, wie Gewalt, neue Massaker, Machtmonopol und fehlende Übergangsgerechtigkeit unter der neuen Führung des Übergangspräsidenten Ahmad Al-Scharaa seine anfängliche Rückkehr-Euphorie in Skepsis verwandeln. Parallel dazu erläutert die Folge, wie schwierig es für Syrerinnen und Syrer ist, in Syrien Arbeit, Wohnung, medizinische Versorgung und ein halbwegs würdiges Leben zu finden, während sie in Österreich über Jahre mit langen Verfahren, Kürzungen und einem faktischen Druck zur „freiwilligen“ Rückkehr konfrontiert sind.  Nour erzählt vom Frust über gestoppte Familienzusammenführungen nach Assads Sturz und den Unterschied zwischen dem rechtlichen Umgang mit ukrainischen Geflüchteten und Syrerinnen und Syrern, den er auch wissenschaftlich untersucht. Im Gespräch geht es außerdem um Identität, Rassismus und die Frage, ob man jemals „ankommt“, wenn man als „Austro-Syrer“ zwischen gebrochenem Arabisch, sehr gutem Deutsch und ständiger Nachfrage nach der „eigentlichen Herkunft“ lebt.  Gegen Ende diskutieren El-Gawhary und Nour, wie der Gaza-Krieg und eine als doppelmoralisch empfundene Haltung Österreichs („Nie wieder“ nicht für alle) viele Menschen mit arabischem Hintergrund entfremdet, während Nour trotzdem auf Rechtsstaatlichkeit und universelle Menschenrechte als Maßstab besteht. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 24.06.2026
    #9 Aktuelle Analyse Iran – USA: Wie geht es weiter nach der gemeinsamen Absichtserklärung?
    Die Verhandlungen in der Schweiz zielen darauf ab, ein fragiles Waffenstillstands‑Abkommen in ein echtes Friedensabkommen zu überführen; die Runde endete mit einer Absichtserklärung, die trotz gegenseitigen Misstrauens einen echten Schritt nach vorne darstellt. In einer gemeinsamen Erklärung von Katar und Pakistan wurde eine positive, konstruktive Atmosphäre und die Schaffung eines Ausschusses für weitere Verhandlungen sowie technischer Arbeitsgruppen hervorgehoben. Konkret wurden zwei De‑Esklationsinstrumente vereinbart: eine Hotline für Vorfälle in der Straße von Hormus und ein gemeinsamer Krisenstab zur Stabilisierung von Golf und Libanon. Die Umsetzung im Libanon bleibt schwierig, weil die USA und Iran von ihren jeweiligen Verbündeten abhängig sind — Israel beziehungsweise die Hisbollah — und die israelische Regierung mit der Absichtserklärung unzufrieden ist. Als praktisches Zugeständnis wurden – sozusagen von den USA als Vorkasse - zwei Tranchen eingefrorener iranischer Gelder freigegeben (insgesamt 12 Milliarden Dollar) und das US‑Finanzministerium erließ eine 60‑tägige Sanktionsausnahme für iranisches Öl, was Teheran ermöglicht, zum Markpreis zu verkaufen. Iran spricht von Fortschritten bei Gesprächen über die Meerenge, den Libanon, Sanktionsregeln und die Freigabe der Gelder, betont aber, man stehe noch am Anfang. Die Atomfragen bleiben vage: Berichte über die Bereitschaft, IAEA‑Inspektoren wieder einzuladen, wurden von US‑Seite als Meilenstein gefeiert, ein konkreter Zeitplan dafür fehlt jedoch.  Wie kann es weitergehen? Mit der Zeit und einem dann vielleicht wachsemden Vertrauen zwischen beiden Seiten, könnten die großen verbleibenden Lücken in einem endgültigen Abkommen doch gefüllt werden. Es ist aber durchaus auch möglich, dass die nächsten Monate und Gespräche uneindeutig bleiben und die Iraner diese Zeit aussitzen und die US-Vorkasse ausnutzen. In diesem Fall dürfte es für Donald Trump allerdings schwer sein, einen unpopulären Krieg mit dem Iran ohne ein wirklich strategisches Ziel wieder aufzunehmen.   Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 18.06.2026
    #8 Der ökologische Fußabdruck der Nahost-Kriege und warum die Region ein Klimakrisen-Hotspot ist
    Die Region Nahost gehört zu den weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Der Arabische Golf erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, während sich auch der Mittelmeerraum deutlich schneller aufheizt. Extreme Hitze, Wasserknappheit, Desertifikation und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Trotz der negativen Entwicklungen sieht der Vortrag auch einen positiven Trend: Die globale Energiewende wird zunehmend nicht durch Umweltbewusstsein, sondern durch das Bedürfnis nach Energiesicherheit vorangetrieben. Zwei große Krisen – Russlands Angriff auf die Ukraine und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus – haben gezeigt, wie verwundbar Staaten durch fossile Energien sind. Fossile Brennstoffe können als geopolitische Waffe eingesetzt werden, während erneuerbare Energien nach ihrer Installation weitgehend unabhängig von internationalen Konflikten funktionieren China wird als der entscheidende Gewinner dieser Entwicklung beschrieben. Das Land hat seine Strategie aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Ölimporten grundlegend verändert und ist heute weltweit führend bei Solar- und Windenergie. China verfügt über eine installierte Solarleistung von fast 900 Gigawatt, produziert enorme Mengen erneuerbarer Energie und exportiert mittlerweile mehr grüne Technologien als die USA fossile Energien. Durch günstige Preise und hohe Produktionskapazitäten prägt China zunehmend die Energiesysteme in Afrika, Asien und anderen Regionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbelastung durch Kriege und Militärs. Militärische Emissionen werden oft nicht erfasst, obwohl sie zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehören. Würde das Militär aller Staaten als eigenes Land gelten, läge es bei den Emissionen weltweit auf Platz vier. Doch paradoxerweise sind es in Kriegen nicht der CO2-Ausstoss militärischer Hardware oder die Zerstörung, sondern der Wiederaufbau der für die mit Abstand meisten Emissionen. Man könne den Menschen in Gaza aber nicht sagen, dass ihre Häuser nicht wieder aufgebaut werden können, weil das für zu viel Emissionen sorgt. „Wir müssen dafr sorgen, dass nichts zerstört wird“, argumentiert El-Gawhary. In diesem Sinne, sagt er, sei der Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern rein ökologisch gesehen immer die schadenfreiste Variante. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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