Gerechtigkeit schaffen: Österreichs erste OberstaatsanwältinJuristinnen wurden in den 1960er Jahren in Tilgungsabteilungen oder Gerichten am Land versteckt, erinnert sich Liane Kleifel. Als sie von ihrem Mentor mit 23 Jahren in Verhandlungen geschickt wurde, hieß es: Der öffentliche Ankläger muss ein Mann sein, der Angeklagte wird sich doch zu Tode lachen bei dem Mäderl. Das "Mäderl" blieb beharrlich und wurde 1965 Österreichs erste Staatsanwältin. Oder, wie eine Zeitung damals die Sensation betitelte: "Premiere für einen Staatsanwalt". Überhaupt schrieben die Gazetten gerne über ihren Lippenstift oder die Stöckelschuhe, wenn sie bei schweren Fällen vor Gericht die Anklage vertrat. Was sie mit Humor nahm, eine hilfreiche Eigenschaft zwischen Fan-Kiebitzen und männlichen Kollegen. Bis heute hält die bald 88-Jährige Vorträge über ihre Arbeit am Institut für Rechtswissenschaft der Universität Wien.Gestaltung: Ulrike Schmitzer, Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 20. 04. 2026.
Bildung
Ö1 Radiokolleg Folgen
Hier gibt es wöchentlich neue Serien zu relevanten Wissensthemen aus allen Lebensbereichen – breitgefächert, vertiefend und orientierend. Autorinnen und Autoren verbinden fachliche Expertise mit Alltagserfahrung sowie Hintergrundwissen mit Reflexion und eröffnen neue Perspektiven auf aktuelle Fragen unserer Zeit.Redaktion: Ina Zwerger, Ulrike Schmitzer, Monika Kalcsics, Ute Maurnböck, Astrid Schwarz.Produktion: ORF Wissen. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/radiokolleg
Folgen von Ö1 Radiokolleg
188 Folgen
-
Folge vom 22.04.2026Frauen mit Courage: Liane Kleifel
-
Folge vom 22.04.2026Frauen mit Courage: Therese SchlesingerGerechtigkeit schaffen: Die erste AbgeordneteAm 4. März 1919 zogen erstmals acht Frauen bei der Konstituierenden Nationalversammlung ins Parlament ein: Eine der Abgeordneten war Therese Schlesinger. Sie war eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der Sozialdemokratie. Denn sie war bürgerlicher Herkunft und zugleich eine intellektuelle Frauenrechtlerin. Sie setzte sich für die Bildung von Mädchen aus dem Proletariat ein, für eine staatliche Mutterschaftsversicherung, sie wollte die Arbeitszeit für Mütter verringern und Zentralküchen und Wäschereien in Wohnhäusern einrichten, damit die Frauen mehr Zeit für Fortbildung hätten. Sie kämpfte für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und setzte sich außerdem für die Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs ein.Gestaltung: Ute Maurnböck, Ulrike Schmitzer: Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 23. 04. 2026.
-
Folge vom 22.04.2026Frauen mit Courage: Ingrid Nikolay LeitnerGerechtigkeit schaffen: Österreichs erste Gleichbehandlungsanwältin1990 wurde Ingrid Nikolay-Leitner zur ersten Gleichbehandlungsbeauftragten. Die unsichtbare Diskriminierung, die Frauen so oft benachteilig(t)e, wollte sie in ihrer Position sichtbar machen und bekämpfen. Die Juristin arbeitete mit der damaligen Frauenstaatssekretärin Johanna Dohnal zusammen und trieb ihre Agenden als erste in der Gleichstellungspolitik voran. Die Themen sind auch über 35 Jahre später aktuell: Schlechterbezahlung und sexuelle Belästigung etwa. Ein großer Erfolg geht auf ihre Forderung zurück: die Regelung der obligatorischen Gehaltsinformationen in Stellenausschreibungen im Gleichbehandlungsgesetz. Und bis heute können sich Betroffene von Diskriminierung an die Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden.Gestaltung: Ulrike Schmitzer, Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. gesendet in Ö1 am 22. 04. 2026.
-
Folge vom 22.04.2026Frauen mit Courage: Alma S. WittlinGerechtigkeit schaffen: Mobile Museen für alleDie Kunsthistorikerin Alma S. Wittlin revolutionierte das Museum. Die Emigrantin aus Wien erfand 1956 das "mobile Museum" - in New Mexiko tourte ihr Museum der Naturwissenschaften unter dem Titel "Science Comes To You" - die Ausstellungen sollten niederschwellig zu den Menschen kommen - ob im Gemeindezentrum, in Schulen oder Krankenhäusern. Sie forderte die behäbigen Museen auf, ihre pädagogische Aufgabe ernst zu nehmen und die Exponate so zu präsentieren, dass Schüler:innen und weniger Gebildete davon profitieren könnten. In einer anregenden Lernumgebung könnte die Basis für den Dialog in einer liberalen Demokratie gelegt werden.Gestaltung: Ute Maurnböck, Ulrike Schmitzer: Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 23. 04. 2026.