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Kultur & Gesellschaft

Orte und Worte

Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit. Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.

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Folgen von Orte und Worte

99 Folgen
  • Folge vom 20.11.2025
    Mit Hannah Lühmann zwischen Neubauten in Ludwigsfelde
    In Hannah Lühmanns neuem Roman “Heimat” zieht eine Frau mit ihrer Familie in den Vorort einer Großstadt - und befreundet sich dort mit ultrakonservativen Tradwives. Das Dorfleben ist ambivalent: Eine Müttergruppe unterstützt sich zwar gegenseitig, aber hinter den sauberen Fassaden spielt sich anderes ab als auf den perfekt polierten Instagram Kanälen. Als Inspiration für die Kulisse diente Lühmann dabei die Rousseaupark-Siedlung südlich von Berlin – aber nur auf google maps. Mit Anne-Dore fährt sie das erste Mal wirklich nach Ludwigsfelde. Sie gehen spazieren, sprechen mit Anwohnern und unterhalten sich beim Frühstück im Café Homebase über Tradwives, die Suche nach dem richtigen Leben und das Verhältnis von Fakt und Fiktion. Der Ort Die Rousseaupark-Siedlung in Ludwigsfelde https://www.rousseaupark.de/ Café Hombase in Ludwigsfelde https://homebase-cafe.de/ Das Buch Hannah Lühmann "Heimat", Hanser blau, 176 Seiten, 22 Euro Die Autorin Hannah Lühmann wurde 1987 in Berlin geboren und hat u.a. als stellvertretende Feuilleton-Chefin der Zeitung "Die Welt" gearbeitet. Ihr Debüt "Auszeit" erschien 2021, "Heimat" ist ihr zweiter Roman  
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  • Folge vom 13.11.2025
    Mit Verena Keßler im "Gym"
    Die Idee zu ihrem neuen Roman “Gym” kam Verena Keßler im Fitnessstudio. Das Buch ist Milieustudie, Kammerspiel, Body-Horror und Satire. Es geht um eine junge Frau, die sich vom neuen Job im Fitnessstudio vor allem eins erhofft: Runterzukommen. Aber das Gegenteil passiert. Zwischen Beinpresse und Eiweiß-Shakes wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt und gerät in eine gefährliche Spirale aus Kontrollwahn, Körperkult und Konkurrenzkampf. Nadine hat sich mit Verena im Fitnessstudio getroffen. Zwischen Crosstrainer und Schulterpresse haben die beiden über Krafttraining, Leistungsdruck, den Blick auf weibliche Körper, Schreibblockaden und Bücher gesprochen. Das Buch Verena Keßler "Gym", Hanser Berlin, 192 Seiten, 23,00 Euro. Nadine Kreuzahler empfiehlt Scholastique Mukasonga "Sister Deborah", aus dem Französischen von Jan Schönherr, 166 Seiten, Claassen. Verena Keßler empfiehlt Solvej Balle: "Über die Berechnung des Rauminhalts IV", 184 Seiten, Matthes & Seitz Berlin, setzt aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Der Ort Fit Star in Leipzig Die Autorin Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman "Die Gespenster von Demmin" wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis "Der zweite Roman" erhielt.
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  • Folge vom 06.11.2025
    Mit Marko Dinic in der Wiener Rathausbibliothek
    Im Jahr 1942 erklären die NS-Besatzer Serbien für "judenfrei". Es ist der Ausgangspunkt des Romans von Marko Dinic. Er erzählt aus acht verschiedenen Perspektiven, auch aus der eines Hundes mit einem Halsband mit hebräischen Schriftzeichen um den Hals. Der letzte Jude Belgrads Isak Ras stolpert durch die Stadt, auf der Suche nach seiner Mutter. Wir begegnen einem Kollaborateur, einem Anarchistenpaar, einem jungen Rom, der zum Partisanen wird und in den 1990er Jahren einem Milizionär, der im Bosnienkrieg auf ein Buch schießt, das er für ein muslimisches hält. Zemun, heute Stadtteil von Belgrad, war einst auch Keimzelle des Zionismus – die Familie des Zionisten Theodor Herzl gehörte der jüdischen Gemeinde dort an. Über den Donauraum als Raum der Gewalt, die Shoa in Serbien, die politische Aufgabe des Schriftstellers, literarische Traditionen und die Vielfalt der "Donauliteratur" hat sich Stephan Ozsváth mit Marko Dinic an seinem Schreibort unterhalten, der Wiener Rathausbibliothek. Das Buch Marko Dinic: "Das Buch der Gesichter". Zsolnay-Verlag. 464 Seiten, 28,00 Euro. Stephan Ozsváth empfiehlt Henrik Szántó: "Treppe aus Papier". Blessing. 224 Seiten, 23,00 Euro. Marko Dinic empfiehlt Ronya Othmann: "Rückkehr nach Syrien". Rowohlt. 192 Seiten, 22 Euro. Der Ort Wiener Rathausbibliothek Der Autor Marko Dinic wurde 1988 in Wien geboren, er wuchs in Belgrad auf. In Salzburg studierte der Autor mit serbischem Pass Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte. Sein Debütroman "Die guten Tage" erzählt vom "Gastarbeiter-Express", einem Bus, der zwischen Wien und Belgrad verkehrt und der Verlorenheit der jungen serbischen Generation. Das "Buch der Gesichter" stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025.
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  • Folge vom 30.10.2025
    Mit Victor Schefé vom Bahnhof Zoo bis nach Berlin Schöneberg
    Tassilo wächst in der DDR auf, er weiß schon früh, dass er Jungs liebt. Außerdem liebt er Musik, Bücher und seine Mutter. Aber als Teenager stößt er plötzlich an Grenzen, die die Diktatur um ihn herumzieht. Und er erlebt einen Verrat, der ihn fürs Leben prägt. “Zwei, drei blaue Augen” erzählt vom großen Freiheitsdrang eines jungen Mannes zwischen Popmusik, ersten Lieben, Ausflügen nach Ost-Berlin, Jugendpsychiatrie und StaSi-Verhören. 1986 kann Tassilo, der sich bald in Victor umbenennt, endlich nach West-Berlin ausreisen. Der international erfolgreiche Schauspieler Victor Schefé erzählt in seinem ersten Roman seine eigene Lebensgeschichte. Sein Buch ist eine Reise in ein untergegangenes Land, ein queerer Coming-Of-Age-Roman, ein Stück deutsch-deutsche Geschichte, die Story einer schmerzhaften Mutter-Sohn- Beziehung, und die rotzige, energiegeladene Erzählung eines Popmusikfans und schwulen Aktivisten. Das Buch Victor Schefé: "Zwei, drei blaue Augen", 470 Seiten, dtv. Nadine Kreuzahler empfiehlt Katerina Poladjan: "Goldstrand", 160 Seiten, S. Fischer. Victor Schefé empfiehlt Tilmann Lahme: "Thomas Mann. Ein Leben", 592 Seiten, dtv. Miku Sophie Kühmel: "Hannah", 304 Seiten, S. Fischer. Alles von James Baldwin, neu übersetzt von Miriam Mandelkow, dtv. Der Ort Spaziergang: Bahnhof Zoologischer Garten, S-Bahnsteig. Saturn im Europa Center. Schwuler Buchladen Prinz Eisenherz, Motzstraße 23, Berlin Schöneberg. Café Romeo und Romeo, Motzstraße 20. Der Autor Victor Schefé, 1967 in der DDR geboren, 1986 nach West-Berlin ausgereist. Erste Rollen als Schauspieler an Berliner Off-Theatern, bald danach Hauptrollen am Schauspielhaus Wien. Hat bisher in über achtzig Film- und TV-Produktionen mitgespielt, von "Tatort" bis "Bewegte Männer", auch international in "Bridge of Spies" unter der Regie von Steven Spielberg, im James-Bond-Film "Spectre" und in drei Staffeln "Borgia". "Zwei, drei blaue Augen" ist sein Romandebüt.
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