Selten bekommt ein Debüt so viel Aufmerksamkeit wie Lilli Tollkiens "Mit beiden Händen den Himmel stützen". Ein fesselnder, sprachlich und formal herausragender Roman über das Mädchen Lale, das in den 80er Jahren in einer Berliner Männer-WG aufwächst und einen Halt sucht, u.a. in der Kunst und im Erzählen.
Auf der Leipziger Buchmesse hat sich Lilli Tollkien mit Anne-Dore auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3Sat getroffen. Sie erzählt, wie sie zu der eindrücklichen Kinderperspektive gefunden hat und warum sie den Roman mit der Sicht eines Embryos beginnt; spricht über Grenzen, Resilienz und Selbstermächtigung.
Das Buch
Lilli Tollkien: Mit beiden Händen den Himmel stützen. Aufbau Verlag 2026, 255 Seiten, 24 Euro
Der Ort
Leipziger Buchmesse https://www.leipziger-buchmesse.de
Die Autorin
Lilli Tollkien wurde 1980 in Berlin geboren und lebt in Leipzig. Sie hat in verschiedenen Berufen gearbeitet, u.a. als Jobcoach, Suchtberaterin und Ausstatterin. Sie fotografiert und hat in Anthologien veröffentlicht. „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ihr erster Roman.
Kultur & Gesellschaft
Orte und Worte Folgen
Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit. Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.
Folgen von Orte und Worte
99 Folgen
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Folge vom 20.03.2026Mit Lilli Tollkien auf der Literaturbühne in Leipzig
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Folge vom 12.03.2026Mit Lena Gorelik in der Alten Feuerwache MannheimÜber Mütter und Nicht-Mütter, Frauen, die Mütter "müssensollendürfenkönnewollen" oder eben gerade nicht, denkt Lena Gorelik in ihrem neuen Buch nach. "Alle meine Mütter" ist also ganz klar: ein Buch für alle. Lena Gorelik hat Geschichten gesammelt rund um Mütter- und Nichtmütter. Es geht um Mutterliebe, Erwartungen, Rollenmuster, Entscheidungen für oder gegen Kinder, um eine kranke Mutter, Alleinerziehende und moderne Familien mit mehreren Müttern. Am Tage ihrer Vorabpremiere auf dem Lesefestival "lesen.hören" sitzt sie mit Anne-Dore auf der Bühne der Alten Feuerwache in Mannheim, für Orte & Worte noch vor dem leerem Saal. Sie sprechen über den Preis der Literaturhäuser, den Lena Gorelik dieses Jahr erhalten hat, über Sprache, xy und Kinderhaben und entdecken ihre gemeinsame Liebe für Beppo den Straßenfeger aus "Momo". Das Buch Lena Gorelik: „Alle meine Mütter“, Rowohlt, 272 Seiten, 24 Euro. Die Autorin Lena Gorelik, 1981 geboren in Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland. Von ihr erschienen u.a. "Meine weißen Nächte" (2004), "Die Listensammlerin" (2013) und "Wer wir sind" (2021). 2026 erhält sie den Preis der Literaturhäuser. Lena Gorelik empfiehlt: Svenja Leiber "Nelka", Suhrkamp, 200 Seiten, 24,00 Euro Anne-Dore Krohn empfiehlt: Navid Kermani: "Sommer 24", Hanser, 130 Seiten, 23,00 Euro.
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Folge vom 05.03.2026Mit Helene Bukowski in der ehemaligen DDR-Spezialschule für Musik in Berlin MitteEine Kiste voll mit Fotos, Briefen, Notizen und Kassetten war der Ausgangspunkt für Helene Bukowski ihren neuen Roman zu schreiben. „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ erzählt die Geschichte der jungen Pianistin Christina, die als Wunderkind erst an der Spezialschule für Musik in Ost-Berlin und dann am Konservatorium in Moskau ausgebildet wird. Aber mit nur 24 Jahren nimmt sie sich das Leben. Wer war die junge Frau? Und wie nähert man sich der Biografie einer Fremden? Wie kann und darf man sie erzählen? Dafür hat Helene Bukowski eine ganz eigene Form gefunden und ist damit für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Nadine trifft sich mit ihr in den Räumen der ehemaligen Spezialschule für Musik in Berlin Mitte, wo heute am "Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach" immer noch Talente gefördert werden. Das Buch Helene Bukowski: "Wer möchte nicht im Leben bleiben", Claassen, 384 Seiten, 24,00 Euro Die Autorin Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin und dort auch aufgewachsen, hat in Hildesheim Kreatives Schreiben studiert und bisher drei Romane veröffentlicht: "Milchzähne" (2019) war für viele Preise nominiert und wurde verfilmt. 2022 folgte "Die Kriegerin". Und nun "Wer möchte nicht im Leben bleiben". Die Bücher über die Nadine und Helene sonst noch sprechen. Helene empfiehlt: Ines Geipel: "Das Heft", Transit Verlag, 1999, nur noch antiquarisch/ gebraucht/ in Bibliotheken. Nadine empfiehlt: Ulli Lust: "Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen", Reprodukt, 304 Seiten, 29,00 Euro Der Ort Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach, ehemalige Spezialschule für Musik der DDR
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Folge vom 26.02.2026Mit Vernesa Berbo bei Wein und Gesang in der Galerie Subject-ObjectEs sind zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Dijana und Dada. Die eine ist burschikos, geht an die Front, der Vater nennt sie “Sohn”. Die andere: Hypersensibel, Tabletten- und Alkoholsüchtig, vergewaltigt von UN-Soldaten. Vernesa Berbo beschreibt die Belagerung von Sarajevo aus der Perspektive der Frauen. Das unterscheidet dieses Debut von vielen anderen Büchern zum Thema. Sie verblendet das Trauma einer jungen Bosnierin mit der Kriegserfahrung einer deutschen Seniorin, die sie in Berlin kennenlernt. Ein Abend mit gemeinsamem Singen und Reden über Kriege, Theaterspielen in einer belagerten Stadt, die Kraft der Kultur, die Musik der Roma, wie Schreiben hilft, nicht verrückt zu werden und den Traum von Jugoslawien. Das Buch Vernesa Berbo: Der Sohn und das Schneeflöckchen, Frankfurter Verlagsanstalt, 26 Euro, 448 Seiten. Stephan Ozsváth empfiehlt Ena Katerina Haler: Die Schuldlosen. Folio Verlag.256 Seiten. 25 Euro. Vernesa Berbo empfiehlt Marica Bodrozic: Das Herzflorett, Luchterhand Verlag, 288 Seiten, 24 Euro Sasa Stanisic: Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird, Luchterhand, 160 Seiten, 22 Euro. Der Ort Galerie Subject Object, Berlin Schöneberg Die Autorin Vernesa Berbo ist in Priboj geboren, in Sarajevo hat sie Schauspiel studiert. Während der Belagerung der bosnischen Hauptstadt hat sie die “Hexe” in einem Unicef-Theater verkörpert, das Kinder mit Entspannung und Lunchpaketen versorgte. Sie ist Schauspielerin, Drehbuchautorin und Musikerin. Mit den “Balkan Boys” tourt sie. Am liebsten ist sie Mutter, sagt sie. 1994 kam sie als Kriegsflüchtling nach Berlin. “Der Sohn und das Schneeflöckchen” ist ihr erster Roman.