Für ihr neues Buch hat die Bestsellerautorin Gabriele von Arnim ein Jahr lang Tagebuch geführt. In "Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls" denkt sie über persönliche und politische Abschiede nach: von den Jahreszeiten, von Menschen, von früheren Ichs, von vermeintlichen Gewissheiten, von Kontrolle.
Anne-Dore und Gabriele von Arnim treffen sich im Berliner Tiergarten, schauen auf den Neuen See und in die Wolken und sprechen über Vorbilder und Zuversicht, das Älterwerden, die kosmische Waage, und über Gabriele von Arnims These, dass ein geöffnetes Herz der beste Schutz ist.
Die Autorin
Gabriele von Arnim, 1946 in Hamburg geboren, ist u.a. Autorin, Journalistin, Kritikerin und Essayistin. Von ihr erschienen zuletzt "Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht" (2024), "Der Trost der Schönheit. Eine Suche" (2023) und "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" (2021).
Das Buch
Gabriele von Arnim "Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls", Rowohlt Verlag. 272 Seiten, 24,00 Euro.
Gabriele von Arnim empfiehlt u.a.
Daniel Schreiber "Liebe. Ein Aufruf", Hanser Berlin, 160 Seiten, 22,00 Euro.
Timothy Snyder "Über Tyrannei. 20 Lektionen für den Widerstand", Taschenbuch bei C.H. Beck, 127 Seiten, 14,00 Euro.
Anne-Dore empfiehlt
Mirjam Zadoff: "Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten", Hanser, 136 Seiten, 16,00 Euro.
Kultur & Gesellschaft
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Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit. Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.
Folgen von Orte und Worte
99 Folgen
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Folge vom 04.06.2026Am Neuen See mit Gabriele von Arnim
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Folge vom 28.05.2026Mit Svenja Leiber in der Gedenkstätte NS-Zwangsarbeit in Berlin-SchöneweideEin harmloser Apfelbaum brachte Svenja Leiber auf die Geschichte einer jungen NS-Zwangsarbeiterin. Aus ihren Recherchen ist ihr Roman "Nelka" entstanden. Eine fiktive Geschichte mit erfundenen Figuren, aber tief verwurzelt in der gewaltvollen Historie des 20. Jahrhunderts. Basierend auf dem Schicksal von Millionen zwangsverschleppter Frauen aus Osteuropa während der Nazi-Zeit. Svenja und Nadine besuchen die Gedenkstätte und lassen sich zeigen, unter welchen Bedingungen Zwangsarbeiter in den Baracken leben mussten. Sie reden über Svenjas Recherchen und aktuelle Lieblingsbücher. Das Buch Svenja Leiber: "Nelka", Suhrkamp, 200 Seiten Svenja empfiehlt Lena Gorelik: "Alle meine Mütter", Rowohlt, 272 Seiten Nadine empfiehlt Jaqueline Scheiber: "Schwimmen / Schweben", Leykam, 144 Seiten Die Autorin Svenja Leiber lebt in Berlin. 1975 wurde sie in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. 2005 veröffentlichte sie ihren ersten Erzählungsband: "Büchsenlicht", seit 2010 hat sie fünf Romane veröffentlicht, zuletzt "Staub" (2018), "Kazimira" (2021) und nun "Nelka". Der Ort Dokumentationszentrum und Gedenkstätte NS-Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide. https://www.ns-zwangsarbeit.de/
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Folge vom 21.05.2026Mit Johann Reißer auf den Spuren der Berliner RüstungsindustrieMax Duttenhofer hätte die Apotheke des Vaters übernehmen sollen. Aber es kommt anders. Ihn interessiert mehr das Schießpulver. Im Neckartal bei Rottweil baut er eine Pulverfabrik, es ist die Keimzelle zu einem "schwäbischen Kartell" mit Daimler und der Gewehrfabrik Mauser. Johann Reißer erzählt die Geschichte des widersprüchlichen Frauenhelds und weitgereisten, kiffenden Industriellen und Netzwerks, aber er entwirft in seinem Debütroman auch ein Panorama Deutschlands. Vor allem erzählt er, wie die Schießpulverfabrik eine ganze Stadt bestimmt. "Pulver" ist Wimmelbild, Sozialkritik, Industriegeschichte. Stephan Ozsváth ist mit ihm über die Insel Eiswerder in Berlin-Spandau gestreift, einst wichtiges Zentrum preußischer Rüstungsindustrie. Das Buch: Johann Reißer: Pulver, FVA, 480 Seiten, 26,00Euro. Die Bücher, über die Stephan und Johann sonst noch sprechen: Johann empfiehlt Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Campus Verlag. 727 Seiten, 25 Euro. Olga Tokarczuk: Spiel auf vielen Trommeln. Kampa Verlag, 386 Seiten, 26,00 Euro. Stephan empfiehlt Yaryna Chornohuz: Dasein: Verteidigung der Präsenz. Mauke-Verlag. 104 Seiten. 20,00 Euro. Der Autor Johann Reißer, geboren 1979 in Regensburg. Ausbildung zum Steuerfachangestellten, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Regensburg und Berlin. Er promovierte über Archäologie und Sampling in der deutschen Lyrik nach 1960. Er schreibt Theaterstücke und Performances, seine Auftritte sind oft intermedial. Er lehrt Kreatives Schreiben und Philosophie in Bildungs- und Kultureinrichtungen, moderiert und organisiert Kulturveranstaltungen. 2014 war er Stadtschreiber in Rottweil. "Pulver" ist sein erster Roman. Der Ort Insel Eiswerder, Berlin-Spandau Podcast-Tipp Buchgefühl – Lesung und Gespräch in ARD Sounds https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/
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Folge vom 14.05.2026Mit Matthias Nawrat in der Freien UniversitätDie junge polnische Wissenschaftlerin Wanda bekommt 1983 die Erlaubnis, von Krakau nach Venedig zu reisen, um den Systemtheoretiker Mrugalski für ihre Forschung zu befragen. Aber schon bald wird klar, dass es um mehr geht. Sie scheint eine persönliche Rechnung mit dem Landsmann im Exil offen zu haben, die weit in die brutale europäische Vergangenheit führt, in den Zweiten Weltkrieg, sowjetische Gulags und Foltergefängnisse im sowjetisch kontrollierten Nachkriegs-Krakau und ins westeuropäische Exil. Gleichzeitig spürt Wanda im Polen der 80er Jahre, wie die Politik auch in ihr eigenes Leben eindringt. "Das glückliche Schicksal" stellt Fragen nach Schuld, Moral und Verantwortung. Darüber haben Nadine und Matthias gesprochen, als sie sich an der Freien Universität Berlin getroffen haben. Hier hat Matthias gerade eine Gastprofessur, während bei Nadine Erinnerungen an ihre Studienzeit hochkommen. Das Buch Matthias Nawrat: "Das glückliche Schicksal", Rowohlt, 272 Seiten. Die Bücher, über die Nadine und Matthias sonst noch sprechen: Matthias empfiehlt Anna Maria Ortese: "Neapel liegt nicht am Meer", Friedenauer Presse, 231 Seiten. Nadine empfiehlt Peggy Mädler: "Selbstregulierung des Herzens", Galiani Berlin, 304 Seiten. Der Autor Matthias Nawrat wurde 1979 im polnischen Opole geboren. Im Alter von zehn Jahren emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau, danach Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne und lebt heute in Berlin. Er hat als Wissenschaftsjournalist gearbeitet, Erzählungen und Essays veröffentlicht, er schreibt Romane und Gedichte. Er wurde mit dem Fontane Literaturpreis und mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet und war sowohl für den Deutschen Buchpreis als auch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der Ort "Rostlaube" der Freien Universität in Berlin Dahlem.