Johann Melchior Gletle stammt aus dem Aargau, aus Bremgarten. Im 17. Jahrhundert macht er als Kirchenmusiker Karriere. Seine Werke werden nicht nur in ganz Europa gespielt – sondern auch in Südamerika. Der Jesuit Anton Sepp hat mit Gletles Musik die indigene Bevölkerung missioniert.
Heute ist Johann Melchior Gletle nur noch Wenigen ein Begriff. Wer war der einstige Barock-Star? Wie wurde seine Musik Teil der Jesuitenmissionen Südamerikas und warum ging er in der Schweiz vergessen? Eine Spurensuche zu Johann Melchior Gletles 400. Geburtstag. Mit dem Basler Organisten Jörg-Andreas Bötticher, dem Musikwissenschaftler Christoph Riedo und seinen Genfer Studierenden, und dem Zürcher Ensemble Pícaro, das die frechen Trink-Lieder des katholischen Domkapellmeisters erstmals wieder aufgeführt hat.
Hinweise:
Musik von Johann Melchior Gletle in der Sendung «Weltklasse»:
Wiederentdeckt: Der Schweizer Barockkomponist J.M. Gletle
Johann Melchior Gletle im «Kulturplatz Talk»:
Wiederentdeckt: Der Schweizer Barockstar Johann Melchior Gletle
Die Links zu den Sendungen finden Sie unter «Mehr zum Thema».
FeatureKultur & Gesellschaft
Passage Folgen
Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
Folgen von Passage
50 Folgen
-
Folge vom 23.10.2026J. M. Gletle: Die Karriere eines vergessenen Barockkomponisten
-
Folge vom 16.10.2026Heilen übers Hören – wenn Klänge zu Medizin werdenWer singt oder Musik geniesst, die ihm oder ihr gefällt, erhält vom Gehirn eine Ladung Glückshormone. Sie fühlen sich nicht nur gut an, sondern beschleunigen auch das Wachstum der weissen Blutkörperchen, die vor Erregern und Krebs schützen. Der Harfenist Andreas Vollenweider ist überzeugt, dass Musik das Gemüt anspricht und Hoffnung schenkt, die den Heilungsprozess anregt. Der englische Akustikforscher John Stuart Reid will wissen, warum Klänge im Körper wirken und wie die Schulmedizin von Klang und Musik profitieren kann. Er hat das Cymascope erfunden, dieses Instrument macht Klänge sichtbar und ermöglicht wissenschaftliche Resultate.
-
Folge vom 09.10.2026Ein Matriarchat in Mexiko – die Frauen von JuchitánIn Juchitán herrscht ein intensives Klima: laut, staubig und brütend heiß. Diese lebhafte Stadt im Bundesstaat Oaxaca befindet sich an der geographisch schmalsten Stelle Mexikos. Juchitán zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Besonderheit aus: Frauen spielen hier eine dominierende Rolle. Vieles unterscheidet sich hier von anderen Regionen Mexikos. Im Mittelpunkt steht der Markt – ein pulsierendes Handelszentrum, das fest von Frauen kontrolliert wird. Die Frauen agieren als Händlerinnen, während die Männer überwiegend als Produzenten der Waren tätig sind. Dank dieser Tradition genießen Frauen wirtschaftliche Unabhängigkeit und eine zentrale Rolle innerhalb der Familienstruktur. Häufig sind sie diejenigen, die den Großteil des Einkommens sichern und auch über dieses verfügen. Dieser Unterschied führt zu weitreichenden Konsequenzen. Die Sendung steht bis 30 Tage nach Ausstrahlungstermin zum Nachhören zur Verfügung.
-
Folge vom 02.10.2026Der unbekannte Georg Kreisler – Abgründe und AbsurditätenEinige seiner bösen Lieder wie «Tauben vergiften im Park» sind Teil unseres allgemeinen Kulturgutes geworden. Daneben gibt es einen unbekannteren Georg Kreisler, den Komponisten ernster Musik, den Romanautor und Verfasser zweier Opern. Als Georg Kreisler nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 als Jugendlicher mit seinen Eltern aus Wien floh, war es vor allem die Musik, die ihm in Amerika dabei half, sein Talent zu entwickeln: Musik mit bissigen, aber auch tieftraurigen Texten zu verbinden und trotzdem die Menschen damit zum Lachen zu bringen. Zurück in Europa blieb Georg Kreisler Zeit seines Lebens ein Zerrissener und Unbehauster. Einer, dem der Ruhm, den er als Liederkomponist erhielt, mit der Zeit zur Last wurde. Denn aus der Schublade, in die ihn sein eigenes Publikum gesteckt hatte, wollte er hinaus.