30 Millionen Besucher im Jahr: Venedig versinkt in den Touristenfluten. Doch die lokale Politik treibt den Ausverkauf der Stadt weiter voran. Wer profitiert davon?
48’283 Einwohner leben heute in Venedig. Vor hundert Jahren waren es rund 160’000. Jedes Jahr verliert Venedig rund tausend Einwohner. In der vom Overtourism erstickten Stadt ist das tägliche Leben nicht mehr vorgesehen. Während die letzten Bewohner darum kämpfen, dass der Stadt der Sonderstatus als «Insel» zuerkannt und sie auf die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt wird, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Bürgermeister Luigi Brugnaro wegen Bestechung und illegalen Bieterabsprachen. Wie kann es den Venezianern gelingen, ihre Stadt zu retten?
FeatureKultur & Gesellschaft
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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
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Folge vom 17.04.2026Die letzten Venezianer. Eine Stadt kämpft ums Überleben
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Folge vom 10.04.2026Beherzte Bohemienne – das bewegte Leben der Aline ValanginSchön, unerschrocken und eine wunderbare Erzählerin – das war die Westschweizer Autorin Aline Valangin (1889-1986). Sie stammte aus bestem Haus, aber Ideale waren ihr wichtiger als Konventionen. Ihr Grossvater, der Schweizer Friedensnobelpreisträger Élie Ducommun, hatte sie diesbezüglich geprägt. Friedensaktivistin, Pianistin, Bohemienne, Schriftstellerin, Psychoanalytikerin, grosse Liebende – was immer Aline Valangin tat, sie tat es beherzt. Sie unterhielt in den 1930er Jahren in Zürich einen Salon für die internationale Kulturelite. Gleichzeitig unternahm sie mit ihrem Mann, dem russisch-jüdischen Anwalt Wladimir Rosenbaum, riskante Manöver, um Flüchtlinge zu retten. Später wurde ihr Ferienschlösschen im Onsernone-Tal zum sicheren Hafen für verfolgte Künstlerinnen und Künstler. Eine Spurensuche mit dem Historiker Peter Kamber und der Literaturvermittlerin Liliane Studer.
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Folge vom 03.04.2026Aus «Jasm» wird «Jazz» – warum das Wort bis heute polarisiertDie Fakten sind klar: Jasm war ein Slang-Wort im 19.Jh. und bedeutete «Energie», «Pep». 1915 wurde es – inzwischen verkürzt zu «Jazz» – von weissen Konzertpromotern in Chicago verwendet, um die neuartige Musik aus New Orleans anzupreisen. Neben den Fakten geistern viele Herkunftsgeschichten herum. Die meisten sind falsch: «Jazz» sei eine Abkürzung für «Jasmine», wird zum Beispiel behauptet, vom Parfum, das anfangs des 20.Jh von den Prostituierten in New Orleans getragen worden sei. Auch die Behauptung, «Jazz» sei von Beginn weg abwertend gemeint gewesen, ist sprachwissenschaftlich nicht haltbar. Trotzdem fühlen und fühlten sich viele Musiker:innen unwohl mit dem Begriff. Warum polarisiert «Jazz» bis heute? Was überhaupt ist alles «Jazz»? Jazzredaktor Jodok Hess macht sich in der Passage auf die Suche nach Antworten.
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Folge vom 03.04.2026Transzendenz & Spiritualität bei Leonard Cohen und Nick Cave (W)Leonard Cohens und Nick Caves Lieder haben eine starke Wirkung. Diese hat massgeblich damit zu tun, dass beide spirituell Suchende sind. Dabei ist es vor allem der als abwesend erlebte Gott, dem das gebrochene «Halleluja» gilt. Nick Cave und Leonard Cohen haben einiges gemeinsam: Das Dunkle und Düstere hat einen zentralen Platz in ihrer Musik, ihrer Kunst. Doch die Bewegung in ihren Liedern ist immer wieder «In Richtung Licht», wie Nick Cave sagt. Und Leonard Cohen singt: «There’s a crack in everything – That’s how the light gets in». Die «Passage» spürt der Kraft nach, die im Werk von Leonard Cohen und Nick Cave spürbar ist. Cave bezieht sich explizit auf Cohen. Was hat diese Energie mit der Auseinandersetzung mit Dunkelheit, Zerbruch und Leid zu tun? Wie zeigen sich spirituelle Suche und religiöse Traditionen? Erstsendung: 20.12.2024