Mike Kremer arbeitet als Testpilot für Airdesign, macht aber auch viele nähtechnische Arbeiten, nicht nur an Prototypen. Wann lohnt sich noch eine Schirmreparatur?
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Wenn man in der Schule bei der Kurswahl den richtigen Zeitpunkt verpasst, dann kann es schon mal dazu kommen, dass man als Junge beim Handarbeiten endet. Im Leben sollte man freilich selten daran zweifeln, dass auch scheinbare Irrwege irgendwie zu einem Ziel führen. Bei Mike Kremer jedenfalls war es so, dass ihm sein in der Schule erlangtes Grundwissen zum Umgang mit Nadel und Faden später tatsächlich noch sehr dienlich geworden ist.
Mike arbeitet als fest angestellter Testpilot beim österreichischen Gleitschirmhersteller Airdesign. Er ist gewissermaßen die rechte Hand von Konstrukteur Stephan Stiegler. Mit ihm zusammen bringt er alle Airdesign-Schirme im Zillertal bis zur Serienreife. Auf dem Weg dorthin sind des Öfteren Umbauten gefragt – und dafür auch Mikes ruhige Hand.
Mike hat bei sich zuhause eine komplette Werkstatt eingerichtet, mit gleich fünf Nähmaschinen, um die verschiedensten Arbeiten am Schirm ausführen zu können: Tragegurte und Leinen nähen, Spannbänder im Schirm versetzen, aber auch komplette Bahnen und ganze Zellen austauschen. Zum Spaß und als kleiner Zusatzverdienst repariert er gelegentlich auch Schirme und Gurtzeuge anderer Marken. Darunter sind zuweilen Exemplare, die ihm – zum Beispiel nach Baumlandungen – als offensichtliche Totalschadensfälle günstig überlassen wurden.
In dieser Folge Nummer 75 von Podz-Glidz erzählt Mike Kremer über seine Arbeit. Unter anderem geht es darum, welche Schäden man als Pilot noch selbst reparieren kann, wie man am besten mit Klebesegel hantiert, und wann man die Reparaturen doch lieber einem Fachmann überlassen sollte.
Daneben hat Mike aber noch einige weitere Geschichten auf Lager. Wir reden unter anderem über seinen Werdegang zum akkreditierten Testpiloten, sein bislang gefährlichstes Flugerlebnis und wie es dazu kam, dass er den ersten offiziellen Gleitschirm-Checkbetrieb der Türkei mit aus der Taufe hob.
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Musik dieser Folge:
Track: Busy City | Künstler: TrackTribe
No Copyright Audio Library
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Folge vom 04.02.2022Der Schirmflicker - Mike Kremer - Podz-Glidz 75
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Folge vom 21.01.2022In die Wildnis - Ulrike Juese - Podz-Glidz 74Ulrike Jüse lebt und fliegt in Norwegen. Dort hat sie schon die XC-Liga gewonnen. Am liebsten fliegt sie aber einfach nur raus in die Wildnis, weitab der Zivilisation. +++ Norwegen. Das Land der Fjorde. Das Land der Zuchtlachse. Das Land des Erdöl-Reichtums. Das Land der Strickpullis. Das Land der Skispringer und Langläufer. Aber das Land der Gleitschirmflieger? Das kommt einem in dieser Reihe erst einmal nicht in den Sinn. Dennoch wird natürlich auch in Norwegen mit dem Gleitschirm geflogen. Und eine der besten Pilotinnen des Landes ist eine Deutsche: Ulrike Jüse. Bei der norwegischen XC Liga stand sie schon mehrfach auf dem Treppchen, 2019 sogar auf dem ersten Platz – overall, also vor allen Männern wohlgemerkt. Ulrike lebt seit fast 17 Jahren in Norwegen, was sogar zuweilen schon in einem sympathisch-dezenten norwegischen Akzent in ihrer Muttersprache hörbar wird. Nach Norwegen kam sie wegen einer Promotion als Pharmakologin, vor allem aber der wilden Schönheit des Landes wegen. Denn Ulrike ist durch und durch ein Naturmensch. Ihr kann es im Grunde nicht draußen und abseits von Siedlungen genug sein. Und so pflegt die 41-jährige viele sportliche Hobbies, mit denen sie in die Wildnis aufbrechen kann: Wandern, Klettern, Eislaufen oder Skitourengehen sind darunter – und eben auch das Gleitschirmfliegen. Das am liebsten ganz allein, im Hike-and-Fly-Stil und auf Biwaktouren ausgelegt. In dieser 74. Folge von Podz-Glidz erzählt Ulrike Jüse von dieser Leidenschaft. Es geht unter anderem um einsame Flugtouren durch die Wildnis norwegischer Nationalparks und ihre bewusste Routenwahl abseits von Straßen und anderer einfacher Rückkehrmöglichkeiten. Wir sprechen über den Reiz, diese imposanten Naturlandschaften aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Sportarten zu erfahren, aber auch ihren Umgang mit den damit verbundenen Risiken. Ein weiteres Thema ist die Gleitschirmszene in Norwegen, die in manchen Punkten schon etwas anders tickt als in den Alpenländern. Ulrike gibt dabei auch wertvolle Tipps für all jene, die am Ende des Podcasts auch Lust verspüren sollten, mal mit dem Gleitschirm die norwegische Wildnis zu erleben. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Natural Light | Künstler: Chris Haugen No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=-U--itxDo5s +++
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Folge vom 07.01.2022Gladiatoren - Markus Anders - Podz-Glidz 73Hike-and-Fly-Rennen stehen im Zentrum des Lebens von Markus Anders. Damit sind einige Risiken verbunden. Wie geht er damit um? +++ Wer die Fliegerkarriere von Markus Anders über die vergangenen Jahre verfolgt hat, darf ruhig ein wenig staunen. Markus ist in relativ kurzer Zeit in die Weltelite des Hike-and-Fly aufgestiegen. 2017 – da hatte er gerade mal zwei Jahre seinen A-Schein und dann auch B-Schein – gewann er erstmals die Gesamtwertung des Bordairrace-Wettbewerbs. Ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg, zudem wurde er beim Salewa Ironfly Dritter. Das brachte ihm 2019 die Teilnahme bei den Redbull X-Alps ein. Bei den X-Alps 2021 schied er, auf Top-Ten-Kurs liegend, nach einer missglückten Landung leider verletzt aus. Im vergangenen November gehörte er dann zum exklusiven Rund von Top-Piloten, die zum ersten Hike-and-Fly Wettbewerb der Vereinigten Arabischen Emirate eingeladen wurden. Dieser Wettbewerb in Dubai und der Wüste hatte sein ganz eigenes, in Teilen der Gleitschirmszene auch kritisch gesehenes Flair. Beispielsweise durften die Piloten beim ersten Task vom Dach eines 77-stöckigen Hochhauses starten. Noch nie zuvor hatte sich dort ein Gleitschirmflieger in die Luft geschwungen. Wie Markus diese Weltpremiere erlebte, welche Gedanken ihm dabei durch den Kopf gingen und warum er sich trotz des Gefühls, auch eine Art Versuchskaninchen zu sein, auf das Risiko einließ, das erzählt er in dieser 73. Folge von Podz-Glidz. Zur Sprache kommt aber noch einiges mehr: Markus spricht unter anderem über prägende Erlebnisse bei einem Hike-and-Fly-Trip in Neuseeland; und wie sehr die X-Alps und ähnliche Wettbewerbe heute sein Leben bestimmen. Zum Ende hin geht es noch um ein ganz anderes Thema: Seit 2020 leitet Markus bei Skywalk das Projekt E-Walk. Dabei handelt es sich um ein Gurtzeug mit integriertem Elektromotor als Aufstiegshilfe für den Thermikflug. Kürzlich hatte das deutsche Luftfahrtbundesamt der Zulassung des E-Aufstieg als neue Startart für normale Gleitschirmpiloten eine Absage erteilt. Ob und wie es mit dem E-Walk nun weitergeht? Diese Frage habe ich Markus natürlich auch gestellt. Wenn Dir dieser Podcast gefällt, dann kannst Du meine Arbeit daran unterstützen. Wie Du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, erfährst Du auf der Website von Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite „Fördern“: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Anomalous Hedges | Künstler: Mini Vandals No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=5DXfB_Qtqoo
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Folge vom 22.12.2021U-Space - Helmut Bach - Podz-Glidz 72In Zukunft werden Drohnen ihren eigenen Luftraum bekommen. Helmut Bach setzt sich dafür ein, dass Gleitschirmflieger aus diesem U-Space nicht ausgeschlossen werden. +++ Wer heute an Drohnen denkt, hat meistens kleine Quadkopter mit Kamera vor Augen, die von Hobbypiloten ferngesteuert werden. Doch das ist nur Spielzeug im Vergleich zu dem, was in Zukunft alles durch die Lüfte rauschen könnte. Drohnen zur schnellen Auslieferung von Paketen, Drohnen zur Verkehrsüberwachung, Drohnen für die Landwirtschaft, Drohnen zur Inspektion von Stromtrassen, Drohnen zur Versorgung von Berghütten, ja selbst Drohnen als Lufttaxis, undsoweiter. Viele dieser Drohnen werden nicht nur wenige hundert Meter, sondern Dutzende Kilometer weit fliegen – ganz autonom. Damit diese Flüge kontrolliert und sicher ablaufen können, hat die EU im April 2021ein Regelwerk aus drei sogenannten Durchführungsverordnungen erlassen. Sie definieren Grundregeln und Aspekte des sogenannten U-Space. Der U-Space ist eine neue Luftraumkategorie, die speziell für den Betrieb von UAVs geschaffen wurde. Das Kürzel steht für unbemannte Luftfahrzeuge, landläufig also Drohnen. Bis 2023 müssen die EU-Länder die U-Space-Verordnungen in nationale Regelungen umsetzen. Nun ist der Luftraum allgemein ein knappes Gut. Und wenn ein U-Space neu hinzukommt, gibt es den nicht on-top, sondern er muss von dem Vorhandenen irgendwie abgeknapst werden. Kurz gesagt: Damit Drohnen ihren Teil vom Luftraumkuchen bekommen, müssen andere etwas abgeben. Auch wir Gleitschirmflieger. Damit wir dabei nicht allzu viele Freiheiten verlieren, müssen Lösungen ins Gespräch gebracht werden. Es geht darum, die Koexistenz von bemannter und unbemannter Fliegerei im U-Space zu ermöglichen. Solche Gespräche führt Helmut Bach im Auftrag des DHV. Der frühere Lufthansa-Kapitän und begeisterte Segel- und Gleitschirmpilot ist der derzeit vielleicht wichtigste Lobbyist für Luftraumfragen im Sinne der Gleitschirmflieger. In dieser 72. Folge von Podz-Glidz erzählt Helmut Bach von dieser Arbeit. Es geht vor allem um den U-Space, eine mächtige Drohnen-Lobby, Kompromisse für die Freiheit und die Frage: Dürfen wir künftig nur noch mit Flarm-Geräten in die Luft? +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Simple Step | Künstler: Slenderbeats No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=eDdYyHOz_rY