Wir erleben in stetiger Folge brutale Gewaltausbrüche in unserer Gesellschaft, wie z. B. jüngst, als ein DB-Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast ohne Ticket totgeschlagen wurde. Was folgte waren Mitleidsbekundungen von allen Seiten, Unverständnis für die Tat und Bestürzung – wie immer nach einem vergleichbaren Gewaltausbruch. Fast schon ein routinierter Umgang mit diesem furchtbaren Ereignis. In der Analyse der Tat dann ebenfalls Routine. Wir beklagen den Verfall von Sitten und Werten und fragen, wie alles nur so weit kommen konnte. Dabei stellt sich die Frage: Haben wir uns an die gestiegene Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft gar längst gewöhnt und mit ihr abgefunden? Erleben wir dabei einen Werteverlust? Die Psychologen Harald Welzer und Ahmad Mansour diskutieren bei Michaela Kolster.
NachrichtenPolitik
unter den linden - Podcast Folgen
unter den linden - montags 22:15 Uhr & dienstags 0:00 Uhr klassisch im TV sowie online als Demand-Stream und als Podcast zum Nachhören! „unter den linden“ ist das politische Streitgespräch bei phoenix. Im wöchentlichen Wechsel bringen Michaela Kolster und Thomas G. Becker zwei Protagonist:innen aus Bundes-, Europa- oder Landespolitik ins Gespräch und in den konstruktiven Meinungsstreit. Die Diskussionen sind kontrovers, aber immer sachlich und mit ausreichend Zeit für jedes Argument. Sie vertiefen das Verständnis für aktuelle Debatten und Themen in der Politik.
Folgen von unter den linden - Podcast
10 Folgen
-
Folge vom 09.02.2026Verlieren wir Respekt, Freiheit und Solidarität?
-
Folge vom 02.02.2026Demontage - Trump und der RechtsstaatDie Macht der Regierenden ist in Demokratien eingeschränkt - zeitlich durch das Wahl-Mandat, inhaltlich durch die Schranken des Rechts. Das steht in den Verfassungen aller demokratischen Staaten und ist das ureigenste Wesen von Demokratien. Welches Rechtsverständnis hat aber eigentlich US-Präsident Donald Trump? Stichwort nationales und internationales Recht. Was er von Schranken seiner Machtbefugnisse hält, scheint ja immer wieder mal durch: In einem Interview mit der „New York Times“ sagte er dazu ganz offen, er brauche kein Völkerrecht. Das Einzige, was ihn stoppen könne, seien seine eigene Moral und sein Verstand. Steuern die USA mit dieser politischen Dynamik auf einen autoritären Staat zu? Sicherheitspolitikerin Sara Nanni (Grüne) und US-Rechtswissenschaftler Prof. Russell Miller (Washington and Lee University School of Law) diskutieren bei Michaela Kolster über den Zustand von Demokratie und Rechtsstaat in den USA.
-
Folge vom 26.01.2026Erinnerungskultur in der KritikWie gedenkt man einer Sache, die so unfassbar ist, dass man sie sich mit gesundem Menschenverstand nicht vorstellen kann? Jährlich am 27. Januar gedenkt die Welt - gedenkt auch Deutschland - am Internationalen Holocaust-Gedenktag der Millionen Opfer der Shoah. Ein wichtiger Tag, da sind sich fast alle einig - und doch wird unsere Erinnerungskultur zunehmend als zu starr und ritualisiert empfunden. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Historiker Prof. Michael Wolffsohn diskutieren bei Thomas G. Becker über Erinnern, Mahnen und den Kampf gegen erneut zunehmende Judenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft 81 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.
-
Folge vom 19.01.2026Who's afraid of … Donald Trump?Man stelle sich vor, die Welt wäre ein Online-Shop: Alles darin ist käuflich, alles nur eine Frage des Preises. Und wer keinen guten Deal bekommt, nimmt sich als der oder die Stärkere einfach das, was genehm ist. Ob sich Donald Trump wohl so die Welt vorstellt? Aus Trumps Sicht hängt zumindest an der "Grönland-Frage" ein dickes Preisschild: Wie entschieden muss Europa jetzt also reagieren – und ist der endgültige Bruch mit den USA noch zu verhindern? Die Politikwissenschaftlerin Laura von Daniels (SWP Berlin) und Trumps Parteikollege George Weinberg (Republicans Overseas Germany) diskutieren bei Thomas G. Becker über Trumps Grönland-Fantasien, die Zukunft der NATO und den diametralen Blick der USA auf's Völkerrecht.