#84 Ich möchte dir genauer erklären, wie Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit entstehen und was unsere Neurobiologie damit zu tun hat. Ich gebe dir hier einen kleinen Überblick über unser autonomes Nervensystem im Sinne der Polyvagaltheorie. Ich werde das hier ganz knapp halten, einfach dienlich für das Verständnis von Ohnmacht und Starre. Unser autonomes Nervensystem ist der Teil unseres zentralen Nervensystems, der ganz einfach gesagt für die autonomen Vorgänge in unserem Körper zuständig ist. Über das autonome Nervensystem laufen also die Vorgänge, die wir nicht bewusst steuern müssen oder können. Sondern die ganz automatisch geschehen. Du hast vielleicht schon einmal von dem sympathischen und dem parasympathischen Nervensystem gehört. Das sind zwei Zweige unseres autonomen Nervensystems. Das sympathische Nervensystem, der Sympathikus, ist der Teil unseres Nervensystems, der dafür da ist, uns in Handlungsbereitschaft zu versetzen. Der uns in den Momenten, in denen wir mehr Energie brauchen als in entspannten, unangestrengten Momenten, diese Energie zur Verfügung stellt, indem er Stresshormone in unseren Blutkreislauf ausschütten lässt über unsere Nebennierenrinden. Das heißt, das sympathische Nervensystem ist das, was dafür zuständig ist, Energiezustände zu kreieren, die mit Aktivität, Handlungsbereitschaft oder auch Stress zu tun haben.
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Das Wissen über Trauma sollte zu unserer Allgemeinbildung gehören, denn es bringt ein grundlegendes Verständnis für menschliche Reaktionsweisen und das menschliche Wesen. Mit meinem Podcast "Kreative Transformation" möchte ich für Trauma und Traumafolgen sensibilisieren. Für mehr Wohlwollen, Empathie, Verbundenheit und Frieden in unserer Welt.
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Folge vom 03.04.2020Ohnmacht und Starre
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Folge vom 27.03.2020Die Kraft der Selbstregulation#83 Zunächst einmal ein paar Worte dazu, was Selbstregulation ist, wenn wir aus der traumatherapeutischen Sicht drauf schauen. Ich würde sagen, Selbstregulation bedeutet die Fähigkeit, eigene Erregungszustände und Impulse zu regulieren, also einen Zugang zu und einen Einfluss auf das eigene System zu haben. Selbstregulation bedeutet also so etwas wie die Fähigkeit, sich selbst zu steuern, unabhängig davon, was im Inneren und draußen gerade los ist. Das bedeutet: eine ausgewogene Fähigkeit zur Selbstregulation gibt uns die Möglichkeit, selbstwirksam zu sein, auf uns selbst einzuwirken, erwünschte Zustände zu erreichen und unerwünschte Zustände zu beenden oder zu modulieren. Das könnte man zusammenfassen als die Fähigkeit, sein Nervensystem in Balance zu halten oder in Balance zu bringen. Selbstregulation zu betreiben oder zu können bedeutet also in der Lage zu sein, sein eigenes Nervensystem reguliert zu halten. Daraus ergibt sich dann so etwas wie Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmtheit. Die Möglichkeit zur Autonomie aber auch die Möglichkeit in Verbindung zu sein, die Möglichkeit Gefühle zu erleben, auch starke Gefühle, aber davon nicht weggespült zu werden in eine Übererregung oder eine Untererregung.
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Folge vom 20.03.2020In Balance durch die Krise#82 Es ist tatsächlich nicht übertrieben zu sagen, dass ich diese Folge in einem ganz besonderen Zeitfenster aufnehme. Wir sind in einer sehr außergewöhnlichen Situation, kollektiv, global. Diese ganz besondere Situation birgt enorme Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen. Herausforderungen sind immer auch Chancen. Ich bin gespannt wie sich diese Folge wohl anhören mag, wenn wir sie nochmal anhören würden in vielleicht einem oder zwei Jahren. Und was wir dann für Erinnerungen haben, an diese Zeit, die jetzt gerade aktuell ist. Was wir jeweils sagen werden, was wir gelernt haben und was wir daraus Wertvolles mitnehmen können. Ich mag dich einladen, dich schon heute zu öffnen für derartige Erkenntnisse, denn es ist eine wichtige Ausrichtung im Inneren, so etwas wie eine Lernbereitschaft zu entwickeln. So etwas wie, auch wenn das vielleicht unangemessen klingt, eine Art Neugierde. Neugierde kann eine wohltuende Distanz bei gleichzeitiger Verbundenheit in diese Situation bringen. Ich werde in dieser Folge nicht auf Fakten oder Daten oder Zahlen zur sogenannten Corona-Krise eingehen. Sondern ich möchte den psychodynamischen Hintergrund unserer kollektiven Herausforderung ein bisschen beleuchten. Ich möchte ganz konkrete Hinweise geben was in dieser speziellen Zeit gut gehen und guttun kann. In dieser Folge erfährst Du: dass die derzeitige Situation Stressreaktionen auslöst welche Handlungsmuster daraus entstehen wie Trauma in solchen Zeiten wirkt und ob solche Krisen traumatisierend sein können wie wir diese Krise kollektiv und individuell unbeschadet überstehen können was deine Werte damit zu tun haben
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Folge vom 13.03.2020Trauma und Sucht#81 Sucht und Abhängigkeit sind große Themen in unserer Gesellschaft, die einen sehr großen Teil unserer Bevölkerung betreffen. Wenn ich hier von Sucht oder Abhängigkeit spreche, dann meine ich nicht nur die Substanzmittelabhängigkeit. Also von Alkohol, Drogen oder Substanzen, die man sich zuführt, sondern ich spreche auch von anderen Süchten. Von all den Süchten, die wir teilweise gesellschaftlich gar nicht als so auffällig wahrnehmen. Ich möchte Abhängigkeit in dieser Folge so definieren, wie es in der Medizin im Moment gehandhabt wird. Nämlich, dass Abhängigkeit, das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand beschreibt. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Hier hat nicht der Verstand die Kontrolle, sondern das Verlangen, das unabweisbar ist. Das beeinträchtig die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und die sozialen Chancen eines Individuums, so die momentan gängige Definition von Abhängigkeit. Ich finde das bringt schon zum Ausdruck worum es hier heute gehen soll. Nämlich, dass es bei einer Suchterkrankung oder bei der Abhängigkeit von etwas immer darum geht, einen Zustand zu erlangen oder einen gegenwärtigen Zustand verändern zu wollen. Und wir stellen hier natürlich auch die Frage, was hat das alles mit Trauma zu tun? Selbstverständlich möchte ich dir auch, falls du betroffen bist oder Betroffene kennst, hilfreiche Inspirationen an die Hand geben, wie du dich einem suchthaften Verhalten oder einer Abhängigkeit zuwenden kannst, um sie nach und nach zu transformieren. Diese Umschreibung von Abhängigkeit zeigt auch, dass es hier nicht vorrangig um den Stoff, die Substanz geht, von der man abhängig ist, sich abhängig fühlt, sich abhängig erlebt. Sondern, dass es vor allem um das Ziel geht, das erreicht werden soll. Also die Zustandsveränderung... In dieser Folge erfährst Du: · dass es verschiedene, komplexe Formen der Abhängigkeit gibt · wieso traumatisierte Menschen häufiger in Abhängigkeit geraten · welcher Mangel durch gewisse Verhaltensmuster oder Substanzen kompensiert werden soll · was es braucht, um aus der Sucht-Spirale auszubrechen