Der von Hass deformierte Attentäter von Halle muss lebenslang in Haft. Doch seine Feindbilder sind weit verbreitet - und sie verlangen Widerspruch.
Letztendlich hat nur die Tür am Eingang der Synagoge in Halle das Massaker eines rechten Terroristen an einer jüdischen Gemeinde verhindert. Dennoch erschoss der Täter wahllos zwei Menschen. Jetzt wurde er wegen besonders schwerer Schuld zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.
Es gab zu dem Urteil keine Alternative, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Der Täter habe keinen Anflug von Reue gezeigt und nur bedauert, nicht noch mehr Menschen getötet zu haben. Er sei in seiner Welt von Hass und Verschwörungserzählungen, von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Frauenhass gefangen. Die Richterin habe dem Täter keine Bühne zur Selbstdarstellung gegeben, sondern den Augenmerk auf die Opfer gelenkt.
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Folge vom 21.12.2020Halle-Attentat: Rechtsextreme Ideologie ist ein Verbrechen
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Folge vom 18.12.2020EU-China-Abkommen: "Ein bisschen revolutionär"Die Europäische Union und China stehen kurz vor der Einigung auf ein Investitionsabkommen. Kritiker bemängeln das Timing. Die Europäische Union und China stehen kurz davor, sich auf ein Investitionsabkommen zu einigen. Europäische Unternehmen sollen einen fairen Zugang auf dem chinesischen Markt erhalten. Bisher müssen sie dafür ein Joint Venture gründen. Aber Peking-Korrespondentin Lea Deuber zweifelt daran, ob gerade der richtige Zeitpunkt für so ein Abkommen ist. Weitere Themen: Spahn stellt Impfverordnung vor, besserer Arbeitsschutz in Fleischindustrie, 300 Schüler in Nigeria wieder frei. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Johannes Bauer und Lars Langenau **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag, CGTN und Bundesgesundheitsministerium._
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Folge vom 17.12.2020Corona-Impfstrategie: Wer zuerst darf und warumDie Bundesregierung stellt ihre Corona-Impfstrategie vor. Doch schon wieder gibt es Kritik wegen mangelnder Transparenz. Zuerst die Altenheime, das medizinische Personal, später dann auch Polizisten und Beamte mit beruflichem Kontakt zu Risikogruppen und die gesunden Unter-60-Jährigen ganz zum Schluss: Der Impfplan der Bundesregierung steht. Doch natürlich ist auch dieser umstritten. Vor allem die FDP kritisiert das Verfahren. Mal wieder sei das Parlament umgangen worden. Auch SZ-Medizinredakteur Werner Bartens mahnt: In dieser Zeit kann man gar nicht transparent genug vorgehen. Weitere Themen: Macron positiv auf Corona getestet, Merkel dankt Biontech-Gründern, EuGH erklärt Diesel-Software für illegal. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag._
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Folge vom 16.12.2020"Querdenker": Wo Verschwörungstheorien blühenBesorgte Bürger, Coronaleugner, Impfgegner und Rechtsradikale sammeln sich bei den "Querdenkern". Eine gefährliche Melange, meint Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer. Allein in Deutschland sind 23 500 Menschen mit oder an Corona inzwischen verstorben. Doch es gibt Menschen, die die weltweite Pandemie verharmlosen und leugnen. Sie haben sich in Deutschland zur Gruppe der "Querdenker" zusammengeschlossen. In Baden-Württemberg werden sie vom Verfassungsschutz beobachtet. Auch wir nehmen eine zunehmende Radikalisierung und Gewaltbereitschaft wahr, sagt Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes. Die neuartige Melange von besorgten Bürgern und Coronaleugnern mit Hooligans und Rechtsradikalen aller Couleur sei "sehr beunruhigend". In Thüringen sei auch die AfD unter Björn Höcke "ganz maßgeblich" an den Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen beteiligt. Besuchen Sie doch mal unser Projekt “Die SZ-Klimazentrale”, da liefern wir ihnen anschaulich die wichtigsten Daten und Hintergründe der wirklich größten Krise der Welt. Gerne bekommen wir auch Emails mit Lob oder auch Kritik unter podcast@sz.de