NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
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Folge vom 12.08.2022Neue Erkenntnisse zum Rathenau-MordDas Attentat auf den Außenminister der Republik Walther Rathenau am 24. Juni 1922 war mitnichten das Werk eines oder weniger Einzeltäter. Vielmehr konnten die Mörder bei ihrer Tat auf die Unterstützung zahlreicher Helfer und Helfershelfer zählen. Wie groß das rechte Netz hinter dem Anschlag tatsächlich gewesen ist, dürfte selbst heute nicht zuverlässig und endgültig geklärt sein. Dass es ein solches gab, war sieben Wochen nach selbigem indes nicht mehr abzustreiten und eine immer größere Zahl an Namen, die es umfasste, bekannt. Über neueste Erkenntnisse informierte seine Leserschaft am 12. August der Berliner Börsen-Courier – und uns Frank Riede.
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Folge vom 11.08.2022Die Reichsverfassung und die FrauenAuf dem weiten, bis heute längst nicht abgeschlossenen Weg zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter war die Weimarer Verfassung von 1919 zweifellos ein früher Meilenstein. Anlässlich ihres dritten Geburtstages zieht das Berliner Tageblatt vom 11. August 1922 denn auch eine sehr positive Bilanz zum Thema „Die Reichsverfassung und die Frauen“ und verzichtet weitgehend darauf, die vielen noch bestehenden Defizite zu benennen. Über die Autorin Hedwig Keiler-Neuburger ist wenig bekannt. Geboren in Aschaffenburg, lebte sie in den 1920er Jahren wohl in Berlin. 1942 wurde sie ins Baltikum deportiert und dort ermordet. Es liest Paula Leu.
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Folge vom 10.08.2022Sportfest im ZuchthausPankrác ist ein Stadtteil von Prag, der nach dem heiligen Pankratius benannt ist. Bis heute ist Pankrác aber das Synonym für das dortige berühmt berüchtigte Gefängnis. Seinen schaurigen Ruf bekam es aber vor allem in der Zeit der Okkupation durch Nazi-Deutschland, als Pankrác zum Untersuchungsgefängnis der Gestapo wurde und Heinrich Himmler dort eine Hinrichtungsstätte mit mehreren Guillotinen einrichten ließ. Davon sind wir 1922 noch weit entfernt und finden in der B.Z. am Mittag vom 10. August einen launigen Artikel über Vor- und Nachteile der Körperertüchtigungen, die dort den Häftlingen angeboten würden. Was ist, wenn der Häftling nachher noch schneller läuft als der Polizist? Frank Riede lugt für uns über die Gefängnismauern.
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Folge vom 09.08.2022Wie hat Kant ausgesehen?Die Spezialdisziplin mit dem Namen Porträtforschung versucht, sich mithilfe von erhaltenen Büsten, Reliefs, Abbildungen auf Münzen, die sie mit schriftlichen Beschreibungen kombiniert, etwa dem Aussehen des Gaius Julius Ceasar anzunähern. Das Objekt des Interesses muss aber gar nicht vor Tausenden von Jahren gelebt haben. Zwei Jahre vor den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Immanuel Kant begann man, alle erreichbaren Bildnisse von ihm zusammenzutragen, um sich ein physisches Bild von ihm zu machen. Und schon bei Kant, 120 Jahre nach dessen Tod, zeigt sich, wie Paula Leu zusammen mit der Berliner Börsen-Zeitung vom 9. August 1922 zu berichten weiß, dass man sich gar nicht so sicher ist, wie er wirklich ausgesehen hat.