NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
-
Folge vom 20.04.2021Die Zukunft des Varietés nach Valeska GertHeute ist Valeska Gerts Stellung in der Tanz-, Film- und Kabarettgeschichte sowie allgemeiner in der Performance-Kunst unbestritten. Bereits 1921 war sie, Jahrgang 1892, vor allem mit ihren humorvollen Tanzpantomimen ein Star der Bühnen. Doch sie strebte nach einem abstrakteren, von dem Diktat der Sprache befreiten Varieté, wobei hier Varieté Tanz, Film und Theater umfasst. Aus den Zwanziger Jahren sind uns mehrere Zeitungsartikel überliefert, in denen sie ihre Vorstellungen eines neuen Varietés formuliert, das sie dann auch auf den Bühnen und der Leinwand umzusetzen versuchte. In der Vossischen Zeitung vom 20. April 1920 geht die Gert systematisch die einzelnen Künste durch und beschreibt die Performances, die sie sich wünschen würde. Durch diese faszinierende Bühnenwelt führt uns Paula Leu.
-
Folge vom 19.04.2021August Scherl - zum Tode eines Berliner GroßverlegersNachdem im September 1920 bereits Rudolf Mosse gestorben war – wir berichteten darüber in diesem Podcast – segnete nur ein gutes halbes Jahr später, am 18. April 1921, mit August Scherl ein weiterer Berliner Großverleger das Zeitliche. 1849 in Düsseldorf geboren, galt der umtriebige und sehr kaisertreue Scherl in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg tatsächlich in vielerlei Hinsicht als großer Antagonist des großstädtisch-liberalen Mosse. Die Vossische Zeitung – die bekanntlich mit beiden Verlagshäusern nichts zu tun hatte – ist in ihrem Nachruf vom 19.4. gleichwohl darum bemüht, den verstorbenen Erfinder des Berliner Lokal-Anzeigers nicht einfach in die rechte Ecke zu stellen, sondern in ihm den weitsichtigen, international denkenden Unternehmer und Revolutionär des Berliner Zeitungswesens zu würdigen. Es liest Frank Riede.
-
Folge vom 18.04.20213 1/2 Fragen an Stefan Kindermann ...In unseren (ab jetzt wieder) monatlich gesendeten 3 1/2 Fragen an… sprechen wir heute mit dem Schach-Großmeister Stefan Kindermann über die Schach-Weltmeisterschaft des Jahres 1921. Kindermann gehört in Österreich und Deutschland zu den besten Schachspielern seiner Generation, hat sich aber auch als Autor zahlreicher Schachbücher sowie einer Schachkolumne in der Süddeutschen Zeitung einen Namen gemacht. Seit 2005 leitet er zudem die von ihm mitbegründete Münchener Schachakademie, die seit kurzem unter www.mucschach.de auch mit einem reichhaltigen Online-Kursangebot aufwartet.
-
Folge vom 18.04.2021Verfolgungsjagd auf der StadtbahnDass das Berlin der späten 1920er nicht nur ein Ort der wilden Parties und des exzessiven Lebens, sondern auch der Trickbetrüger, Gauner und Ganoven war, gehört heute fest zum Cliché der roaring twenties. Dass es aber auch schon zu Beginn dieser Dekade auf den ersten Blick unverdächtige Individuen mit erstaunlicher krimineller Energie gab, beweist der Artikel aus dem Vorwärts vom 18.4.1921. Der Postbote Alfred Schreiber wollte sich durch gefälschte Postanweisungen ein Vermögen erschleichen und landete nach einer wilden Verfolgungsjagd letztlich vor Gericht. Gelesen von Paula Leu.