In vielen Dörfern haben die alteingesessenen Familien einen Zunamen. Damit lassen sich die Familienmitglieder eindeutig zuordnen. Wie sind diese Namen entstanden? Welche Aufgaben haben sie? Antworten an den Beispielen Nunningen SO und Villmergen AG.
Traditionell lebten in den Dörfern der Deutschschweiz jeweils einige wenige alteingesessene Familien. Da ausserdem die Kinder aus Traditionsgründen sehr oft nach dem Vater oder der Mutter benannt wurden und der Vornamenbestand insgesamt überschaubar war, hiessen viele Menschen genau gleich.
Deshalb bekamen die Familien und ihre Mitglieder eindeutige Zunamen. «Dr Grüngefranz» ist der Franz vom Hof Grünge, «s Lunzifranze» ist die Sippe von Franz, dem Sohn von Leontius respektive Lunzi.
Heute sind diese dörflichen Namen-Netzwerke, mit deren Hilfe man jeden Einheimischen «häi tue» konnte, am Verschwinden. Die Dörfer sind durch Zuwanderung unübersichtlicher geworden. Der Fundus der Vornamen ist so gross geworden, dass es kaum noch Gleichnamigkeit gibt.
Die Familien-Zunamen sind eine Art immaterielles Kulturgut. Solange die Erinnerung daran noch lebendig ist, entstehen deshalb immer häufiger Sammlungen und Publikationen dazu, meist auf Basis von Laien- und Freiwilligenarbeit. Zwei solche Bücher und ihre Macher werden in der Schnabelweid vorgestellt: «Nunniger Dorfnämme» von Albert Pflugi und Liliane Müller-Hänggi und «Villmerger Zunamen. Eine Spurensuche» von Otto Walti.
Wiederholung der Sendung vom 26.05.2016
Familienname Dubach
Dubach ist ein Wohnstättename zu einem Gewässer- oder Flurnamen Dubach, Tubach, Dübach usw. Der Name ist an mehreren Orten im Kanton Bern und Luzern sowie in Tecknau BL altverbürgert.
Buchtipp
* Villmerger Zunamen. Eine Spurensuche von Otto Walti. Sprüngli Druck AG, Villmergen, 2011
* Albert Pflugi und Liliane Müller-Hänggi: Nunniger Dorfnämme. Eigenverlag Verein Dorfmuseum Nunningen 2016
Mundart
Dini Mundart - Schnabelweid Folgen
«Dini Mundart – Schnabelweid» ist die Sendung für alle, die Mundart lieben. Wir bringen die Mundartvielfalt der deutschen Schweiz zum Klingen. Lesungen von MundartautorInnen, Lieder von MundartsängerInnen, Geschichten und Beiträge zur Mundartkultur von Freiburg bis ins St.Galler Rheintal und von Schaffhausen bis zu den Walsern.
Folgen von Dini Mundart - Schnabelweid
50 Folgen
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Folge vom 19.03.2026«Vo s Lunzifranze und em Ludiseppedurslisjoggi» (W)
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Folge vom 12.03.2026Mundart-Briefkasten: Warum «putzt» uns der Strom eins?In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Vom «Putzen» des Stroms über schweizerdeutsche Wörter für «Klugscheisser» bis zum Familiennamen «Läber». Diese Fragen werden in dieser Sendung beantwortet: · «Es het mer eis putzt.»: Was hat ein Stromschlag mit «putzen» zu tun? · Warum kann berndeutsch «süngge» sowohl 'schmerzen' als auch 'gurgelnd schmatzen, von Schuhen im Schlamm' bedeuten? Und was hat das alles mit 'brennen' zu tun? · Welche schweizerdeutschen Varianten gibt es für das Wort «Klugscheisser»? · Sind schweizerdeutsch «Ramsele» u.ä. und englisch «Ramson» für den Bärlauch tatsächlich verwandt? · Hat der Bach «Biberze» seinen Namen tatsächlich von Bibern? · Warum heissen der Thurgauer Weiler «Uerenbohl» und das Haus «zum wiisse Güggel» so wie sie heissen? · Was steckt im Flurnamen «Germatt»? · Und was verrät der Familienname «Leber» bzw. «Läber» über den ersten Träger dieses Namens? Zum Schluss der Sendung stellen wir Ihnen das neue Album der «Mundart-Folk-Rock-Polka-Countryband für Kinder und Eltern» Marius und die Jagdkapelle vor.
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Folge vom 05.03.2026Maria Lauber: Muetersprach, du luubi Sprach (W)Die Frutigtaler Dichterin Maria Lauber (1891-1973) war eine Pionierin der Mundartliteratur. Sie beschrieb ihr Frutigtal, die Menschen, die Landschaft, auch Heimweh-Gefühle, die Liebe und der Tod kommen immer wieder vor. Die Wirkung der Stille war der Meisterin in der Kunst des Andeutens wichtig. Ein Lesebuch mit Gedichten, Erzählungen, Sagen, Briefauszügen und Worterklärungen bringt uns die ehemalige Primarlehrerin und Schriftstellerin wieder näher. Auf einer beigelegten CD sind Frutigdeutsche Geschichten von Maria Lauber und vertonte Gedichte von Christoph Trummer, Nadja Stoller und dem Trio Rehblick zu hören. Buchhinweis: Maria Lauber: Ischt net mys Tal emitts. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Lesebuch. Zytglogge 2016. Ausserdem von Maria Lauber verfügbar: - Chüngold. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2018. - Chüngold in dr Stadt. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2021. - Gedichte. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2023. Wiederholung der Sendung vom 17.11.2016 Familienname Henzirohs Der Familienname Henzirohs (alt eingesessen nur in Niederbuchsiten SO) ist eine erst 1966 erfolgte Umformung des Namens Henziross. Dieser ist nicht ganz geklärt; aller Wahrscheinlichkeit nach steht im ersten Namenteil der Ruf- oder Familienname Henzi (eine Koseform von Heinrich) und im zweiten der Familienname Ross. Der Name könnte als Dorfübername in den Familiennamenschatz übergegangen sein oder auch eine scherzhafte Bildung sein.
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Folge vom 26.02.2026Zeedellesung 2026Neben den «Schnitzelbängg» hat die Basler Fasnacht auch andere Ausdrucksmittel. Die sogenannten «Cliquezeedel» zum Beispiel, filigran gearbeitete Verse zu Themen, die die Menschen im zurückliegenden Jahr beschäftig haben. Eine spezielle Basler Fasnachtskunst – gereimt und in Versform natürlich. Düster sind die Themen der aktuellen Basel Fasnacht. Und damit auch des «Zeedel»-Jahrgangs 2026. Der Krieg in der Ukraine, der nun ins fünfte Jahr geht, unberechenbare US-Präsident mit seinen autokratischen Anwandlungen, die grosse Unsicherheit am Arbeitsplatz in Zeiten von Optimierung und KI, all das findet seinen Niederschlag auch in den aktuellen «Zeedel». Doch der Umstand, dass die «Zeedel» der Basler Fasnacht entstammen und daher voller Witz und Humor sind, macht die Lektüre der von Michael Luisier zusammengestellten und von Urs Bihler gelesenen «Zeedel» trotz allem zu einem Vergnügen.