Es ist der 4. Mai 1934. Am Ufer der Saale in Bad Dürrenberg, Sachsen-Anhalt, eilt Grabungstechniker Henning zu einer tumultartigen Notgrabung. Beim Kanalschachten im Kurpark waren Arbeiter an der Gradiermauer auf ein Grab gestoßen. Für den Tag darauf plant der Kurpark ein Volksvergnügen. Hektisch birgt er das Skelett, kritzelt mit Bleistift den Fundort auf einen Zettel und lässt die Grube zuschütten.Im Museum für Frühgeschichte Halle attestieren zwei überzeugte Nationalsozialisten eine Sensation: Das Skelett sei ein weißer Mann, beerdigt zur Bronzezeit vor Tausenden Jahren - der Archetyp des Ariers, entdeckt in mitteldeutscher Heimaterde! Sie veröffentlichen ihre Theorie vom Ursprung der arischen Rasse in Preußen und präsentieren die Dürrenberger Knochen als Beleg.Fast 90 Jahre später wird der komplette Gencode entschlüsselt. Was die Archäogenetiker entdecken: Das reichste Grab der Mittleren Steinzeit, das je in Europa gefunden wurde, gehörte einer Frau. Sie lebte vor rund 9.000 Jahren und war als Schamanin offenbar weithin bekannt. Beerdigt wurde sie wie eine Königin, mit ungewöhnlichen Mengen an Grabbeigaben, Ketten, Masken aus geschnitzten Tierknochen, Steinklingen, gebettet in einen Kokon aus weißem Ton. Besonders überraschte ihr Äußeres: Die Schamanin hatte helle Augen, pechschwarzes Haar und sie war dunkelhäutig. Produktion: DLF 2025Verfügbar bis 26. Februar 2027
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Folge vom 28.02.2026Cold Case aus der Steinzeit: Die Schamanin von Dürrenberg
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Folge vom 23.02.2026Der talentierte Mr. F.Über drei Jahre lang arbeiteten die beiden Berliner Filmstudenten Julius und Moritz an ihrem Animationsfilm "Butty". Mit ihrem Film wollten sie den Sprung in die große Filmwelt schaffen und der Weg doprthin führt auch über verschiedene Festivals. Als eines Tages die Nachricht eintrifft, sie seien disqualifiziert worden und sie ihre Einreichung zurückziehen mussten, werden sie hellhörig. "Butty" kursiere bereits online und wird einem Filmemacher aus den USA zugeordnet, so die Begründung.Die Filmstudenten sind sich sicher, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Doch je mehr sie der Sache nachgehen, desto unglaublicher wird die Geschichte des "talentierten Mr. F." aus den USA, der ihren Animationsfilm offensichtlich geklaut hat, der Titel und Credits veränderte und sich schließlich im Rampenlicht von Filmfestivals und US-amerikanischen TV-Shows sonnte."Der talentierte Mr. F. – Die Jagd auf einen Filmdieb“ ist eine Produktion der Neuen Flimmer GmbH im Auftrag des MDR in Zusammenarbeit mit ARD Kultur, BR, RBB und HR. Buch/Regie: Igor Plischke Umarbeitung: Ulf Köhler Verfügbar bis 23. Februar 2027
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Folge vom 22.02.2026Die Geheimrede – Die Stalinkritik Chruschtschows und ihre Wirkung im OstenDie Geheimrede Chruschtschows, gehalten am 25. Februar 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU, war der vorläufige Höhepunkt der Entstalinisierungsbemühungen nach dem Tod Stalins, zu denen die Separierung von Innenministerium und Staatssicherheit ebenso gehörten, wie vorzeitige Haftentlassungen. Chruschtschows Politik und seine Stalinkritik blieben jedoch inkonsequent. Am Leninschen Prinzip der Alleinherrschaft der Partei rüttelte er in keiner Weise - im Gegenteil. Dennoch regte sich in der Folge bei vielen Menschen eine gewisse Hoffnung auf eine liberalere Politik. Die Partei- und Staatsbürokratie verzögerte bzw. verhinderte die Reformbestrebungen. In Ländern wie Ungarn oder Polen wurde die Geheimrede Chruschtschows als Ermutigung für den Beginn bzw. die konsequente Fortsetzung eigener Entstalinisierungsansätze und der Zurückgewinnung der nationalen Souveränität interpretiert. Einsetzende Demonstrationen und Massenproteste ließ Chruschtschow von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen. Die SED-Führung unter Ulbricht und Pieck wies die Stalinkritik Chruschtschows innerlich zurück. Eine breite Debatte über die Beschlüsse und die Geheimrede des XX. Parteitages unterbindend, verfolgte die SED-Führung nach der Niederschlagung der Proteste in Polen und Ungarn Kritiker in und außerhalb der SED. Obwohl alle politischen Reformbemühungen Mitte der 1950er Jahre scheiterten, sahen sich die nachfolgend Regierenden gezwungen, ihr Handeln stärker von dem Stalins abzusetzen. Wesentlicher ist jedoch, dass die Geheimrede die antistalinistische Kommunikation in der Gesellschaft einleitete, die bis zu Chruschtschows Sturz 1964 relativ offen, anschließend im Untergrund geführt wurde. Feature von Meinhard StarkMit: Ulrike Krumbiegel, Sergej Gladkich, Thomas Stecher, Martin Seifert, Alexander BrabandtSchnitt: Hans-Peter RuhnertTon: Holger KliemchenRegie: Sabine RanzingerProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2006Verfügbar bis 16. Februar 2027
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Folge vom 21.02.2026Es ging seinen Gang: Aufstieg und Fall eines Buches in der DDRIm Frühjahr 1978 erschien nahezu zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands Erich Loests Roman "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene" - im Westen vielfach übersetzt, verfilmt und Schullesestoff, wurde er im Osten zunächst in ungewohnt kleiner Auflage gedruckt, wenig später verboten. Das bewirkte auf literarischem, was ehedem die Ausbürgerung Wolf Biermanns auf politischem Gebiet bewirkt hatte.Sieben Jahre Zuchthaus und schwere Krankheit lagen hinter dem Autor Erich Loest, mit Krimis hatte er sich finanziell über Wasser halten müssen. Doch nun schrieb er mit diesem Werk gegen alle von oben verordneten Tabus an: Wahrhaftig, präzise, witzig. "Das gelbe Buch" avancierte binnen kurzem zu einem Kultroman. Wie heftig, ja hysterisch, Staat, Stasi, die Kulturfunktionäre reagierten, dokumentierte Loest später in seinem Bericht "Der Vierte Zensor".Die Autorin befragt Personen, die damals mit der Veröffentlichung des Buches "Es geht seinen Gang" befasst waren", es gefördert oder verhindert haben.Feature von Linda RottaRegie: Sabine RanzingerProduktion: MDR 2003Verfügbar bis 19. Februar 2027