Emanuel Meshvinski gehört zu den jungen prägenden Köpfen der Hamburger Musikszene. Der Dirigent, Bratschist, Komponist und Leiter des Jewish Chamber Orchestra Hamburg spricht im Podcast über seinen Weg zur Musik, seine Liebe zu Hamburg und darüber, warum klassische Musik nicht immer geschniegelt und geschniegelt daherkommen muss.Schon früh spielte Musik in seinem Leben eine große Rolle, obwohl seine beruflichen Wünsche zunächst deutlich bodenständiger waren: Busfahrer, Lokführer oder Pilot standen zeitweise ebenfalls hoch im Kurs. Über die Begeisterung für Filme und Filmmusik fand Meshvinski schließlich seinen eigenen Zugang zur klassischen Musik. Heute verbindet er verschiedene musikalische Welten und arbeitet neben seiner Tätigkeit als Dirigent auch als Komponist, besonders im Bereich Filmmusik.Mit dem Jewish Chamber Orchestra Hamburg verfolgt Emanuel Meshvinski einen modernen Ansatz. Klassische Musik soll Menschen berühren und begeistern, ohne dass starre Regeln oder traditionelle Rituale potenzielle Besucher abschrecken. Ungewöhnliche Konzertformate, die Klassik mit Improvisation, Schauspiel oder elektronischer Musik verbinden, gehören deshalb genauso zum Programm wie klassische Werke. Auch die Zusammenarbeit mit DJs und Auftritte an ungewöhnlichen Orten zeigen, dass ein Orchester nicht zwangsläufig nur im klassischen Konzertsaal zuhause sein muss.Meshvinski spricht außerdem über seine Skepsis gegenüber Teilen des traditionellen Klassikbetriebs. Nicht jeder große Komponist müsse jedem gefallen, findet er. Entscheidend sei, neugierig zu bleiben und unterschiedliche Zugänge zur Musik zu ermöglichen.Ein wichtiger Teil des Gesprächs ist auch das jüdische Leben in Hamburg. Das Jewish Chamber Orchestra beschäftigt sich mit Erinnerung und Gedenken, möchte aber zugleich zeigen, wie vielfältig, lebendig und zukunftsorientiert jüdische Kultur ist. Nach dem 7. Oktober hat sich für Meshvinski persönlich der Blick auf seine jüdische Herkunft und seine öffentliche Rolle verändert.Am Ende zeigt das Gespräch einen Musiker, der zwischen Elbphilharmonie, Orchester, Filmmusik und Techno zuhause ist - und der davon überzeugt ist, dass klassische Musik dann besonders spannend wird, wenn sie sich traut, neue Wege zu gehen.Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung bei ARD Sounds: "Stolpertexte": https://www.ardsounds.de/sendung/stolpertexte/urn:ard:show:6f24ba87e235b462/
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Wie fühlt sich Hamburg an, wie erleben wir Hamburg? Das sind Fragen, denen wir in unserem Podcast "Feel Hamburg" nachgehen. Host Daniel Kaiser spricht mit Persönlichkeiten aus der Stadt - mit Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Das können Prominente sein aber auch Nachbarinnen und Nachbarn. Alle Gäste haben eines gemeinsam: Hamburg. Unser Podcast will das Lebensgefühl in dieser Stadt hörbar machen: Feel Hamburg.
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Folge vom 09.09.2026Emanuel Meshvinski: Klassik ohne Frack und steife Regeln
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Folge vom 26.08.2026Michael Batz: Der Mann, der Hamburg zum Leuchten bringtMichael Batz ist ein deutscher Lichtkünstler, Theatermacher und Autor. Bekannt wurde er vor allem durch seine Lichtinstallationen in Hamburg, darunter die blauen Lichttore der Blue Goals. Mit seinen Arbeiten zeigt Batz, wie Licht den öffentlichen Raum verändern, Stadtgeschichte sichtbar machen und neue Perspektiven auf vertraute Orte eröffnen kann.Sein künstlerischer Weg begann am Theater. Als junger Stückeschreiber übernahm er kurzfristig die Beleuchtung einer Studiobühne und entdeckte dabei die dramaturgische Wirkung von Licht. Seitdem versteht er Licht nicht nur als technische Unterstützung, sondern als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel. Helligkeit, Farbe und Schatten können für ihn Atmosphäre schaffen, Figuren charakterisieren und Geschichten erzählen.Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Lichtkunst in Hamburg. Mit den Blue Goals verband Batz Kunst, Stadtbild und ein internationales Sportereignis. Die blauen Lichtinstallationen machten sichtbar, welches Potenzial der öffentliche Raum als künstlerische Bühne besitzt. Projekte wie Hafenblau knüpften an diese Idee an und rückten den Hamburger Hafen sowie die besondere Identität der Stadt ins Zentrum.Batz arbeitet außerdem an der Schnittstelle von Theater und Stadtraum. Seine frühen Erfahrungen mit Straßentheater und freien Bühnen prägten seinen Wunsch, Kunst unmittelbar mit dem Publikum zu verbinden. Auch für Kampnagel setzte er sich für eine eigenständige künstlerische Produktion und ein unverwechselbares Profil ein.Eine besondere Bedeutung hat die Hamburger Speicherstadt für Michael Batz. Über viele Jahre inszenierte er dort seinen Jedermann und entwickelte die historische Kulisse zu einem Ort für Theater, Stadtporträt und gesellschaftliche Fragen. Dabei beschäftigte er sich mit den Themen, die Hamburg bewegen, sowie mit verdrängter und vergessener Vergangenheit.Als Autor dokumentiert Batz zudem die Geschichte Hamburgs. Für die Hamburgische Bürgerschaft verfasst er regelmäßig dokumentarische Theaterstücke. Seine Recherchen führen zu Projekten und Publikationen über jüdische Geschichte, die Speicherstadt, historische Persönlichkeiten und die Erinnerungskultur der Stadt.Michael Batz verbindet Lichtkunst, Theater und historische Recherche zu einer eigenen Form kultureller Arbeit. Seine Projekte machen Orte erfahrbar und regen dazu an, über Hamburgs Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft nachzudenken. Einen Ruhestand plant der Künstler nicht: Er möchte weiterhin neue Geschichten entwickeln und den öffentlichen Raum mit Licht und Theater gestalten.Hier geht es zur Podcastempfehlung von Host Daniel Kaiser bei ARD Sounds "Tatort Geschichte - True Crime meets History": https://www.ardsounds.de/sendung/tatort-geschichte-true-crime-meets-history/urn:ard:show:26470b5714f8d321/
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Folge vom 12.08.2026Jan Kersjes (Doc Brown): Zwischen DeLorean und JakobswegJan Kersjes gehört zu den markantesten Musicaldarstellern Deutschlands und begeistert derzeit als Doc Brown im Hamburger Erfolgsmusical „Zurück in die Zukunft“. Im Gespräch erzählt der Schauspieler von seinem außergewöhnlichen Lebensweg, seiner Karriere zwischen Schauspiel und Musical sowie von den Erfahrungen, die ihn privat und beruflich geprägt haben.Schon als Kind entdeckte Jan Kersjes seine Leidenschaft für Geschichten. Filme, Fernsehproduktionen und Theateraufzeichnungen wurden zum Ausgangspunkt seines Wunsches, selbst auf der Bühne zu stehen. Nach einer klassischen Schauspielausbildung spielte er zunächst an verschiedenen Stadttheatern und übernahm Rollen in bekannten Theaterstücken wie "Hamlet", "Woyzeck" oder "Die Räuber". Der Wechsel ins Musical erfolgte vergleichsweise spät, erwies sich jedoch als entscheidender Karriereschritt. Mit der Rolle des König George in "Hamilton" gelang ihm der Durchbruch im Musicalbereich. Es folgten Engagements als Olaf in "Die Eiskönigin", Timon in "Der König der Löwen" und schließlich Doc Brown in "Zurück in die Zukunft".Besonders reizvoll findet Kersjes exzentrische Charakterrollen. Statt klassischer Heldenfiguren interessieren ihn Rollen mit Humor, Eigenheiten und viel Spielfreiheit. Gerade diese Figuren erlauben ihm, mit dem Publikum zu interagieren und jeder Vorstellung eine eigene Dynamik zu verleihen.Neben seiner Karriere spricht Jan Kersjes offen über persönliche Krisen. Depressionen, Ängste und mangelnde innere Stabilität begleiteten ihn über viele Jahre. Ein Wendepunkt war der Jakobsweg, auf dem er seine spätere Frau kennenlernte. Später führten ihn Meditation, buddhistische Lehren und mehrere Aufenthalte in Indien zu einer spirituellen Lebensweise, die bis heute seinen Alltag bestimmt. Diese Praxis hilft ihm nach eigener Aussage sowohl im Privatleben als auch unmittelbar vor seinen Auftritten.Auch sein Start in Hamburg verlief ungewöhnlich. Weil die Familie zunächst keine Wohnung fand, lebte sie mehrere Monate auf dem ElbeCamp in einer Jurte. Die einfache Lebensweise ohne gewohnten Komfort wurde rückblickend zu einer prägenden Erfahrung. Heute lebt die Familie in Groß Flottbek, während Kersjes meist mit dem Fahrrad zum Operettenhaus fährt.Im Gespräch schildert der gebürtige Niederrheiner außerdem seine enge Verbindung zu Hamburg, sowie seine Erinnerungen an die Kindheit in Kleve. Er erzählt von seiner Faszination für den Film "Zurück in die Zukunft", der ihn seit seiner Jugend begleitet und erklärt, warum ihn die Figur des Doc Brown besonders anspricht. Das Gespräch zeichnet das Porträt eines vielseitigen Künstlers, der Humor, Schauspiel, Musik und persönliche Entwicklung miteinander verbindet und dessen Erfolg auf weit mehr beruht als spektakulären Bühnenauftritten.Hier geht es zur Podcastempfehlung bei ARD Sounds: https://www.ardsounds.de/sendung/true-crime-hamburg-der-polizei-podcast/urn:ard:show:3c3311290ecbada3/
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Folge vom 29.07.2026Benjamin Maack: Depressionen kosten Kraft - jeden TagWie fühlt sich eine Depression wirklich an? Im Podcast „Feel Hamburg“ spricht Journalist und Autor Benjamin Maack außergewöhnlich offen über sein Leben mit einer wiederkehrenden Depression – ehrlich, selbstkritisch und immer wieder mit überraschendem Humor.Maack erklärt, warum Depression weit mehr ist als Traurigkeit. Sie koste ihn oft „20 bis 40 Prozent“ seiner täglichen Kraft und begleite ihn seit vielen Jahren. Lange habe er geglaubt, sein Zustand sei normal, obwohl sein Leben von außen erfolgreich wirkte. Erst nach einem Zusammenbruch erhielt er die Diagnose und begann zu verstehen, was mit ihm geschieht.Besonders eindrucksvoll beschreibt der SPIEGEL-Redakteur, wie sich Depression auf das eigene Denken auswirkt. Anerkennung von außen komme bei ihm häufig nicht an, stattdessen dominierten Selbstzweifel. Trotzdem hat er gelernt, Warnzeichen früh zu erkennen und Strategien zu entwickeln, die ihm helfen: Eisbaden, Fahrradfahren, Gespräche mit anderen Menschen oder einfach die Erkenntnis, dass „Reden immer gut“ ist.Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist der Umgang der Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen. Maack freut sich darüber, dass heute offener über Depression gesprochen wird. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass viele Betroffene aus Angst vor beruflichen Nachteilen weiterhin schweigen müssen. Seine eigene Offenheit sei deshalb auch ein Privileg.Natürlich geht es auch um Hamburg. Benjamin Maack erzählt von seinem Weg aus dem niedersächsischen Bardowick in die Hansestadt, von seiner Heimat Harburg, wo er sich den Menschen besonders verbunden fühlt, und davon, warum er lieber mit Fremden ins Gespräch kommt, als sich hinter Vorurteilen zu verstecken. Seine Erfahrungen zeigen: Freundlichkeit schafft oft Nähe – auch dort, wo andere Distanz erwarten.Das Gespräch ist weit mehr als ein Interview über Depression. Es ist ein Gespräch über Menschlichkeit, Hoffnung und den Mut, offen über psychische Gesundheit zu sprechen – ohne Pathos, aber mit viel Wärme, Humor und einer großen Portion Lebensklugheit.Hier geht es zur Podcastempfehlung bei ARD Sounds: https://www.ardsounds.de/sendung/zeitkapsel/urn:ard:show:7bfa3eb2144cdb14/