Prometheus! Die Identifikationsfigur einer ganzen Epoche, die wir als "Aufklärung" bezeichnen! Und dann Beethoven! Wer könnte besser als dieser menschliche Titan den mythologischen Titanen zum Singen bringen! Aber bei Beethoven wird nicht gesungen, er bringt Prometheus zum Tanzen.
Sein Ballett "Die Geschöpfe des Prometheus" bietet eine sehr eigenwillige Deutung der mythologischen Vorlage, und obendrein ist gegen Ende die Bühnenhandlung der Musik nur schwer zuzuordnen, die lückenhafte Überlieferung schweigt hier. Paul Bartholomäi lässt Beethovens wenig gespieltes Werk vorüberziehen und verzichtet natürlich auch nicht auf das Finale von Beethovens ursprünglich Napoleon gewidmeter "Eroica", das mit demselben Thema aufwartet wie das Finale des Prometheus-Balletts.
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Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.
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Folge vom 18.02.2025Notenschlüssel - Beethoven: Die Geschöpfe des Prometheus
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Folge vom 13.02.2025Notenschlüssel - Monteverdi: Orpheus und die erste OperWenn das kein guter Start ist! Mit dem sagenhaften Sänger Orpheus erobert eine neue Gattung die Bühne - und die Herzen des Publikums. Bis heute. Monteverdi hat mit seinem "L‘Orfeo" 1607 einen frühen Meilenstein gesetzt. Paul Bartholomäi ist der Reiseführer durch dieses allererste Meisterwerk der Operngeschichte, das längst keine Schrulligkeit einer Handvoll Alte-Musik-Fans mehr ist, sondern fester Bestandteil in den Spielplänen der Opernhäuser. Ein Blick auf Monteverdis gerühmte Madrigalkunst fehlt in diesem Rundgang durch "L’Orfeo" ebenso wenig wie ein Vergleich verschiedener Aufnahmen.
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Folge vom 09.02.2025Notenschlüssel - Schumann: "Carnaval"Eine "Kostümparty" auf dem Klavier? Ja, das geht! Der junge Robert Schumann, der schwankte, ob er Musiker oder Schriftsteller werden sollte, komponierte einen imaginären Maskenball mit dem Namen "Carnaval". Wer da alles eingeladen ist? Paul Bartholomäi demaskiert die Gäste, die der musikalischen Fantasie des Gastgebers erscheinen: Da ziehen Figuren aus der Commedia dell’Arte vorbei, Komponistenkollegen, Schumanns literarische Alteregos und pikanterweise auch die beiden Damen, denen damals das Herz des jungen Künstlers zuneigte. Obendrein breitet Schumann ein subtiles Spiel mit Namen und Notennamen aus - wenn das kein Stoff für den "Notenschlüssel" ist!
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Folge vom 22.01.2025Notenschlüssel - Carl Philipp Emanuel Bachs "Freye Fantasie""Bach" - der Name hat in der Musikwelt einen guten Klang. Auch schon im späteren 18. Jahrhundert. Wer da (meistens anerkennend) von "Bach" sprach, meinte selbstverständlich den berühmten Carl Philipp Emanuel Bach, nicht den alten Johann Sebastian, und dieser weithin bekannte Bach schrieb Musik, die man mit einigem Recht als frühe "Romantik" verstehen kann. Carl Philipp Emanuel Bachs "Freye Fantasie" in fis-Moll ist im "Notenschlüssel" der Ausgangspunkt für einen Ausflug in die musikalische Welt des zweitältesten "Bach-Sohnes", wie wir abwertend zu sagen pflegen. Paul Bartholomäi versucht eine Analyse dieses scheinbar formlosen Werkes, beleuchtet Bachs sogar schriftlich niedergelegtes Konzept der "Freien Fantasie" und streift durch die Epoche der "Empfindsamkeit". Er wirft einen Blick auf ebenfalls fantasierend schweifende Kompositionen von Bachs Vater und berührt auch die Grundsatzfrage nach Absicht und Wirkung der Musik.