Aus den Lecks an den Nord-Stream-Pipelines strömt immer noch Gas aus. Das wirke sich "gravierend" auf das Klima aus, sagt Energie-Ökonomin Claudia Kemfert. Denn das dort entweichende Methan sei sehr viel klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid. Wie wahrscheinlich ist, dass auch andere Pipelines beschädigt werden könnten?
Außerdem geht es um Flüssig-Erdggas (LNG): Studien zufolge ist es sogar klimaschädlicher als Kohle. Auch Kemfert sieht bei Erdgas eine "ähnliche schlechte Klimabilanz" wie bei der Kohle. Wie sinnvoll ist es dann, dass neue LNG-Terminals in Deutschland gebaut werden? Wäre es stattdessen nicht besser, mehr Kohle abzubauen?
Apropos Kohle: Im Podcast ist auch der RWE-Kompromiss Thema. Kemfert findet es gut, den Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen vorzuziehen, kritisiert aber, dass das Ganze "im Hinterzimmer ausgekungelt wurde".
Worum es noch geht: Um die Forderung von "Fridays for Future" an die Bundesregierung, 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz bereitzustellen. Wieso gibt es so wenige Reaktionen aus der Politik?
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Hitze, Dürren und schwere Unwetter. Die Klimakrise hat viele Gesichter und macht vielen von Euch Angst. Deshalb ist eine sachliche und verlässliche Einordnung wichtig. Die bekommt Ihr alle zwei Wochen in “Kemferts Klima-Podcast”. Was bedeuten die neuesten Klima-Studien? Sind die Klimaschutz-Maßnahmen der Regierung wirklich sinnvoll? Und woher bekommen wir in Zukunft günstige und emissionsfreie Energie? Klimaökonomin Prof. Claudia Kemfert gibt Antworten und zeigt Euch, wie Ihr nachhaltiger und klimafreundlicher leben könnt.
Folgen von Kemferts Klima-Podcast
90 Folgen
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Folge vom 06.10.2022Die neuen Klimasünden: Pipeline-Lecks und LNG
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Folge vom 21.09.2022Uniper: "Eine fossile Bad Bank"Deutschland lebt im Krisenmodus – Krieg, Energie, Klima – es gibt derzeit viele Brandherde. Nun steht Deutschland am Rande einer Rezession, viele Unternehmen leiden unter den Energiepreisen. In dieser Folge geht es darum, ob Befürchtungen vor einer Deindustrialisierung Deutschlands gerechtfertigt sind. Außerdem im Fokus: Der Staat übernimmt Uniper. Klimaökonomin Kemfert spricht von einem „notwendigen Übel“. Uniper sei systemrelevant, nun müsse der Staat das Unternehmen retten und eine „fossile Bad Bank“ erschaffen. Das sei ein bitterer Tag für Deutschland. Weitere Themen: Treuhandverwaltung für Rosneft und eine Klima-Studie, die manchen Angst macht. Haben auch Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen sie an unter 0800 40 40 008. Und der Podcast-Tipp: Energiekrise - und jetzt?
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Folge vom 07.09.2022Wie teuer werden Strom und Gas im Winter?Die Bundesregierung hat einen Stresstest für die Energieversorgung in Deutschland im Herbst und im Winter veranlasst. Im Ergebnis sollen zwei Atomkraftwerke zum Jahreswechsel nicht in den Ruhestand, sondern in die Reserve gehen. Die Klimaökonomin Claudia Kemfert findet das nicht gut. Es sei extrem unwahrscheinlich, dass Deutschland die AKW zur Stromversorgung brauche. Sie vermutet eher politische Gründe für den Schritt von Wirtschaftsminister Habeck. Überhaupt sieht sie methodische Mängel beim Stresstest. Eine besondere Rolle spielt dabei das Jahr 2012. Wir thematisieren außerdem das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung. Es habe Stärken und Schwächen, so Kemfert. Und: Es brauche ein viertes Paket, das zielgerichtet die untersten Einkommensschichten entlasten müsse. Denn klar ist: Gas und Strom werden deutlich teurer. Außerdem schauen wir, wie gut Strompreisbremse und Gasumlage als Instrumente in der Energiekrise taugen. Haben auch Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen sie an unter 0800 40 40 008.
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Folge vom 27.07.2022Atomdebatte: Warum uns auch ein "Streckbetrieb" nichts nütztDie EU hat einen Gas-Notfall-Plan beschlossen, in Deutschland tobt eine Debatte um die Laufzeiten der Atomkraftwerke, es gibt Studien zur Wirkung des 9-Euro-Tickets und Spekulationen um einen Aufsichtsratsposten für Prof. Kemfert. Vier Themen, die es in Kemferts Klima-Podcast vor der Sommerpause zu besprechen gilt. Als erstes dementiert Energie-Expertin Claudia Kemfert Berichte, sie würde beim angeschlagenen Energie-Konzern Uniper in den Aufsichtsrat einsteigen. Sie habe davon nur aus der Zeitung erfahren. Sie sei auch nicht interessiert an einem solchen Mandat in irgendeinem Unternehmen. Ihr sei ihre Unabhängigkeit als Wissenschaftlerin wichtig. Im Gas-Notfallplan der EU sieht Kemfert einen Schritt in die richtige Richtung, hat aber zwei Aber: Was passiert in einem echten Notfall? Kann man die Länder dann anweisen, wirklich zu sparen? Außerdem reichen 15 Prozent Einsparung nicht aus, es müssten eher 20 Prozent sein. Außer Appellen hat man jetzt noch nicht all zu viel getan. In der Debatte um eine längere Laufzeit der deutschen Atomkraftwerke hat Claudia Kemfert eine klare Meinung und spricht von einer politischen Gespensterdebatte. Aufwand und Ertrag eines längeren Betriebs stünden in keinem Verhältnis. Daran ändere auch ein "Streckbetrieb" nichts. Zum Schluss geht es um Studien zur Wirkung des 9-Euro-Tickets, u.a. von der TU München. Frau Kemfert sieht viele positive Aspekte für eine Verkehrswende zugunsten des Klimaschutzes. Sie plädiert dafür, das 9-Euro-Ticket um drei Monate zu verlängern und dann eine dauerhafte Nachfolge-Lösung zu etablieren. Das könne ein 69-Euro-Ticket oder ein ähnliches Modell wie in Österreich sein.