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Kultur & GesellschaftTalk

MDR KULTUR trifft: Menschen von hier

Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.

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Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier

53 Folgen
  • Folge vom 18.04.2026
    MDR KULTUR trifft Stefan Poetzsch
    Stefan Poetzsch hielt sich 2017 für einen kurzen Lehraufenthalt an der Legon University Accra in Ghana auf, wo sein langjähriger US-amerikanischer Musikpartner, der Saxophonist und Komponist Benjamin Boone, zu dieser Zeit eine Gastprofessur inne hatte. Gemeinsam gründeten sie dort das „New Global Ensemble“, zu dem auch Aaron Bebe Sukura (Balaphon, Vocals) und Baffour Awuah Kyerematen (Percussion, Vocals) gehören. 2018 gaben sie zunächst Konzerte in Ghana, 2022 dann in Deutschland und 2023 in Johannesburg. Seit Dezember 2025 liegt nun das Debüt-Album „Dream Walking“ vom „New Global Ensemble“ vor. Stefan Poetzsch präsentiert es mit den Worten „Wir sind global, indem wir breit denken und die Schnittstellen zwischen traditioneller und künstlerischer Musik Afrikas, Europas und der USA auf kulturell sensible Weise erforschen.“ Für dieses Jahr sind zwei Konzerte in Deutschland geplant.Geboren wurde Stefan Poetzsch 1963 in Magdeburg. Dort erhielt er seine ersten musikalischen Ausbildungen, gab Konzerte und war als Theatermusiker engagiert. Nach Auftrittsverbot und einem Jahr politischer Inhaftierung in Gefängnissen der Staatssicherheit in Magdeburg und Naumburg wurde er 1985 in die Bundesrepublik abgeschoben. Seine Haft verarbeitete Stefan Poetzsch u.a. in der Text/ Klang-Produktion „unnötig“, die er zusammen mit der Tänzerin Bettina Essaka und dem chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu in einer Performance über staatliche Repression und Verfolgung in der DDR und in China beim 33. Erlanger Poetenfest 2013 zeigte und die bis heute im Internet zu sehen ist. Im vergangenen Jahr war Stefan Poetzsch im Politischen Bildungsforum Sachsen-Anhalt der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema „Jugendsubkulturen und die Sicherheitsorgane der DDR: Zwischen Unverständnis und Dämonisierung“ geladen und ist gelegentlich Gast bei Zeitzeugengesprächen in Magdeburg. Seit 1985 lebt Stefan Poetzsch in Erlangen, arbeitet als Komponist und Musiker für Theater und Tanz, gibt Konzerte, arbeitet als freiberuflicher Lehrer für Violine und Viola. Seit 1990 realisiert er mit der Choreographin und Tänzerin Bettina Essaka Tanzproduktionen aus konkretem Tanz, Choreographie, Musik, Komposition und Liveelektronik. Aufführungen, Konzerte und CD-Produktionen führten sie quer durch Europa, verschiedene Länder Afrikas und in die USA. Als zeitweiliges Mitglied des Leipziger Barockorchesters gründete er im Jahr 2000 parallel das Stefan Poetzsch Ensemble, welches bis heute in wechselnden Kammermusikbesetzungen ausschließlich Poetzsch-Kompositionen spielt. Allein für den Bayerischen Rundfunk wurden bisher ca. 80 Stücke produziert, darunter zahlreiche Auftragskompositionen. 1995 und 2000 war Stefan Poetzsch Artist in Residence am Atlantic Center for the Arts in Florida/USA. Dort absolvierte er Meisterkurse bei dem Komponisten Donald Erb und dem Improvisator Cecil Taylor. 2008, 2011 und 2025 hatte Stefan Poetzsch eine Gastdozentur für Komposition und intermediale Projekte bei den California Summer Arts in Fresno/ USA, bei der es u.a. zu einer Zusammenarbeit mit dem Kronos Quartett kam. Seit 2009 hat Stefan Poetzsch ein Duo mit dem Trompeter Markus Stockhausen, welches z.T. mit Patrice Héral (dr) erweitert wurde und seit einiger Zeit als „Quan“ mit dem Schlagzeuger Christian Thomé konzertiert. Weitere regelmäßige Projekte pflegt er mit dem New Yorker Avantgarde-Gitarristen Eyal Maoz, dem kubanischen Pianisten Alberto Diaz, dem Schlagzeuger Lukas Ligeti, der Cellistin Ha-Yang Kim und dem kamerunischen Sänger und Percussionisten Njamy Sitson. Er konzertierte außerdem u.a. mit Frank Gratkowski, Guy Livingston, Barre Phillips, Hans Burgener und Martin Schütz.Moderation Julia HemmerlingRedaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 11.04.2026
    MDR KULTUR trifft... Bernd Mottl
    Zehn Aufführungen sind beim Lortzing Festival in Leipzig zu erleben, darunter am 24.04. in der Musikalischen Komödie die Spieloper „Der Waffenschmied“. Die selten gespielte Revolutionsoper „Regina“ feiert am 25.04. im Opernhaus Premiere, in einer Inszenierung von Bernd Mottel. Das Gewandhausorchester wird von Constantin Trinks dirigiert. Vor fast 180 Jahren mußte Albert Lortzing Leipzig nach Unstimmigkeiten und künstlerischen Differenzen verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit Leipzig verbunden. In dieser Stadt lebte und arbeitete der 1801 in Berlin geborene Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent am längsten und erschuf die meisten seiner Werke, darunter acht Opern. Vor allem mit seinen Komödien feierte Albert Lortzing Erfolge, darüber hinaus engagierte er sich politisch und gesellschaftlich. Er war Mitglied im Verein „Tunnel über der Pleiße“, in dem sich die politische Opposition während des Vormärz traf und in der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“. Nach Leipzig lebte Albert Lortzing in Wien und Berlin, wo er 1851 völlig verarmt im Alter von 49 Jahren verstarb. Zwischen 1835 und 1850 war er der bedeutendste deutsche Opernkomponist. Bis weit in die Nachkriegszeit gehörten seine Opern zu den meistgespielten Werken im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1848 und in Wien beendete Albert Lortzing die kaum bekannte Oper „Regina“, als auch dort der deutsche Revolutionsversuch gescheitert war, in der Stadt, in der sein Freund Robert Blum, der in Leipzig den Sturz der sächsischen Regierung und demokratische Grundrechte gefordert, hingerichtet ward. Diese seine „Freiheits-Oper“ spiegelt den Geist der Frankfurter Paulskirche, als Tagungsort der ersten deutschen Nationalversammlung und der 1848er Revolution wider. Für Regisseur Bernd Mottl eine besondere Freude und Ehre gerade diese Oper in Leipzig, der Stadt der Friedlichen Revolution von 1989 und in gegenwärtiger politischer Zeit zur Premiere zu führen. In Mönchengladbach wurde Bernd Mottl 1965 geboren. An der Freien Universität Berlin studierte er Theater und Musikwissenschaften. Zusammen mit Marcel Pomplun gründete er die Studiobühne der FU neu. Hier inszenierte Bernd Mottl von 1988 bis 1994 mit Studenten der Berliner Schauspielhochschulen zahlreiche Aufführungen, die auch auf europäischen Festivals gezeigt wurden. Er assistierte zudem bei den Regisseuren Harry Kupfer und John Dew. Seit 1994 arbeitet Bernd Mottl als freischaffender Regisseur an Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sein Repertoire umfaßt Oper, Schauspiel, Musical und Operette. Zunächst brachte er an der Neuköllner Oper einige vielbeachtete Musical-Uraufführungen mit dem Autor Peter Lund zur Premiere, inszenierte dann am Staatstheater Cottbus, am Maxim Gorki Theater Berlin, an der Staatsoper Hannover, an der Oper Köln, dem Staatsschauspiel Dresden, am Theater Heidelberg, am Schauspiel Kiel, am Berliner Renaissance-Theater und weiteren zahlreichen Bühnen. 2018 zeigte er am Staatstheater Wiesbaden eine Interpretation von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Bei den hessischen Theatertagen 2019 erhielt Bernd Mottl für „Schade, daß sie eine Hure war“ von John Ford den Preis für die beste Inszenierung und den Publikumspreis 2022 des Hans Otto Theaters Potsdam für das Musical „Cabaret“. Die Inszenierung „Der Vogelhändler“ am Staatstheater am Gärtnerplatz München erhielt vom Bayerischen Rundfunk die Auszeichnung Operetten-Frosch für die Spielzeit 2023/ 2024. 2026 wird Bernd Mottl an der Semperoper Dresden debütieren. Moderation Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 04.04.2026
    MDR KULTUR trifft... Felix Papenhagen
    „Via Regia - jüdisch - unterwegs“ heißt es im Themenjahr „TACHELES. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ in einer Kooperation der Leipziger Notenspur e.V. mit dem Sechsstädtebundfestival e.V.“. Felix Papenhagen, ausgebildeter Zimmermann, studierter Kulturwissenschaftler und promovierter Judentumsforscher ist Verantwortlicher für die Jüdische Projektfamilie beim Notenspur Leipzig e.V. Die Veranstaltungsreihe „Via Regia - jüdisch - unterwegs“ lädt zu 38 Konzerten, Lesungen, Fahrradtouren und musikalischen Wanderungen entlang der historischen Handelsstraße zwischen Görlitz und Leipzig ein. Zu den Höhepunkten gehören der Schneeblumen-Gedenkweg zwischen Leipzig und Meißen, sowie das Konzert „Gershwin & Weill - eine transatlantische Begegnung“ in Kamenz. Der Schneeblumen-Gedenkweg erinnert, daß nach der Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April 1945 in der Nacht des 13. April 1945 an die 1500 Zwangsarbeiterinnen, jüdische Ungarinnen und französische politische Gefangene vom KZ Buchenwald-Außenlager Wolfswinkel/ Markkleeberg durch die verdunkelten Straßen Leipzigs getrieben wurden. Viele der Frauen überlebten den Marsch in der eisigen Nacht, der sie nach Theresienstadt bringen sollte, nicht. Für andere war es ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben. In Rostock wurde Felix Papenhagen 1980 geboren. Nach dem Abitur absolvierte er von 1999 bis 2000 in Haifa/ Israel seinen Zivildienst. Danach ließ sich Felix Papenhagen in Frankreich als Zimmermann ausbilden und war in diesem Beruf tätig. Ab April 2004 studierte er in Freiburg im Breisgau Judaistik und Europäische Ethnologie. Von 2010 bis 2014 hatte er ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Leipzig im Rahmen eines Graduiertenkollegs inne. 2014 promovierte Felix Papenhagen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Arbeit „Wem gehört der Schrank mit heiligen Büchern? Jüdische Religion im Kontext israelischer Popularmusik.“ 2015 bis 2017 war Felix Papenhagen Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Maimonides Centre for Advanced Studies - Jewish Scepticism an der Universität Hamburg. 2018 bis 2019 wirkte er als Projektmanager bei der Aufbauwerk Region Leipzig GmbH und von 2019 bis 2021 als Assistent für Qualitätsentwicklung Grund- und Musikschulen der Rahn Education in Leipzig. 2021 bis 2023 arbeitete Felix Papenhagen als Referent im Schulmanagement-Bereich der Dr. P. Rahn & Partner Schulen in freier Trägerschaft Gemeinnützige Schulgesellschaft GmbH. Seit Mai 2023 ist er Mitarbeiter des Notenspur Leipzig e.V. Seit 30 Jahren spielt Felix Papenhagen Geige und Gitarre und sang im Rostocker Choralchor. Moderation Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 28.03.2026
    MDR KULTUR trifft Jörg Junhold
    Mit dieser Anlage und in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie sollten neue Maßstäbe in der Menschenaffentierhaltung gesetzt werden. Wissenschaftler untersuchen nunmehr seit 25 Jahren im Leipziger Pongoland das Verhalten und die Erkenntnisprozesse von Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas und Bonobos. Der Zoo Leipzig gehört heute zu den modernsten Zoos im 21. Jahrhundert. 2001 wurde auch die Löwensavanne eröffnet, 2003 die Tiger-Taiga und 2004 die Kiwara-Savanne. Ein besonderer Höhepunkt war 2011 die Eröffnung der Tropenerlebniswelt Gondwanaland, einzigartig in Europa. An die 650 Tierarten leben derzeit in sechs Erlebniswelten. Im vergangenen Jahr konnte das umgebaute Terrarium der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Derzeit wird noch an Feuerland und den Asiatischen Inselwelten gebaut. Bis zum 150. Geburtstag des Zoo Leipzig im Jahr 2028 soll die Umsetzung des Masterplans und damit die von Jörg Junhold im Jahr 2000 vorgestellte Vision für den „Zoo der Zukunft“, in dem artgemäße und naturnahe Tierhaltung miteinander vereint sind, abgeschlossen sein.Im brandenburgischen Ortrand wurde Jörg Junhold 1964 als Sohn einer Tierarztfamilie geboren. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung Baufacharbeiter in Riesa und Wehrdienst in Halle studierte Jörg Junhold von 1985 bis 1990 Veterinärmedizin an der Universität Leipzig, absolvierte anschließend und bis 1993 ein Forschungsstudium an der Chirurgischen Tierklinik der Universität Leipzig und promovierte 1994. Von 1992 bis 1997 arbeitete Jörg Junhold als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Marketing-Management bei der Effem GmbH, dem europäischen Marktführer für Tiernahrung. Im Jahr 1997 wurde er zum Direktor und Geschäftsführer des Leipziger Zoos berufen Er ist Mitglied in zahlreichen internationalen und nationalen Institutionen, Gremien und Verbänden. Bis Sommer 2025 war Jörg Junhold zudem sechs Jahre Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten.Moderation: Ellen SchwedaRedaktion: Angelika Zapf
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