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Kultur & GesellschaftTalk

MDR KULTUR trifft: Menschen von hier

Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.

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Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier

53 Folgen
  • Folge vom 21.03.2026
    MDR Kultur trifft Martin Becker und Tabea Soergel
    Der in Halle lebende Martin Becker hatte sich in den vergangenen Jahren mit seinen autofiktionalen Romanen einen Namen gemacht. Dann aber begab er sich auf ein völlig neues Terrain und holte sich für seinen ersten Krimi die langjährige Radio-Feature- und Schriftstellerkollegin Tabea Soergel aus Köln zur Seite. Nach „Die Schatten von Prag. Kischs erster Fall“, legten sie Ende vergangenen Jahres „Die Feuer von Prag. Kisch ermittelt“ im Kanon Verlag vor.“ Der erste Band spielt im Prag von 1910 kurz vor dem Weltuntergang. Die Erde soll den Schweif des Halley´schen Kometen kreuzen. Während alle zum Himmel schauen haben die Verbrecher auf Erden ein leichtes Spiel. Egon Erwin Kisch, Reporter der „Bohemia“, ermittelt auf eigen Faust in seinem ersten Fall. Der zweite Band „Die Feuer von Prag. Kisch ermittelt“ spielt im Prag von 1913 am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Martin Becker und Tabea Soegel lassen Egon Erwin Kisch und seine Kollegin Lenka Weißbach im berühmtesten Spionagefall der k.u.k. Monarchie ermitteln. Ein Lesegenuß für alle, die historische Krimis und Humor mögen und eine Liebeserklärung an das alte Prag dazu.In Dormagen in Nordrhein-Westfalen wurde Tabea Soergel 1983 geboren. Ab 2002 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2005 arbeitet sie als freiberufliche Radio-Autorin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und veröffentlicht literarische Text in Magazinen und Anthologien. Bis 2018 hatte Tabea Soergel ihren Lebensmittelpunkt in Leipzig, dann zog sie nach Köln. Mit Martin Becker produzierte sie von 2019 bis 2022 den Podcast „DuMont auf Sendung. Der Podcast mit Büchern“. Martin Becker kam 1982 in Attendorn in Nordrhein-Westfalen zur Welt. In der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg wuchs er auf. Zunächst studierte er zwei Semester Germanistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, bevor er 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studierte. Seit 2005 ist er freiberuflicher Schriftsteller und Hörfunk-Journalist, zog von Leipzig nach Berlin und arbeitete vornehmlich für den WDR, kehrte nach Leipzig zurück, lebte zeitweilig in Prag und heute in Halle. Über 50 Hörspiele und Features für die ARD entstanden, unter anderem aus Kanada, Brasilien und den USA, viele davon realisiert zusammen mit Tabea Soergel. 2007 erhielt Martin Becker eine Einladung zum Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Im selben Jahr erschien im Luchterhand Literaturverlag sein Erzählband „Ein schönes Leben“. Romane, Erzählungen und Sachbücher folgten, mit Preisen und Auszeichnungen bedacht. 2016 erhielten Martin Becker und Tabea Soergel den Deutsch-tschechischen Journalistenpreis. Moderation: Ellen SchwedaRedaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 14.03.2026
    MDR KULTUR trifft Lena Schätte
    Lena Schätte hat gleich zwei Preise abgeräumt: den Bachmann-Preis und dazu noch den mit 7.500 Euro dotierten Publikumspreis.Auch bei der Bewerbung um die Aufgabe der Stadtschreiberin von Erfurt konnte sie sich unter 59 Bewerbern durchsetzen. Mit Schreibwerkstätten, Gesprächsrunden und Lesungen möchte sie sich direkt ins Stadtleben einbringen, aber auch schreibend Zeit in Cafés oder im öffentlichen Raum verbringen. „Schreiben in den Zwischenräumen“ nennt sie es, wenn sich ihre Gedanken in Worte geformt auf Notizzettel, im Handy oder kleinen Notizbüchern wiederfinden. „Schreiben ist meine Art, das Leben auszuhalten“, formuliert Lena Schätte und, daß sie Orte anziehen, die noch nicht auserzählt sind, wie sie auch in Erfurt mit der ersten Begegnung fand. Der Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ beginnt mit den Sätzen „Meine Mutter bringt uns Töchtern Dinge bei. Andere Dinge, als mit geradem Rücken am Esstisch zu sitzen, als Danke und Bitte zu sagen, andere Dinge als ihrem Sohn. Sie bringt uns bei, dass Schnaps Ärger bedeutet“, um Zeilen später zu dem Satz zu kommen „Und sie bringt uns bei, dass eine Frau immer Fluchtgeld haben muß.“ Eine klare, direkte, dichte, aber manchmal auch zärtliche Sprache findet Lena Schätte. Motte wird die Protagonistin von ihrem Vater genannt. Der Roman erzählt von einer Arbeiterfamilie in den Neunzigerjahren im Sauerland, da wo auch Lena Schätte aufwuchs, aber die Geschichte könnte überall spielen. Denn Menschen trinken überall. Auf dem Dorf. In der Stadt. In unterschiedlichen sozialen Milieus. Ort, Zeit und Handlung von „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ sind global übertragbar, sagt Lena Schätte. In Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen wurde Lena Schätte 1993 geboren. 2014 debütierte sie mit dem Roman „Ruhrpottliebe“, erschienen im Marlon Verlag. Parallel zum Schreiben arbeitete Lena Schätte als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. 2023 war sie Hausgast im Literarischen Colloquium Berlin, erhielt ein Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats und arbeitete in der Redaktion der Anthologie „Tippgemeinschaft“ mit. Sie arbeitete bei suchtkranken Menschen in Lüdenscheid und widmete sich weiter dem literarischen Schreiben. Heute lebt Lena Schätte im nordrhein-westfälischen Altena. Im Café des Hagebaumarktes im benachbarten Ort Neuenrade schrieb sie den Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, erschienen im S. Fischer Verlag. Dafür erhielt Lena Schätte 2024 den W.-G.-Sebald-Literaturpreis und den Förderpreis Nordrhein-Westfalen.Eine Sendung von März 2026.Moderation: Julia HemmerlingRedaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 07.03.2026
    MDR Kultur trifft Daniela Danz
    In der Begründung der Jury heißt es „Daniela Danz gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als Lyrikerin verfügt sie mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit über ein breites Formenspektrum, das von alkäischen Oden über Prosagedichte bis hin zu eigenen schöpferischen Formen reicht, zuletzt im Gedichtband Portolan." Ebenfalls im Wallstein-Verlag erschien der Essay-Band „Nichts ersetzt den Blick ins Gelände“ (2023). Hier spürt sie dem eigen und dem Schreiben der anderen nach. Aber auch als Librettistin wird Danila Danz hörbar. Zusammen mit dem Komponisten Ben Frost arbeitete sie an der Oper „Der Mordfall Halit Yozgat“, basierend auf einer Recherche von Forensic Architecture über den neunten Mord des NSU. Am 06. April war Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel von Unbekannten erschossen worden. Erst fünf Jahre später stuften die Behörden den Mord als rechtsextremistisch ein und ordneten ihn dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ zu. Doch bei der juristischen Aufarbeitung blieben viele Fragen offen. Die Uraufführung, die wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, war im Mai 2025 in Hannover. Das Weimarer Deutsche Nationaltheater hat die Oper jetzt in ihren Spielplan aufgenommen. Die Premiere von „Der Mordfall Halit Yozgat“ ist dort am 12. März zu sehen.Seit 2021 ist Daniela Danz die Leiterin des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“, ein Kinder- und Jugendwettbewerb zur Förderung der demokratischen Kultur, der 1990 gegründet wurde und Demokratieprojekte aus dem schulischen und außerschulischen Bereich auszeichnet. Am Wettbewerb teilnehmen können alle jungen Menschen vom Kindergartenalter bis 25 Jahre. Im März jeden Jahres stehen die Gewinner fest. Präsentiert werden sie beim Junify Demokratiefestival im Sommer in Berlin.In Eisenach wurde Daniela Danz 1976 geboren, in Gotha und Wutha-Farnroda wuchs sie auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Tübingen, Prag, Berlin, Leipzig und Halle und promovierte über den „Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. Daniela Danz hatte Lehraufträge in Osnabrück und an der Universität Hildesheim. Von 2003 bis 2010 war sie als Kunstinventarisatorin für die Evangelische Kirche tätig. Zudem übernahm sie Lehraufträge für Kreatives Schreiben an den Universitäten Hildesheim und Osnabrück. 2013 folgte die Promotion mit der Dissertation „Herzpunkt der Anlage. Der Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. 2010 gründete Daniela Danz die Internationale Schüler-Textwerkstatt „Svolvi“. 2013 bis 2020 leitete sie das Literaturmuseum Schillerhaus Rudolstadt in Thüringen. Seit 2002 ist Daniela Danz als freiberufliche Autorin tätig und lebt mit ihrer Familie in Kranichfeld. Ihre schriftstellerische Arbeit umfasst Lyrik, Prosa, Essays und Kinderliteratur. Auch ist sie als Librettistin tätig und arbeitet mit Filmschaffenden zusammen. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und einige ihrer Texte in Zusammenarbeit mit Komponisten vertont. 2024 hatte Daniela Danz eine Poetikprofessur in Bamberg inne. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen und der Sächsischen Akademie der Künste. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.Moderation: Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
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  • Folge vom 28.02.2026
    MDR Kultur trifft Regina Bittner
    „An die Substanz. Bauhaus Dessau 100.“ Vor 100 Jahren zog das Bauhaus nach Dessau und das wird seit September 2025 mit Ausstellungen, künstlerischen Programmen, Konferenzen und zahlreichen Festen gefeiert. Höhepunkt ist am 28. März die Eröffnung der Hauptausstellung „Glas, Beton, Metall“, sowie drei kleinere Freiluftpräsentationen. Das Jubiläumsjahr will auch daran erinnern, warum das Bauhaus im Jahr 1925 nach Dessau kam: Aus ideologischen Gründen hatte die konservative Thüringer Landesregierung dem Bauhaus in Weimar die Finanzierung drastisch gekürzt. Zeitgleich nahmen die diffamierenden Angriffe auf das Bauhaus zu. 1933, ein Jahr nach dem erzwungenen Umzug des Bauhauses von Dessau nach Berlin, wurde es unter dem Druck der Nationalsozialisten als „entartet“ aufgelöst. Regina Bittner ist die Leiterin der Bauhaus-Akademie und Stellvertretende Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau. In ihren Verantwortungsbereich fallen die Konzeption und Lehre der postgradualen und transdisziplinären Programme zur transkulturellen Moderne in der Design-, Architektur- und Bauhausforschung. Regina Bittner kuratierte zahlreiche Ausstellungen zum Bauhaus und zur Kulturgeschichte der Moderne, u.a. 2019 die Sammlungspräsentation Versuchsstätte Bauhaus. Sie war u.a. von 2017 bis 2019 kuratorische Beraterin des Forschungs- und Ausstellungsprojektes Bauhaus Imaginista, im gleichen Zeitraum Jurymitglied der Kulturstiftung des Bundes zum Fond Bauhaus. Heute und seit 2019 ist Regina Bittner Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Mies van der Rohe Haus Berlin. Die Mitarbeit in internationalen Jurys und Kuratorien ist fester Bestandteil ihrer beruflichen Praxis. In die Jubiläumsausstellung in Dessau „Glas, Beton, Metall“ ab 28. März gab sie ihr Wissen in den Ausstellungsbaustein „Bauhaus im Glas“ ein. Regina Bittner treibt an, alltägliche Begebenheiten und Artefakte als Verflechtungsgeschichten zu erzählen, herauszufinden, warum diese für Menschen bedeutsam geworden sind. Und, sie mag und schätzt die Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden und jungen Forscherinnen. Das „Bauhaus Lab“ unter Ihrer Leitung bietet dazu viele Möglichkeiten. Jährlich lädt das „Bauhaus Lab“ acht junge internationale professionelle Architekten, Designer, Forscher und Kuratoren zu einer dreimonatigen Kollaboration ans Bauhaus ein, um an einem ausgewählten Objekt der Bauhausgeschichte Facetten transkultureller Kulturproduktion zu erforschen und daraus eine gemeinsame Ausstellung zu erarbeiten. In Freiberg in Sachsen wurde Regina Bittner geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig und promovierte am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Forschungen bewegten sich anfangs mit Studien zu urbanen und regionalen Transformationsprozessen in Ostdeutschland. Von 1996 bis 1998 unternahm Regina Bittner ethnografische Studien zum regionalen Strukturwandel einer altindustriellen und schrumpfenden Region mit dem Fokus auf Wohnkulturen und Nachbarschaftsbeziehungen, die 1998 unter dem Titel „Kolonien des Eigensinns“ veröffentlicht wurden. In ihrer Dissertation befaßte sie sich mit dem Identitätsbildungsprozeß der Stadt Dessau als Bauhausstadt. Seit 2019 ist Regina Bittner Honorarprofessorin am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Martin-Luther-Universität in Halle. Von 2021 bis 2022 war sie Gastprofessorin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Moderation: Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf
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