1981 zog man Max Rüdlinger mitten aus einer Berner Demo vor die Filmkamera. Er träumte von grossen Rollen, Champagnerbädern und Frauen, die ihm zu Füsse lagen. Doch die internationale Filmkarriere blieb aus.
Stattdessen spielte er ein Leben lang in Dutzenden von Filmen kleine Nebenrollen: Hauswarte, Polizisten, Miesepeter. So wurde er zum «Griesgram der Nation».
Max Rüdlinger, geboren in Flums, war als junger Mensch ein Streber, bis er erkannte, wie leer ihn das Auswendiglernen machte.
In der Folge suchte er als Revolutionär den Stunk auf der Strasse, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und landete immer wieder in improvisierten Filmen von Clemens Klopfenstein.
Auf Filmplakate schaffte er es nicht allzu oft. Seine Visage, hiess es, tauge nicht als Verkaufsargument.
Seine grosse Sinnkrise in der Lebensmitte pedalte Rüdlinger mit dem Velo nieder: Von der Schweiz bis fast ans Nordkap und von San Francisco nach Costa Rica.
Wie er mit Enttäuschungen lebt, warum er lieber liest als dreht und wie wichtig ihm Spiritualität geworden ist, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu.
Die Musiktitel:
- M.A. Numminen: Ich und meine Braut im Parlament
- Milva: Addio Lugano bella
- Gurdjeff Ensemble, Levon Eskenian: Trembling Dervish
- Jimmy Cliff: The Harder They Come
Erstausstrahlung: 08.03.2026
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«Musik für einen Gast» – die besondere Talkshow auf SRF 2 Kultur: Ein Mensch und seine Musik. Persönlichkeiten – ob aus Kultur, Wissenschaft, Sport, Politik oder Wirtschaft – erzählen über ihr Leben, ihren Beruf, ihre Träume und Visionen und vor allem über die Musik, die sie geprägt hat und ihnen wichtig ist.
Folgen von Musik für einen Gast
50 Folgen
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Folge vom 15.08.2026Max Rüdlinger: «Ich bin niemand»
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Folge vom 09.08.2026Diana Damrau: «Die Königin der Nacht ist ein Zustand»Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem. Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum. 1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren. Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe. Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Giuseppe Verdi: «E' strano» aus La Traviata (Maria Callas, Sopran; Coro Cetra; Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai; Gabriele Santina, Leitung) - Edvard Grieg: «Morgenstimmung», aus Peer Gynt (Berliner Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: «Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen», Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Edda Moser, Sopran; Bayerisches Staatsorchester München; Wolfgang Sawallisch, Leitung) - Michael Jackson: Thriller - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding». Arie der Marschallin aus «Der Rosenkavalier» (Elisabeth Schwarzkopf, Sopran; Otto Edelmann, Bass; Philharmonia Orchestra; Herbert von Karajan, Leitung) Der Einspieler: Wolfgang Amadeus Mozart: «O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren». Rezitativ und Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Diana Damrau, Sopran; Cercle de l’Harmonie; Jérémie Rhorer, Leitung) Erstausstrahlung: 04.01.2026
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Folge vom 08.08.2026Robert Knöll: «Alte Bilderrahmen sind meine Passion»Robert Knöll ist Kunsthistoriker und Bilderrahmer. In seinem Atelier, das die grösste Sammlung barocker Bilderrahmen beherbergt, setzt er Kunstwerke gekonnt in Szene. Kunstsammler, Museen und Galerien vertrauen ihm, wenn es darum geht, berühmte Werke in den passenden Rahmen zu setzen. Ein Handwerk, das in seiner Familie eine lange Tradition hat: Schon sein Vater war ein leidenschaftlicher Sammler und Bilderrahmer. Nach dessen Tod übernahm Robert Knöll den Familienbetrieb, doch für ihn war dieser Schritt weit mehr als nur berufliche Verantwortung – er war eine Bestimmung. «Die Beschäftigung mit Bilderrahmen ist nicht nur mein Beruf, es ist meine Passion», sagt Robert Knöll, und es ist spürbar, dass diese Leidenschaft weit über den Arbeitsalltag hinausgeht. In seinen Träumen erscheinen Bilderrahmen, die ihn in seiner Freizeit genauso begleiten wie im Beruf. Wenn es darum geht, ein berühmtes Kunstwerk neu zu rahmen, reist er zu Museen in ganz Europa, um die perfekte Wahl zu treffen. Es fasziniert ihn immer wieder, wie die Wirkung eines Bildes sich verändert, je nachdem, wie es gerahmt wird. Bereits als Kind war Robert Knöll von Archäologie begeistert – der Blick hinter die oberste Schicht, das Entdecken von Geschichte und Kultur. Diese Faszination für Details und den Kontext von Kunstwerken zieht sich durch sein gesamtes Leben und wirkt sich auf seine Arbeit aus. In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle spricht Robert Knöll über seine Faszination für alte Rahmen und erklärt, warum sie oft im Schatten der eigentlichen Kunstwerke stehen. Er erzählt von einem besonderen Stück aus seiner Kindheit – einem echten Donatello, der über seinem Bett hing und heute einen Platz in einem Museum hat. Und er spricht über seine Liebe zum Cello und der Musik von Brahms. Die Musiktitel: - Johannes Brahms: 1. Satz aus Cellosonate Nr. 1 e-Moll (Pieter Wispelwey, Violoncello; Dejan Lazić, Klavier) - Talking Heads: Sugar on My Tongue - Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge für Orgel d-Moll, BWV 565 (Hannes Kästner, Orgel) - Georg Riedel: Seeräuber-Opa Fabian, aus Pippi Langstrumpf (Eva Mattes, Kinderstimme) - Franz Schubert: 7. Ständchen, aus Schwanengesang, Bearbeitung für Klavier von Franz Liszt (Vladimir Horowitz, Klavier) Erstausstrahlung: 27.04.2025
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Folge vom 02.08.2026Jessica Studer - der Weg von der Pianistin zur WeltraumärztinEisige Kälte bis minus 80 Grad, monatelange Dunkelheit und eine Umgebung, die lebensfeindlicher kaum sein könnte: Die Schweizer Ärztin Jessica Studer hat ein Jahr lang an einem der isoliertesten Orte der Erde gelebt und gearbeitet – auf der Forschungsstation Concordia im Herzen der Antarktis. Dort untersuchte sie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), wie extreme Isolation und Umweltbedingungen den menschlichen Körper und die Psyche beeinflussen – Erkenntnisse, die künftig auch für Langzeitmissionen im Weltraum entscheidend sein können. Doch der Weg dorthin verlief nicht geradlinig. Schon früh faszinierte Jessica Studer sowohl Wissenschaft als auch Musik: Sie studierte zunächst Klavier und unterrichtete, bevor sie sich entschied, ihren Kindheitstraum zu verfolgen und eine medizinische Laufbahn einzuschlagen. Diese ungewöhnliche Kombination aus künstlerischer Sensibilität, wissenschaftlicher Neugier und persönlicher Entschlossenheit prägt seither ihren Weg. In Musik für einen Gast erzählt Jessica Studer über ihre Erfahrung in der Antarktis, über Kälte und Isolation, aber auch über ihre Liebe zur Musik und ihre Fähigkeit, immer wieder eigene Grenzen zu überschreiten. Die Musiktitel: - Richard Strauss: Also sprach Zarathustra (aus «2001 - A Space Odyssey») (Wiener Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Lynyrd Skynyrd: Sweet Home Alabama - Karlheinz Stockhausen: Löwe (Sonne), aus «Tierkreis» (Capilla Flamenca & Het Collectief) - Santana: Smooth - Arvo Pärt: Alina (Alice Sara Ott, Klavier) - The Allman Brothers Band: Jessica Erstausstrahlung: 15.03.2026