Odsun. Die Vertreibung.Vor 80 Jahren atmeten viele auf: Der Zweite Weltkrieg war vorbei. Wenige Kilometer hinter der Grenze zur Tschechoslowakei begann indes ein grauenhafter Exodus. 143 Verordnungen, die als "Benes-Dekrete" bekannt wurden, erklärten als Vergeltung für den NS-Terror die deutsche Bevölkerungsgruppe pauschal zu Staatsfeinden. Sie verlor alle Rechte, wurde vertrieben und enteignet. Inzwischen sind die Wunden überwiegend verheilt - aber nicht vollständig. Wurde die Geschichte ohne Tabus aufgearbeitet? Dezember 1945 bis Dezember 1946: Rund 3 Millionen Einwohner:innen deutscher Nationalität wurden gezwungen, ihre Heimat im damaligen Böhmen, Mähren und auch der Slowakei, zu verlassen. Manche gingen gleich, andere wurden mit Gewalt vertrieben.Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 30.03. 2026.
Bildung
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Hier gibt es wöchentlich neue Serien zu relevanten Wissensthemen aus allen Lebensbereichen – breitgefächert, vertiefend und orientierend. Autorinnen und Autoren verbinden fachliche Expertise mit Alltagserfahrung sowie Hintergrundwissen mit Reflexion und eröffnen neue Perspektiven auf aktuelle Fragen unserer Zeit.Redaktion: Ina Zwerger, Ulrike Schmitzer, Monika Kalcsics, Ute Maurnböck, Astrid Schwarz.Produktion: ORF Wissen. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/radiokolleg
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Folge vom 30.03.2026Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (1)
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Folge vom 30.03.2026Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (2)Mnichovska zrada. Der Münchner Verrat.Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gewann die "Heim ins Reich"-Bewegung unter den Sudetendeutschen immer mehr Anhänger. Sie wurde von Deutschland gefördert und zielte darauf ab, das Sudetenland von Prag zu lösen. Im März 1938 wies Hitler den Vorsitzenden der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, an, der tschechoslowakischen Regierung bewusst unannehmbare Forderungen zu stellen, um jede Möglichkeit eines Kompromisses auszuschließen.Mit dem "Münchner Abkommen", das bis heute in Tschechien und der Slowakei der "Münchner Verrat" genannt wird, erzwang Deutschland die Abtretung des Sudetenlandes, es wurde zum deutschen Reichsgau.Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 31.3. 2026.
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Folge vom 30.03.2026Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (3)Nasi Nemci. Unsere Deutschen.Jahrhundertelang lebten Deutsche und Tschechen neben- und miteinander. Böhmische Fürsten luden deutsche Siedler ab dem 12. Jahrhundert ein, die dünn besiedelten Gebiete zu entwickeln, insbesondere die reichen Bergregionen. Das führte zu einer starken deutschen Präsenz.Sie prägten die Stadtentwicklung, viele Städte wie Brünn oder Prag waren hauptsächlich deutschsprachig. Innerhalb des österreichischen-ungarischen Kaiserreichs nahmen sie oft eine bevorzugte Stellung ein, besonders in Verwaltung, Wirtschaft und Bildung, was zu Spannungen mit der tschechischen Nationalbewegung führte. Dennoch gab es eine weitgehend friedliche Koexistenz, die Sudetendeutschen wurden von den Tschechen "Unsere Deutschen" genannt.Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 1.4. 2026.
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Folge vom 30.03.2026Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (4)Usmireni - Versöhnung?1997 akzeptierten deutsche Vertriebenenverbände die gemeinsame Erklärung der tschechischen und deutschen Regierung. Darin bedauerte die deutsche Seite das Unrecht durch die nationalsozialistischen Verbrechen, die tschechische die Vertreibung, Aussiedlung und Enteignung der Sudetendeutschen.Knapp 20 Jahre später verzichtete die Sudetendeutsche Landsmannschaft offiziell auf "Wiedergewinnung der Heimat" und eine "Restitution oder gleichwertigen Entschädigung".Heute gibt es zahlreiche Kooperationen, Studienprogramme, Versöhnungsmärsche und Veranstaltungen, die das Miteinander in den Vordergrund stellen. Dennoch lehnte das tschechische Abgeordnetenhaus noch 2009 Bemühungen ab, die Nachkriegs-Eigentumsverhältnisse zu ändern und Häuser oder Grundstücke zu restituieren.Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 2 .4. 2026.