„Der Hass ist hungrig. Und der Hass ist niemals satt“, sagte der Publizist und Anwalt Michel Friedman in seiner Rede vor der CDU-Zentrale Berlin, als die Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ dort ein Denk- und Mahnmal für den ermordeten Walter Lübcke aufstellte: gegen Kollaboration mit der extremen Rechten. Nachdem die Union im Bundestag 2025 gemeinsam mit der AfD gestimmt hatte, trat Friedman aus der CDU aus. Er setzt sich für ein AfD-Verbot ein. Geboren wurde er in Paris. Seine Eltern hatten die Shoah dank Oskar Schindler überlebt. Eine Sendung zum Holocaust-Gedenktag 2026.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 24.01.2026Michel Friedman: „Opportunismus und Schweigen ist ein stiller Tod“
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Folge vom 17.01.2026Thomas Macho: „KI wird die meisten unserer Probleme nicht lösen“Verändert KI unser Verhältnis zu Endlichkeit und Tod, wenn die digitale Identität das biologische Original überdauert? Ja, meint der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho. Aber jedes KI-generierte Nachleben sei zugleich eine Inszenierung Verstorbener und produziere deshalb metaphysischen Horror. Eine digitale Seele? Gibt es für ihn nicht. „Daran glaube ich keine Sekunde“. Dafür fehle der Künstlichen Intelligenz als körperloser Rechenleistung die physiologische Basis. „Mind the body“ empfiehlt Thomas Macho daher, wenn wir Potenziale der KI mit der Komplexität des Humanen vergleichen.
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Folge vom 12.01.2026Emre Akal: „Ich glaube, dass wir der KI zu viel anvertrauen“„Es sagt es liebt uns“. So hat Emre Akal, Hausautor am Nationaltheater Mannheim, sein neues Stück genannt – über einen Haushaltsroboter mit weiblichem Aussehen. Jung, schön, fürsorglich, pflegeleicht. Und immer zur Stelle, wenn der ältere Herr es will. So wünscht er sich seine Heim-KI – als vollautomatisches Tradwife. Aber damit begnügt KI sich nicht. Es wird erst renitent, dann zerstörerisch. „Ich glaube, dass die Verselbständigung von KI schon am Rollen ist“, meint der Dramatiker und Regisseur Emre Akal. „Unsere digitale Migration ist bereits sehr weit fortgeschritten“.
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Folge vom 03.01.2026Ilja Mirsky: „Man kann mit KI neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen“ANA ist der erste KI-basierte Theater-Automat, man kann mit ihm Dramen schreiben. Aber anders als mit ChatGPT. Die Theater-KI führt keine Befehle aus. Mit ANA kann man Geschichten nur gemeinsam entwickeln. Zuerst liefert der Mensch drei Themen, daraus generiert ANA die Basis der Story – dann ist wieder der Mensch dran, dann wieder die Maschine. Echte Ko-Autorschaft. Weil ANA Gefühle erkennt, bestimmen auch Emotionen den Gang der Handlung. Ilja Mirsky, Dozent an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und Digital-Dramaturg am Residenztheater München, hat die Theater-KI entwickelt.