Seit 2008 leitet Anja Casser den Badischen Kunstverein in Karlsruhe und macht dort ein Ausstellungsprogramm, das es in dieser Form nur dort gibt: Seit fast 20 Jahren zeigt sie fast nur Werke von Künstlerinnen. Mal aus der feministischen Avantgarde, mal aus der Gegenwart. Von Lubaina Himid, die als erste Schwarze Künstlerin den Turner-Prize gewann, bis Nancy Holt und Zofia Kulik. Aktuell sind im zweitältesten Kunstverein Deutschlands Arbeiten von Anna Barham zu sehen, die sich unter mit der Fehleranfälligkeit von KI-Spracherkennung beschäftigen – Contemporary since 1818.
Öffentliche Veranstaltung bei der art Karlsruhe am 07.02.2026
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 06.04.2026Anja Casser: „Ich möchte Künstlerinnen neu entdecken“
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Folge vom 04.04.2026Christian Baudisch: „Ich will wissen, woher das Fleisch kommt“Endlich wieder Lamm? Oder Hase! An Ostern endet die christliche Fastenzeit. Alles Fleischhaltige muss nach diesem Verständnis nicht länger in Teigtaschen versteckt werden, wie in schwäbischen „Herrgottsbscheißerle“, sondern darf wieder als realer Braten serviert werden. Fleisch ist mein Gemüse – ja, wirklich? Der Fleischkonsum geht seit Jahren zurück, fleischlose, klimaschonende Ernährung ist populär. Andere reagieren mit tierischer Komplettverwertung – nose to tail. Christian Baudisch leitet das Deutsche Fleischermuseum Böblingen und weiß, dass es gerade um die Wurst geht.
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Folge vom 03.04.2026Michael Triegel: „Wir dürfen das Abendland nicht den Brandstiftern überlassen“„Sie sind also jetzt mein Raphael“. Sagte Papst Benedikt XVI., als er Michael Triegel begegnete, bevor dieser ihn 2010 porträtierte. Der Leipziger Maler war schon damals der wichtigste Künstler in Deutschland, der religiöse Motive in altmeisterlicher Manier darstellt. Und christliche Themen dabei neu interpretiert, oft mit drastischer Symbolik. Etwa wenn er Jesus beim Abendmahl gesichtslos zeigt – vereinsamt und verlassen. Oder das Lamm Gottes als gehäutete Kreatur. Fast immer malt er im Glauben auch den Zweifel. Bewusst in der Tradition des Abendlandes. 2014 ließ er sich katholisch taufen.
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Folge vom 28.03.2026Andreas Speit: „Der liberalen Demokratie fehlen die Narrative gegen rechts“„Der rechte Rand“ heißt seit 20 Jahren die regelmäßige Kolumne des Journalisten Andreas Speit. Dieser Rand hat sich in den letzten Jahren offenbar verbreitert. Und beschränkt sich längst nicht mehr auf gewaltbereite Neo-Nazis, wie in den 2000ern. Oder auf „Nazis in Nadelstreifen“. Deshalb recherchiert Andreas Speit inzwischen auch zu „rechten Ökos“ und „gefährlichen Weltbildern in alternativen Milieus“: wie „antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen“, rechtes Denken das Bürgertum entkultiviere und die Demokratie gefährde. Was wir erleben, sei eine „autoritäre Rebellion“.