Welche Natur ist einheimisch? Wenn selbst die Pfälzer Kartoffel ein Pflanzenmigrant ist, das Basilikum nicht aus Italien stammt, die Birne nicht von der Schwäbischen Alb kommt und Zuckerrohr um die halbe Welt reisen musste, um in Kuba angepflanzt zu werden. Spätestens seit der Atlantiküberquerung von Columbus ist Natur globalisiert worden. Die Künstlerin und Agrarwissenschaftlerin Eva-Maria Lopez hat viele Geschichten dieser „Phyto-Travellers“ dokumentiert. Manche gelten inzwischen als „invasiv“. Wie verändert sich unser Blick auf Natur, wenn wir die Herkunft von Bohne und Bärenklau kennen?
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 15.08.2026Eva-Maria Lopez: „Wir sind angewiesen auf die Migration von Pflanzen“
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Folge vom 08.08.2026Tilo Wesche: „Wir brauchen eine Rechtsgemeinschaft von Mensch und Natur“Alle bisherigen Strategien der Nachhaltigkeit reichen nicht, um die Ökologiekrisen zu beenden – sagt Tilo Wesche, Autor des Buchs „Die Rechte der Natur“ und Professor für Praktische Philosophie: Grünes Wachstum und saubere Technologien, auch die Appelle an die Verantwortung Einzelner – mehr Bio, kein Fleisch, keine Verbrenner, nicht Fliegen – sind zu wenig, um Ressourcenerschöpfung, Klimakrise, Artensterben, Plastikvermüllung und Übersäuerung der Meere zu stoppen. Dagegen helfe nur, der Natur Eigentumsrechte zu verleihen. Damit ein Fluss oder ein Wald geschützt ist wie jedes andere Eigentum.
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Folge vom 01.08.2026Annette Kehnel: „Nachhaltigkeit muss nicht neu erfunden werden“„Wir konnten auch anders“. Die Mannheimer Historikerin Annette Kehnel beschreibt in ihrer kurzen Geschichte der Nachhaltigkeit, wie es Menschen hierzulande früher gelungen ist, Naturgüter zu nutzen ohne Ressourcen zu erschöpfen, zu vergiften oder zu vermüllen – Strategien, die wir von früheren Generationen lernen können, etwa vom gemeinschaftlich organisierten, gemeinwohlorientierten, mittelalterlichen Fischfang am Bodensee. Um der Alternativlosigkeit einer wachstumsgetriebenen Wirtschaftsform zu entkommen, damit wir durch die jetzige Ausbeutung der Natur nicht das eigene Überleben riskieren.
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Folge vom 25.07.2026Anne Duk Hee Jordan: „Andere Ökosysteme sind viel wichtiger als wir“Sie kreiert „essbare Tischlandschaften“, in denen alles kompostierbar ist, auch der Teller aus Birkenrinde. Und wenn Käfer in toten Bäumen leben, dann ist das für sie ein „großes Fressen“, mit dem sie neuen Humus schaffen – „Brakfesten“ nennt die Künstlerin ihren Film über diese Folge der Klimakrise. Auch in ihren Installationen zeigt Anne Duk Hee Jordan, aufgewachsen in der Südpfalz, Ökosysteme, in denen Lebewesen symbiotisch kooperieren – alles, damit wir unser Verhältnis zum Leben auf der Erde ändern. Zuletzt ließ sie der Pader, dem kürzesten Fluss Deutschlands, Naturrechte verleihen.