„Wenn wir verstehen, wie unser Gehirn funktioniert, kann uns dieses Wissen helfen, als Gesellschaft zu funktionieren“, sagt die neuropolitische Philosophin Liya Yu. Erst wenn man zum Beispiel erkennt, was das Gehirn von Rassisten triggert, könne man verstehen, weshalb Menschen, die nicht zu einer In-Gruppe zählen, entmenschlicht und diskriminiert werden.
Liya Yu ist überzeugt: „Es geht darum zu verstehen, wie wir als Menschen ticken, damit wir zum Beispiel in Schulen und Kitas effektive Strategien entwickeln können, um Kinder offener zu machen. Anstatt nur Moralberieselung von oben“.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 27.06.2026Liya Yu: „Wir brauchen mehr Hirn und weniger Moral“
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Folge vom 20.06.2026Gabriele Stötzer: „Ich wische das Ausgeliefertsein weg“Lange wurde ihre Kunst wenig beachtet, jetzt wird das Werk von Gabriele Stötzer, geboren 1953, mit einer Retrospektive im Berliner Gropius-Bau und dem Goslarer „Kaiserring“ geehrt. Gewürdigt wird damit auch ihr Widerstand in der DDR und ihr Engagement für künstlerische Freiheit. Von der Stasi wurde sie inhaftiert, weil sie gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierte. Die Zeit im Frauengefängnis Hoheneck prägte sie. Damals habe sie „den Mut, die Lust und die Gemeinheit der Frauen“ erlebt. Und sie machte ihren Körper zum Material der Kunst: als Schauplatz feministischer Selbstbehauptung.
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Folge vom 13.06.2026Iryna Fingerova: „Flucht ist keine Urlaubsreise“Mit Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schlafstörungen und Depressionen kamen ukrainische Geflüchtete nach dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine im Februar 2022 in die Dresdener Arztpraxis von Iryna Fingerova. Die Diagnose, die sie alle teilten: „Krieg“. Geboren wurde die Ärztin und Schriftstellerin 1993 in eine jüdische Familie in Odessa. Vor dem Krieg, der 2014 begann, flüchtete sie nach Israel und kam 2018 nach Deutschland. Die ersten drei Jahre der Emigration, sagt sie, seien ein sozialer Tod. „Zugwind“ heißt ihr dritter Roman. Der erste, den sie teilweise auf Deutsch geschrieben hat.
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Folge vom 06.06.2026Philip Manow: „Demokratie beweist sich immer erst im Nachhinein“Alle reden von der Krise der Demokratie, der Politikwissenschaftler Philip Manow analysiert sie. Und fragt nach den Ursachen für die Popularität der Rechten. Seine Diagnose: Der schrumpfende staatliche Handlungsspielraum, Brüssel statt Berlin, Recht statt Politik und der gefühlte Kontrollverlust machen die AfD stark. Um die Rechten und Rechtsextremen zu bekämpfen, müsse die liberale Demokratie ihre eigenen Schwachstellen erkennen. Von Prognosen über einen neuen Faschismus hält er nichts. Ist sich aber sicher: „Die AfD geht nicht mehr weg.“