„The End is Near, Here”. Heißt das große Fotobuch von Michael Dressel, entstanden am Vorabend der Wahl von Donald Trump zum 47. US-Präsidenten. In seiner Street-Fotographie wird ein Land sichtbar, das viel soziales Elend und waffenstarrenden Schrecken produziert – insgesamt eine Gesellschaft am Abgrund. Geboren 1958 in Ost-Berlin, verbrachte Michael Dressel nach missglückter Flucht zwei Jahre in DDR-Gefängnissen. Dann Ausreise nach West-Berlin und weiter nach Los Angeles, wo er seither vornehmlich lebt. Als Fotograf wurde er vor allem durch seinen scharfen Blick auf Menschen im Alltag bekannt.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 04.06.2026Michael Dressel: “Ich gehe als kalter Beobachter durch die Welt“
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Folge vom 30.05.2026Dilek Güngör: „Für meine Eltern war immer klar, wir bleiben hier“Die Schriftstellerin Dilek Güngör will die Welt nicht in „die einen“ und „die anderen“ aufgeteilt wissen. Im Kleinen etwas zu tun, ist ihre Strategie gegen eine zunehmend auseinanderdriftende Gesellschaft. Das schafft Verbindung, glaubt die in Schwäbisch Gmünd geborene Autorin. Ihre Figuren haben oft mit Fremdzuschreibungen zu tun, etwa im Roman „Ich bin Özlem“. Und wollen ihre Geschichte selbst erzählen – auch die Geschichte sogenannter Gastarbeiter, wie in „Vater und ich“. Bekannt wurde sie durch Kolumnen, erschienen unter dem Titel „Ganz schön deutsch. Meine türkische Familie und ich“.
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Folge vom 25.05.2026Hartmut Rosa: „Das Verfügbarmachen der Welt erzeugt Monster“„Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig“. Diese menschliche Konstante drohen wir zu verlieren, warnt der Soziologe Hartmut Rosa, wenn wir uns zunehmend von KI und Algorithmen steuern lassen: wenn wir uns freiwillig in Konstellationen begeben, Protokolle bedienen, Optionen wählen, Formulare ausfüllen. Unser Spielraum für eigenes Handeln verringere sich dadurch. Auch das moralische Urteilsvermögen gehe verloren. Langfristig eine Gefahr für die Demokratie. Bekannt wurde Hartmut Rosa, Professor in Jena, aufgewachsen im Südschwarzwald, durch seine Theorien zu „Beschleunigung“ und „Resonanz“.
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Folge vom 23.05.2026Olaf Salié: „Unabhängig sein, das habe ich früh entwickelt“Für Olaf Salié verkörpert das französische Chanson eine Lebensphilosophie: „Das Chanson predigt Individualismus. Es ermutigt, einen eigenen Weg zu gehen“. Zum Beispiel, weil Liebe und Freiheit immer zusammengedacht werden. Damit haben große Chansonnièren wie Juliette Gréco das Bild der emanzipierten, auch sexuell unabhängigen Frau geprägt. Als Arbeiter- und Kampflied hat das Chanson soziale Missstände kritisiert und mit „Le Déserteur“ die Hymne der Pazifisten hervorgebracht. Andererseits kollaborierten Edith Piaf und Maurice Chevalier mit den Nazis. Auch das gehört zur Geschichte dieses Lieds.