Was macht aus Menschen moralische Personen? Es sind die ganz großen Themen, mit denen die Philosophin Maria-Sibylla Lotter sich beschäftigt. Die Grundlagen der Moral zum Beispiel. Wie man verantwortungsvoll handelt. Oder sie schreibt über die Praxis von Vergeltung und Versöhnung. Dann geht es um Respekt und warum man zwischen der politischen Bedeutung von Schuldbekenntnissen und den moralischen Aspekten von Schuld unterscheiden sollte. In ihrem neuen Buch fragt sie, was es bedeutet, Verletzungen zu erfahren, die Opferrolle zu erleben und dann Schwäche zu zeigen: Verwundbarkeit als Selbstbild.
Kultur & Gesellschaft
SWR2 Zeitgenossen Folgen
Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 21.03.2026Maria-Sibylla Lotter: „Wir sollten uns von der Opferrolle lösen“
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Folge vom 14.03.2026Lukas Rietzschel: „Polarisiert sind immer nur die anderen“Sanditz heißt das neue Gesellschaftslabor von Lukas Rietzschel – ein Ort im Osten. Immer noch eine Nachwendegesellschaft, wie schon in seinem Roman „Raumfahrer“ und im Theaterstück „Widerstand“: wo Offiziere, Frührentner, Orgelbauer, ehemalige Bürgerrechtler, selbsternannte Widerständler, Lokaljournalistinnen sowie die Familie Wenzel Alltag, Werte und Zugehörigkeit aushandeln. Warum schließen sich an Orten wie Sanditz so viele den Rechten an: deutschnational, xenophob und zunehmend demokratiefeindlich? Ein reines Ost-Thema ist das für den Autor Lukas Rietzschel nicht.
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Folge vom 28.02.2026İlker Çatak: „‘Gelbe Briefe‘ ist der Film, wo ich am politischsten werde“Was kommt zuerst: das Überleben oder die Moral? „Gelbe Briefe“ heißt der neue Film von İlker Çatak, für den er mit dem Goldenen Bären der Berlinale 2026 ausgezeichnet wurde. Die Frage steht im Mittelpunkt des Films: Ein Künstlerpaar wird von einem Willkürstaat angeklagt, verliert Job und Wohnung, steht vor dem finanziellen Ruin und muss sich entscheiden. Die Geschichte spielt in der Türkei, gedreht wurde in Deutschland. „Wir tun so, als wenn Istanbul in Hamburg stattfindet und Ankara in Berlin“. İlker Çatak wurde in Berlin geboren, machte Abitur in Istanbul und studierte in Hamburg und Berlin.
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Folge vom 22.02.2026Pascale Hugues: „Wir müssen den Feminismus leben“Familiengeschichte als Frauengeschichte. Und als deutsch-französische Geschichte. Die eine Großmutter Deutsche, die andere Französin. Die Deutsche heiratet einen Franzosen, die Französin einen Deutschen. Beide Frauen sind ein Leben lang eng befreundet. Pascale Hugues ist die Enkelin von Marthe und Mathilde, geboren 1959, Elsässerin. Seit vielen Jahren lebt sie als Journalistin für französische Medien in Berlin, schrieb „Deutschland à la française“ und jetzt ein Buch über ihre Mutter, die als Elsässerin dreimal die Sprache und die Nationalität wechselte – und unter einer bipolaren Störung litt.