Gerda Taro hat die moderne Kriegsfotografie begründet, zusammen mit ihrem Mann Robert Capa. Und damit viele andere berühmte Fotograf*innen beeinflusst, von Lee Miller bis Margaret Bourke-White und den Gründern der Agentur Magnum. Geboren in Stuttgart 1910 als Tochter jüdischer Flüchtlinge aus Galizien, rettete sie sich 1933 ins Exil nach Paris. Dort lernte sie Robert Capa kennen, der noch Andrei Friedmann hieß, und gab sich jenen Namen, unter dem man „das Mädchen mit der Leica“ bis heute kennt.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 07.05.2025Irme Schaber: „‘Nie wieder Krieg‘ darf keine Worthülse sein“
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Folge vom 01.05.2025Katharina Grosse: „Ich habe mich eigentlich nie an die Regeln gehalten“Sie malt mit Spritzpistole. Ziemlich radikal. Überzieht Objekte und Architektur mit ihrer grellen Welt. „Zweidimensionale Malerei existiert für mich nicht“. Zuletzt hat sie mit ihrer Spray-Technik den Kunstbau am Stuttgarter Schlossplatz, im Volksmund „Kunsthaus zum Goldenen Hirsch“ genannt, in reine Farbgewalt verwandelt – für die Ausstellung „The Sprayed Dear“, ein Wortspiel mit dem englischen Begriff für Hirsch. Seit mehr als 30 Jahren untersucht Katharina Grosse, geboren 1961 in Freiburg, die Möglichkeitsräume der Malerei. Und zählt damit zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ausstellungs-Tipp: Staatsgalerie Stuttgart (Kunstgebäude am Schlossplatz):„The Sprayed Dear“ (bis 11. Januar 2026)
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Folge vom 30.04.2025Thomas Köck: „Der Plan von Rechtsextremen ist, das System auszuknipsen“„Chronik der laufenden Entgleisungen“. Tagebuchartig dokumentiert der Dramatiker Thomas Köck ein Jahr lang den Rechtsruck in Österreich. Wie nationalistisches und rechtsradikales Denken sich verbreitet, mit welcher Sprache und welchen Symbolen dies geschieht – wenn zum Beispiel auf Wahlkampfveranstaltungen Messer gewetzt und Journalisten in den Schwitzkasten genommen werden. Bekannt wurde Thomas Köck mit seiner zwischen 2014 und 2016 verfassten „Klimatrilogie“. Er ist einer der wenigen Gegenwartsdramatiker, dessen Stücke international nachgespielt werden, 2025 beim „Heidelberger Stückemarkt“.
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Folge vom 26.04.2025Holger Schultze: „Theater kann ein Korrektiv der Gesellschaft sein“Theater setzt Themen, ja. Beschreibt und kritisiert Gegenwart, auch klar. Oft durch Uraufführungen. Aber welches Stück wird nachgespielt und beweist dadurch seine Relevanz? Holger Schultze, Intendant des Theaters Heidelberg, gründete schon als Theaterleiter in Osnabrück „Spieltriebe 2“, ein Festival für Stücke, die zum zweiten Mal aufgeführt wurden. Wie man Gegenwartsdramatik fördert, praktiziert er seit 2011 beim „Heidelberger Stückemarkt“, mit einem Autor*innen-Wettbewerb, Gastspielen und Gastland. Insgesamt mit einer Theater-Avantgarde. 2025 / 26 wird seine letzte Spielzeit sein.