„Noch nie gab es so viel Reichtum. Und das ist ein Problem für uns alle“. Schreibt die Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas in ihrem Buch „Unverdiente Ungleichheit“. Sie plädiert für eine Umverteilung von Vermögen. Und für einen Perspektivwechsel: Steuern sollten nicht als Last empfunden werden, sondern als Instrument für eine gerechtere Gesellschaft. Martyna Linartas kam im Alter von einem Jahr mit ihren Eltern aus Polen nach Deutschland. 2022 gründete sie die Plattform „ungleichheit.info“. Sie lehrt an der FU Berlin und an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 20.09.2025Martyna Linartas: „Wir sind eine der ungleichsten Demokratien der Welt“
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Folge vom 13.09.2025Nevin Aladağ: „Ich zeige die Momentaufnahme einer diversen Gesellschaft“„Social Fabric“ nennt die Künstlerin Nevin Aladağ ihre Bilder, mit denen sie Vielfalt sichtbar macht, indem sie Teppiche unterschiedlicher Herkunft zu einem Patchwork verbindet. Wenn sie Möbelstücke in Musikinstrumente verwandelt, wie 2017 bei der Documenta in Athen, hält sie der bürgerlichen Mehrheitsgesellschaft einen Spiegel vor – und schafft zugleich Raum für Resonanz. Im Video „Traces“ geht sie eigenen Lebenspuren nach und bringt den Sound ihrer Heimatstadt Stuttgart zum Klingen. 2025 wurde sie dafür mit dem Landespreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
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Folge vom 30.08.2025Mwangi Hutter: „Unterschiede sind Projektionen, die einem auferlegt werden“Mwangi Hutter ist ein Künstler-Duo mit einer Persönlichkeit: „die Geschichte zweier Individuen, die zu einem Künstler verschmelzen“. So stellt sich das Paar auf seiner Website vor. In ihrer Kunst zeigen Mwangi Hutter, wie konventionelle Vorstellungen von Identität und Geschlecht, sozialer und kultureller Herkunft überwunden werden können. Geboren in Nairobi und in Ludwigshafen am Rhein, haben sich die beiden während des Studiums in Saarbrücken kennengelernt. Ihre Arbeiten wurden bei der documenta, der Venedig-Biennale, im Brooklyn Museum New York und im Centre Pompidou Paris gezeigt.
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Folge vom 23.08.2025Ebele Okoye: „Ich bin eine Nomadin, immer noch“Ebele Okoye hat einen weiten Weg gemacht: 1969 mitten im Bürgerkrieg Nigerias in großer Armut geboren, gelang ihr 2000 die legale Einwanderung nach Deutschland. Ab 2003 studierte sie in Köln ihr Wunschfach Trickfilm- und Animationszeichnerin. Heute nennt man sie „Mother of African Animation Movie“: die erste Trickfilmerin aus einem afrikanischen Land. Bekannt auch für ihre Social-Media-Videos. Seit Jahren engagiert sie sich in der Frauen- und Nachwuchs-Förderung, in Berlin wie in Lagos. Ein Gespräch über kindliche Einsamkeit im Dschungeldorf, zerlegte Radios und die Kraft der Fantasie.