TalkLeben & Liebe
Tabubruch von MDR AKTUELL Folgen
Nicht jeder führt ein "normales Leben". Soldaten mit Kriegstraumata, trans* Personen oder Menschen mit schweren Erkrankungen - es gibt Personen, deren Lebensgeschichten sind ungewöhnlich und mit Tabus behaftet. Sie leben mit besonderen Schicksalen. Oft leiden sie darunter, aber selten wird über sie berichtet. MDR AKTUELL gibt Menschen ein Gesicht, deren Leben hinter Nachrichtenmeldungen und Statistiken steckt. Juliane Neubauer trifft diese Männer und Frauen, begleitet sie und hört ihnen zu, um ganz persönliche Geschichten zu erzählen. Es geht nicht um normale Interviews, sondern um tiefreichende Gespräche, die Barrieren brechen und den Horizont erweitern. Es ist Zeit, einige Tabus zu brechen.
Folgen von Tabubruch von MDR AKTUELL
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Folge vom 17.04.2024Kaufsucht: "Ich wollte mehr wert sein"Kaufen kann uns ein gutes Gefühl geben. Manchen Menschen wird es zum Verhängnis. Sie kaufen immer weiter ein, um sich besser zu fühlen oder weil sie meinen, immer neue Dinge zu brauchen. Dann gleiten manche von ihnen ab in die Sucht. In dieser Folge erzählt Sebastian (*Name von der Redaktion geändert) seine berührende Geschichte. Bei ihm war es die Angst, allein zu sein oder verlassen zu werden, die ihn in die Kaufsucht trieb. Mit Onlineshopping, großzügigen Einladungen und Geschenken versuchte er, anderen Menschen zu gefallen. Es fing harmlos an, endete aber in einem Kontrollverlust, zehntausenden Euro Schulden und der Gefährdung seines Familienlebens. Die Kaufsucht führte Sebastian dazu, ein komplettes Paralleleben zu führen. Am Ende, so erzählt er es, ließen ihn eine Unachtsamkeit und eine Anzeige von einem Kollegen auffliegen. Der einzige Ausweg: Sich komplett zu offenbaren, alles auf den Tisch zu legen – und eine Therapie zu starten. Und genau an diesem Punkt merkt Sebastian, dass er trotz all seiner Ängste vor dem Verlassenwerden nie wirklich allein war. Unser Podcast-Tipp: CUT - Das Silvester, das uns verfolgt https://1.ard.de/CUT?p=tb Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
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Folge vom 11.03.2024Adipositas: "Wir brauchen eine Lobby für Dicke"Tanja Marfo ist 44 Jahre alt, wohnt in Hamburg und hat Adipositas. Schon als Kind hat sie wegen ihres Körpers Mobbing erlebt, als Jugendliche dann eine Essstörung entwickelt und ihr ganzen Leben mit Vorurteilen zu kämpfen. Auch angespuckt wurde sie schon einmal. Jahrzehnte lebt Tanja mit einem besonders schweren Körper, den sie zeitweise kaum noch tragen beziehungsweise ertragen kann, wie sie heute sagt. 2013 entscheidet sie sich als Bloggerin, Influencerin und Plus Size Model, ihren Körper offensiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie möchte dicken Menschen Mut machen. Der Wendepunkt in ihrem Leben war vor einem Jahr. Tanja stellt für sich fest, dass ihr Gewicht für sie nicht mehr tragbar ist und sie zu sehr einschränkt. Sie entscheidet sich für eine Magenverkleinerung. Im Podcast erklärt Tanja, warum sie ihren dicken Körper liebt, sich aber trotzdem für die Operation entschieden hat. Sie spricht auch darüber, warum sie ein Problem mit dem Begriff "Bodypositivity" hat. Und Tanja mahnt, dass dicke Menschen in Deutschland keine Lobby haben. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.de Podcast-Tipp: Familiengeheimnisse – Sag mir, wer ich binhttps://www.ardaudiothek.de/sendung/familiengeheimnisse-sag-mir-wer-ich-bin/13172909/ Menschen mit besonderen Schicksalen haben in der Regel auch mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen. Deshalb stellen wir für jede Folge Informationen bereit, wo man Hilfe bekommt.Diagnose Adipositashttps://www.adipositas.org/diagnose/Übersicht Adipositas-Klinikenhttps://adipositas-kliniken.com/#/Übersicht Adipositas-Selbsthilfegruppen https://adipositas-gesellschaft.de/dag/selbsthilfegruppen/Homepage Tanja Marfohttps://kurvenrausch-hamburg.de/ Adipositas: Ursachen erkennen und behandelnhttps://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Adipositas-Ursachen-fuer-Fettleibigkeit-erkennen-behandeln,adipositas142.html
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Folge vom 01.02.2024Ich bin ein KuckuckskindEmma* war Anfang 20, als sie erfuhr, dass sie ein Kuckuckskind ist. Ein DNA-Test ergab: Der Mann, der für sie immer ihr Vater war, ist nicht ihr leiblicher Vater. Für Emma bricht eine Welt zusammen. Ihr sozialer Vater wendet sich von ihr ab, ein Treffen mit dem biologischen Vater endet enttäuschend. Auch die Beziehung zur Mutter erleidet zunächst eine Krise. Der ganze Fall landet sogar vor Gericht. Das bringt die nächsten seelischen Verletzungen für Emma mit sich. Irgendwann ist alles zu viel, sie erleidet einen Zusammenbruch und Panikattacken. Nach Jahren des Verdrängens arbeitet sie ihre Familiengeschichte und ihre psychologischen Probleme infolge der Ereignisse nun auf. Und sie findet, es ist an der Zeit, ihre Geschichte als Kuckuckskind zu erzählen. Denn sie ist damit nicht allein in Deutschland, auch wenn das Thema selten erzählt wird. *Emma heißt in Wirklichkeit anders, wir haben den Namen auf ihren Wunsch hin geändert. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.de
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Folge vom 27.11.2023Asexualität: Ich liebe nicht wie duAnna (Name geändert) ist 25 Jahre alt, lebt in Berlin und studiert Psychologie. Sie sagt, sie sei asexuell und aromantisch. Klassische Beziehungen, wie sie die meisten Menschen führen, bedeuten ihr wenig bis nichts. In ihrer Jugend fühlte sie sich oft wie ein Alien. Andere hatten Beziehungen und Sex, das war ihnen wichtig. Anna selbst hatte solche Bedürfnisse nicht. Trotzdem hatte sie Beziehungen und auch Sex, aber vor allem, weil sie dachte, dass müsste so sein. Später kam sie durch eine Freundin und ein Buch auf die Idee, was bei ihr anders ist. Sie sagt, sie liebe anders als andere Menschen. Sex und Intimität lägen für sie weit auseinander. Asexualität und Aromantik seien Teil des queeren Themenspektrums, allerdings würden sie kaum beachtet. Menschen, die asexuell seien, würden stigmatisiert, findet Anna. Deswegen will sie über das Thema sprechen. Ihr Ziel: mehr Bewusstsein und mehr Offenheit dafür zu schaffen.Mit Juliane spricht Anna darüber, wie es ist, wenn einem Sex wenig oder gar nichts bedeutet. Es geht darum, dass manche asexuelle Menschen durchaus Sex haben, während andere das kategorisch ablehnen. Und Anna erklärt, unter welchen Bedingungen Partnerschaften für sie denkbar sind.Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.deKontaktdaten für Hilfsangebote: Verein AktivistAForum für Aspec PersonenAven - Netzwerk für AsexuelleSiegessäule - Queres StadtmagazinBuchtipp Asexualität